Wahlen ZH 2018
Auch Heinz Illi will Dietiker Stadtpräsident werden

Mit dem EVP-Stadtrat erweitert sich das Kandidatenfeld bereits auf vier Personen.

Bettina Hamilton-Irvine
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Will politisch den nächsten Schritt machen: EVP-Stadtrat Heinz Illi.

Will politisch den nächsten Schritt machen: EVP-Stadtrat Heinz Illi.

Bettina Hamilton-Irvine

Da waren es schon vier: Mit dem Sicherheitsvorstand Heinz Illi steigt diese Woche ein weiterer Kandidat ins Rennen um das Dietiker Stadtpräsidium. Weil er sich immer weiterentwickeln wolle, sei die Idee entstanden, für das Präsidium zu kandidieren, sagt der EVP-Politiker gegenüber der Limmattaler Zeitung. Am Mittwoch, 25. Oktober, wurde er von der EVP-Parteiversammlung einstimmig nominiert.

Nach zwölf Jahren im Stadtrat sei für ihn der richtige Moment gekommen, um politisch den nächsten Schritt zu nehmen, sagt der 60-Jährige. Und: Er sei hoch motiviert, um sich noch stärker für die Stadt einzusetzen, in der er seit seiner Geburt lebt: «Es liegt mir sehr viel an Dietikon.» Er wolle die Stadt aktiv mitgestalten.

Mehr Kraft in die Quartiere

Was ihn besonders reize an der neuen Aufgabe, sei die Nähe zur Verwaltung, sagt Illi. Die «vielen tollen Leute, die dort arbeiten und sich engagieren», könne man noch mehr in die Verantwortung nehmen: «Wenn man sie motiviert und ihnen noch mehr Kompetenzen gibt, kann man noch viel mehr Kraft freisetzen», ist Illi überzeugt. Daneben freue er sich aber auch darauf, diverse andere Themen anzupacken: Er wolle Dietikon noch sicherer und sauberer machen, den Langsamverkehr fördern, die Erholungsräume stärken und einen besonderen Fokus auf die Schule und die Angebote für Senioren legen, sagt er. Ein ganz besonderes Anliegen sei es ihm zudem, die Quartiere zu stärken, sagt Illi. So dürfe es beispielsweise nicht sein, dass in einer Wohngegend wie dem Altbergquartier, wo er selber seit seiner Kindheit lebt, ein lärmiges Motorradgeschäft bewilligt werde. Denn, so Illi: Fänden die Menschen nicht die nötige Ruhe und Erholung in ihren Quartieren, zögen sie irgendwann weg. «Wir müssen wieder mehr Kraft in die Wohnquartiere geben.» Illi sieht sich zudem als Vermittler, der bei umstrittenen Themen wie der Limmattalbahn Lösungen finden könnte, die für alle passen, wie er sagt. «Ich mag Menschen und will einen Einsatz für mehr Menschlichkeit leisten.»

Mit seinem Arbeitgeber habe er seine Kandidatur bereits abgesprochen, sagt Illi, der schon seit bald 39 Jahren für die Verkehrsbetriebe der Stadt Zürich (VBZ) arbeitet und aktuell als Sicherheitsverantwortlicher im Bereich Prävention tätig ist. Dieser habe seine volle Unterstützung signalisiert und ihm, sollte er gewählt werden, eine einfache Kündigungsabwicklung versprochen.

Ebenfalls abgesprochen ist die Kandidatur mit seiner Frau und seinen vier erwachsenen Töchtern, die alle in Dietikon oder Bergdietikon leben. «Sie sind begeistert», sagt Illi. Seine Töchter hätten ihm bereits versichert, dass sie sein «engstes Wahlkampfkomitee» sein werden. Auch aus dem engsten Umfeld habe er viel Zuspruch erhalten.

«Kein Geplänkel»

Dies, sowie sein gutes Abschneiden bei den letzten Wahlen, habe ihn darin bestärkt, zu kandidieren, sagt Illi. Tatsächlich hatte er vor vier Jahren viele überrascht, als er das drittbeste Resultat von 13 Stadtrats-Kandidierenden erzielte – und das, obwohl ihn die SVP, FDP und CVP aus ihrer bürgerlichen Koalition ausgeschlossen und auf seinen Sitz spekuliert hatten. Auch der Gewerbeverein, aus dem Illi danach austrat, hatte ihm die Unterstützung verweigert. Das alles wurde ihm jedoch nicht zum Verhängnis. Auch jetzt sei er bereit, seinen eigenen Weg zu gehen, sagt er: «Stadtratswahlen sind sowieso Persönlichkeitswahlen.» Er habe nicht vor, sich auf ein Geplänkel einzulassen, sagt Illi, der aber auch anfügt, er freue sich «extrem» auf den Wahlkampf.

Bereits in Position gebracht haben sich als Kandidaten für das Stadtpräsidium der Sozialvorstand Roger Bachmann (SVP), der Gemeinderat Anton Kiwic (SP) und der Schulpfleger Bernhard Schmidt (parteilos). Schon bekannt ist, dass die FDP Bachmann unterstützt. Von den aktuellen Exekutivmitgliedern treten bei der Wahl am 4. März nebst Illi und Bachmann auch Finanzvorstand Rolf Schaeren (CVP) und Infrastrukturvorstand Roger Brunner (SVP) wieder an. Nicht mehr zur Wahl stellen sich Stadtpräsident Otto Müller (FDP), Hochbauvorsteherin Esther Tonini (SP) und Schulvorstand Jean-Pierre Balbiani (SVP). Für die sieben Stadtratssitze bewerben sich bisher elf Kandidaten, alles Männer. Die Frist für Wahlvorschläge läuft am 1. Dezember ab.