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Auf das Mehl kommt es an: wie Pizza auch leicht verdaulich sein kann

Die Pizzakartons von Francesco Nardi sind recycelbar.

Die Pizzakartons von Francesco Nardi sind recycelbar.

Mit Pizzafitt zeigt Francesco Nardi aus Urdorf, dass Pizza auch leicht verdaulich sein kann. Zusammen mit seinem Geschäftspartner Enrico Pochiero und einem jungen Pizzaiolo aus Italien entwickelte er Rezepte für Pizzateige aus gesünderen Mehlsorten.

Der Urdorfer Francesco Nardi liebt Pizza. Doch mit den Jahren habe der gebürtige Italiener gemerkt, dass es seiner Verdauung Mühe macht, wenn er die italienische Spezialität am Abend isst. «Ich habe mir gedacht, dass Pizza besser verdaulich hergestellt werden sollte», sagt der 42-jährige. So entstand die Idee, einen Lieferdienst für gut verdauliche und ökologische Pizza zu eröffnen.

Zusammen mit seinem Geschäftspartner Enrico Pochiero und einem jungen Pizzaiolo aus Italien entwickelte er Rezepte für Pizzateige aus gesünderen Mehlsorten. «Es war gar nicht leicht, einen Pizzaiolo zu finden, der bereit dazu war, vom herkömmlichen Teigrezept abzuweichen», sagt Nardi und lacht. Denn die italienische Küche sei sehr traditionsbewusst, weswegen Änderungen an Rezepten nicht immer gut ankommen. Nach einer langen Experimentierphase standen die Rezepte.

Die schwarze Pizza kommt gut an

Vor einigen Wochen hat Nardi seinen Lieferdienst Pizzafitt eröffnet. «Man hat die Wahl zwischen Pizza aus einer eigenen Weissmehlmischung, Urdinkelmehl, glutenfreiem Mehl und Mehl, das mit Aktivkohle angereichert wurde.» Das letztgenannte Mehl verändert zudem auch das Aussehen der Pizza. Denn mit dem Aktivkohlemehl wird die Pizza schwarz. «Das schreckt auf den ersten Blick etwas ab. Doch jeder, der die schwarze Pizza probiert hat, bestellt sie wieder», sagt Nardi. Geschmacklich seien diese Pizzen kaum von herkömmlichen Pizzen zu unterscheiden. «Wir haben viel positives Feedback erhalten.»

Doch auch abseits der Rezepte hat Nardi Pizzafitt an die Bedürfnisse der heutigen Zeit angepasst. «Ich lege viel Wert auf die Umwelt. Die Pizzakartons sind recycelbar und die Zutaten stammen aus der Region.» Sogar das Mehl werde von einer regionalen Mühle hergestellt. Und die Lieferung erfolge mit dem e-Roller oder dem Erdgas-Auto. Zudem kann auch im Restaurant gegessen werden, das Nardi in den letzten Monaten selbst eingerichtet hat. «Die Leute sollen unsere spezielle Pizza hier vor Ort erleben können», sagt er.

Der Urdorfer kommt eigentlich aus der Finanzbranche und arbeitet hauptberuflich noch immer als Vermögensverwalter. Durch die Eröffnung des Restaurants hat er zurzeit viel um die Ohren. «Ich renne zwischen den Jobs hin und her», sagt Nardi. Er hoffe aber, dass sich das ändert, wenn das Restaurant erst einmal bei den Leuten angekommen ist. Und sollte sein Konzept Erfolg bringen, könnte sich der Urdorfer vorstellen, ein Restaurant in Zürich zu eröffnen. «Eine Pizzeria in Zürich zu führen, wäre ein Traum», sagt der zweifache Vater. Doch zunächst möchte er, dass Pizzafitt im Limmattal gut ankommt.

Zurzeit ist Nardi einer der Ersten, der auf umweltfreundliche und gut verdauliche Pizza setzt. Er könnte sich aber auch vorstellen, dass das Konzept in Zukunft von anderen Lieferdiensten aufgegriffen wird. «Sollte Pizzafitt von der Konkurrenz verdrängt werden, so habe ich immerhin einige Leute zum Umdenken bewegt.»

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Autor

Manuel Reisinger

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