Dietikon

Auch die «kleine» Kunst bewegt – Drei Kunst-Handwerker stellen sich vor

Alberto Wanderley fertigt kreative Puppen-Figuren aus den unterschiedlichsten Materialien an.

Alberto Wanderley fertigt kreative Puppen-Figuren aus den unterschiedlichsten Materialien an.

Noch heute sind in der Produktionsstätte des Vereins Theater Dietikon Werke von verschiedenen Schweizer Kunsthandwerkern zu sehen. Wir stellen drei von ihnen vor.

Es müssen nicht immer die grossen Museen mit berühmten Künstlern sein, welche die Menschen berühren. Die Handwerkerausstellung «Kleinundfein» im Raum One ist ein ansprechendes Beispiel dafür, wie auf kleinem Raum grosse Kunst präsentiert wird. Insgesamt stellen acht Schweizer Kunsthandwerker dort ausgewählte Werke vor – mit drei von ihnen haben wir etwas länger gesprochen: 

Kathrin Perler aus Dietikon, die Organisatorin von Kleinundfein: «Ich muss einfach immer etwas Kreatives tun»

Kathrin Perler, die Organisatorin von Kleinundfein

Kathrin Perler, die Organisatorin von Kleinundfein

Kathrin Perler hat schon als Kind mit der Mutter zusammen viel gebastelt. Es war zwar kein Geld vorhanden für teures Material, aber in der Schule wurde sie um die Dinge beneidet, die sie mit wertlosem Material hergestellt hatte.

Wenn sie kreativ arbeiten kann, ist sie zufrieden. Heute stellt sie Schmuck und Gestecke her, bemalt Ostereier und schmückt Karten. Manchmal kommen ihr die Ideen für Neues mitten in der Nacht. Dann muss sie aufstehen und loslegen, denn einschlafen kann sie vorher nicht mehr.

Für Neues ist sie sofort Feuer und Flamme und oft macht sie sich bereits an das nächste Projekt, bevor sie mir dem vorherigen so richtig fertig ist.

Zu Hause hat Kathrin Perler ein riesiges Materiallager und trotzdem fehlt ihr immer etwas, denn sie nimmt es sehr genau. «Ich bin eine Tüpflischisserin», sagt sie von sich selber.

Die Idee mit der Ausstellung kam ihr, als sie hörte, dass der Raum One auch gemietet werden kann. Bereits vor einem Jahr hat sie die Kunsthandwerker/-innen angefragt, denn gute Leute seien bereits früh ausgebucht. «Einfach machen – das ist mein Leben».

Alberto Wanderley aus Unterengstringen, Figurentheater Federflug: Seine Liebe gilt den Puppenfiguren

Alberto Wanderley vom Figurentheater Federflug

Alberto Wanderley vom Figurentheater Federflug

Als Alberto Wanderley mit 14 einen Beruf wählen musste, wäre er am liebsten Comic-Zeichner geworden. Sein Onkel aber wollte, dass er etwas «Richtiges» lernt und so wurde er eben Optiker.

Heute verdient er sein Leben als Sozialpädagoge. Seine Liebe aber gilt den Puppenfiguren, die er seit über 30 Jahren selber herstellt. Nebenberuflich ist er als Puppenspieler unterwegs und hat eine Ausbildung als Puppenspiel-Therapeut absolviert.

Begonnen hatte alles mit den klassischen Schweizer Kasperlifiguren aus Schubi-Mehl. Heute hat er sich weit davon entfernt und experimentiert mit den unterschiedlichsten Materialien, auch mit Schaumstoff oder Recycling-Material.

Es stellt Figuren ganz ohne Farbe her, aus weissen PETflaschen zum Beispiel. Der Fantasie des Betrachters ist es dann überlassen, sie mit Farbe und Leben zu füllen.

«Wenn ich für Kinder oder Erwachsene ein Projekt auf die Bühne bringen kann oder ganz für mich allein eine Figur schaffe, die vielleicht gar nie auf die Bühne kommt, dann geht es mir dabei unheimlich gut.»

Lisbeth Hebeisen aus Zürich, fertigt Figuren: Im Herbst sind es vor allem Engel

Lisbeth Hebeisen, Figuren

Lisbeth Hebeisen, Figuren

Manchmal denkt Lisbeth Hebeisen, dass sie sicher nichts mehr verkaufen wird, denn ihre Stammkunden besitzen bereits so viele Figuren von ihr. Aber die Nachfrage ist ungebrochen. «Es läuft immer noch super», sagt Lisbeth Hebeisen und klingt fast etwas erstaunt.

Ihre Kunden stammen von überall her, sogar aus dem Fürstentum Liechtenstein. Die Ideen für ihre kleinen Gestalten, die sie aus Draht, Papier, Stoff und Modelliermasse ganz von Hand herstellt, kommen ihr oft, wenn sie auf der Strasse oder in der Natur etwas sieht.

Oder sie entstehen aus ihrer Fantasie. Dann werden aus den Ideen kleine Figuren, die an Ästen baumeln oder auf Mobiles sitzen. Das können Menschen sein oder auch Tiere.

Im Frühling stehen Hühner, Frösche oder Vögel auf dem Programm, im Herbst vor allem Engel. Begonnen hat alles vor 30 Jahren mit Kasperle-Figuren, die sie für ihre Kinder hergestellt hat.

Nicht von allen Figuren kann sie sich sofort trennen, aber irgendwann muss wieder Platz sein für Neues. Dann geht sie mit ihren Figürchen an Weihnachtsmärkte und Ausstellungen.

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