Bergdietikon

Auch E-Bikes werden Teil der Ortsplanung

Die steilen Bergdietiker Strassen sollen velofreundlicher werden. Denn für E-Bikes hat auch Bergdietikon Potenzial.

Bergdietikons Bau- und Nutzungsordnung stammt aus dem Jahr 1997. Die neue rückt nun einen Schritt näher.

Sieht man einmal ab von Mountainbikern, die die Herausforderung suchen, sind Velos eher selten zu sehen in Bergdietikon. Für normale Waden ist es vielerorts zu steil. Trotzdem soll das Velowegnetz attraktiver und sicherer gemacht werden. Denn Potenzial für E-Bikes ist vorhanden.

Erste Verbesserungen gibt es an der Bergstrasse: Seit Herbst 2018 wird sie zwischen der Grenze zu Dietikon und dem Volg im Gebiet Bergli saniert und aufgewertet. Für den Rest der Strasse, die täglich von 6500 Fahrzeugen passiert wird, ist derzeit noch nichts geplant. Dabei ist gerade der Teil zwischen Bergli und der Abzweigung Herrenbergstrasse kurvig, schmal und unübersichtlich. «Eine betriebliche und gestalterische Aufwertung ist auch hier erforderlich», heisst es im Entwurf für den neuen Kommunalen Gesamtplan Verkehr. Dieser Plan ist – zusammen mit dem neuen Entwurf für das Räumliche Entwicklungsleitbild – eine der Grundlagen für die neue Bau- und Nutzungsordnung, über die die Gemeindeversammlung voraussichtlich Ende 2021 abstimmt.

Am Mittwoch, 28. August, begann die öffentliche Auflage des Verkehrsplans und des Entwicklungsleitbilds, nachdem es am Dienstag einen Infoabend gab. «Wir wollen zeigen, was wir bisher erarbeitet haben, und wir wollen Ihnen die Gelegenheit geben mitzureden», sagte Gemeinderat Urs Emch (SVP).

Einfacher und sicherer wenden in der Industriestrasse

Einsehbar sind der Verkehrsplan und das Entwicklungsleitbild bis zum 26. September auf der Gemeindeverwaltung. Zudem lassen sich die Dokumente unter bergdietikon.ch/bno herunterladen. Dort gibt es auch ein Formular, mit dem man seine Eingaben machen kann. Von Oktober bis Dezember wird der Gemeinderat die beiden Planungsgrundlagen bereinigen, um sie im Januar zu verabschieden. Für den Mai ist ein Infoabend geplant, mit dem die Mitwirkung am Vorentwurf der Bau- und Nutzungsordnung starten soll. Der Entwurf soll ein Jahr später öffentlich aufliegen.

Neben der Förderung des Veloverkehrs gibt es weitere wichtige Verkehrsthemen. Im Gebiet Industriestrasse ist es das Ziel, prekäre Manöver von Lastwagen künftig zu vermeiden. Diese gibt es, weil den Lastwagen an der Industriestrasse vielerorts passende Wendemöglichkeiten fehlen. Ein Verkehrskonzept Industriestrasse soll dereinst Lösungen aufzeigen. Auch für die Kindhauserstrasse und die zahlreichen Quartierstrassen sieht der Verkehrsplan verschiedene Aufwertungen insbesondere in Bezug auf die Verkehrssicherheit und eine passende Gestaltung vor.

Auch der Fussverkehr nimmt eine wichtige Rolle im Verkehrsplan ein, das Netz soll verbessert werden. So sind an vielen Stellen die Trottoirs einseitig geführt und der Ausbaustandard ist mangelhaft. Als Beispiel dafür nannte Planer David Burkhard von der Firma Metron an der Infoveranstaltung die sogenannten Aargauer Trottoirs: Das sind Strassenränder, die mit gelben Schrägstrichen als Trottoirs gekennzeichnet werden, sie haben beispielsweise keinen Randstein. Auch bei Fusswegen abseits der Strassen gibt es Handlungsbedarf. Mancherorts fehlt die Beleuchtung, was verschiedentlich kritisiert wird.

Was das Räumliche Entwicklungsleitbild anbelangt, gibt es ebenfalls verschiedene Ziele. So soll sich das Arbeitsplatzgebiet entlang der Reppisch, das an das Dietiker Gebiet Reppischhof angrenzt, vermehrt für den Dienstleistungssektor öffnen.

Bestehende Wohnzonen aufzuzonen, ist im Räumlichen Entwicklungsleitbild nicht vorgesehen. Denn Bergdietikon kann noch viele Reserven nutzen, indem beispielsweise Häuser mit Geschosswohnungen gebaut werden, um so einen Generationenwechsel zu ermöglichen. Festgehalten wird im Leitbild auch, dass die Quartiere trotz einer Erneuerung ihren Charakter bewahren sollen. Will heissen: Gärten und ähnliche Gebäudegrössen sollen die Quartiere weiterhin prägen.

Das Gebiet Bergli mit Volg, Tankstelle, Restaurant und Wohnnutzungen biete sich für eine verstärkte Innenentwicklung an, heisst es zudem im Entwicklungsleitbild.

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