Erzählnacht Limmattal

«Auch wir haben Rechte!» — heute findet die Erzählnacht in Bibliotheken statt

Die Erzählnacht ist bei Kindern beliebt. In vielen Bibliotheken müssen Anmeldungen zurückgewiesen werden

Die Erzählnacht ist bei Kindern beliebt. In vielen Bibliotheken müssen Anmeldungen zurückgewiesen werden

In Bibliotheken wird am Freitag die Erzählnacht durchgeführt. Der Anlass fördert seit 1990 bei jungen Menschen die Lesebegeisterung.

Freitag Abend werden vielen Kindern in den Limmattaler Bibliotheken Geschichten erzählt. Die 29. Ausgabe der schweizweit organisierten Erzählnacht findet statt. Traditionsgemäss sind rund 700 Veranstaltungen verzeichnet, welche die Begeisterung für das Lesen fördern sollen. Die Nacht wurde in den 1990er Jahren ins Leben gerufen und ist ein gemeinsames Projekt vom Schweizerischen Institut für Kinder- und Jugendmedien (SIKJM) in Zusammenarbeit mit der Stiftung Bibliomedia und Unicef Schweiz.

Die Abende sind auch im Limmattal vielfältig gestaltet, wobei die Bibliotheken jeweils einen eigenen Weg einschlagen, um das diesjährige Motto umzusetzen. Dieses lautet: «Auch wir haben Rechte!» Dies, weil die UN-Kinderrechtskonvention ihr 30-Jahre-Jubiläum feiert. Ein nicht ganz einfaches Thema also, um das Geschichtenerzählen für Kinder in verschiedenen Altersstufen durchzuführen.

Es müssen Anmeldungen zurückgewiesen werden

Wie beliebt diese Anlässe sind, weiss Agnes Matt, Leiterin der Stadt- und Regionalbibliothek Dietikon: «Man kann schon sagen, dass wir von unserem eigenen Erfolg überrannt werden. Werbung ist nicht nötig, sonst müssen wir noch mehr Anmeldungen zurückweisen», sagt sie. Es sei oft so, dass die Kinder, die in der ersten Klasse kommen würden, dann bis zur fünften Klasse jedes Jahr dabei seien. Für die Umsetzung des Programms sind auch logistische Hürden zu überwinden: 120 Kinder nehmen teil, die jeweils nach 25 Minuten in die nächste der drei Etagen geführt werden.

Im Parterre wird ein Film gezeigt und im zweiten Stock ein Kamishibai-Bildtheater, welches zur japanischen Erzähltradition gehört.

Am Schluss erhalten die Kinder ein eigenes Buch aus dem Fundus der Bibliothek: «Das stellt sich für die Kinder immer als besonders wertvoll heraus; sie dürfen das Buch aus der Bibliothek behalten», erzählt Matt.

Ebenfalls zu verschiedenen Posten lädt die Bibliothek Schlieren ein: Die Kinder können dort neben den vorgelesenen Büchern verschiedene Spiele ausprobieren. In Oberengstringen wird, wie bereits im letzten Jahr, der Erzählabend nach dem Räbeliechtliumzug stattfinden. An beiden Orten steht damit das Recht der Kinder auf spannende und schöne Bücher im Vordergrund. Abwechslungsreich wird der Abend in Unterengstringen gestaltet: Als kulturelles Zugpferd spannen die Bibliothek, das Ortsmuseum sowie das Marionettentheater zusammen.
«Wir arbeiten an diversen Anlässen unter dem Jahr gemeinsam und helfen uns aus. Am Freitag erwarten wir rund 43 Kinder», sagt Bibliotheksleiterin Karin Baeriswyl. Die Kinder werden an drei Orten in Erzählungen eintauchen: Im Ortsmuseum sollen Wünsche wahr werden, in der Bibliothek gibt es beträchtlichen Lärm und im Marionettentheater wird eine zum Motto passende Geschichte mit Figuren vorgetragen. Die Kinder spazieren dann in Begleitung von Erwachsenen mit Taschenlampen und Kissen ausgerüstet zum nächsten Posten. Spannend machen es auch weitere Bibliotheken: In Birmensdorf lernen die Kinder Länder kennen, in denen gewisse Kinderbücher verboten sind. Solche, die bei ihnen in der Bibliothek zu finden sind. Zudem wird gebastelt und gespielt. In Urdorf ist das genaue Programm noch ein Geheimnis: Was die Kinder an dieser Erzählnacht umsetzen, soll den Eltern am Ende des Abends vorgeführt werden.

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Autor

Cynthia Mira

Cynthia Mira

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