Die Hilferufe der Eingeschlossenen waren nicht zu überhören. Die Menschen wollten aus den verrauchten Räumlichkeiten der mittlerweile stillgelegten Bäuerinnenschule im Kloster Fahr befreit werden, in denen sie festsassen. Im Rahmen einer gross angelegten Übung der Feuerwehren von Unterengstringen, Oberengstringen und Weiningen mussten alle Beteiligten bei Dauerregen ihr ganzes Können aufbringen.

Eine in Brand geratene Waschmaschine im Untergeschoss hüllte den ganzen Gebäudekomplex in dichten Rauch. So dicht, dass man die eigene Hand vor Augen nicht mehr erkennen konnte. «So könnte es tatsächlich in einem echten Brandfall aussehen», meinte ein Feuerwehrmann, der als Zuschauer die Szenerie verfolgte. Nebst den Aktiven wurde auch der Nachwuchs in die Übung integriert. Denn eines Tages werden diese «Rookies» für die Sicherheit im Kloster Fahr besorgt sein.

Zahlreiche Schadenplätze

Einsatzleiter Ralph Pfister von der Feuerwehr Unterengstringen stand vor einer kniffligen Aufgabe, der weiträumige Schadenplatz erforderte grosses Geschick punkto Organisation. An der einen Ecke liess er eine Auszugsleiter aufbauen, gegenüber drangen die Retter unter Atemschutz in die oberen Etagen vor, um die eingeschlossenen Menschen zu retten und vor Schaden zu bewahren. Dank dem Einsatz der Autodrehleiter gelang es, die Geretteten schnell in Sicherheit zu bringen. Nur eine Person musste an den in die Übung integrierten Samariterverein Engstringen zur Weiterbetreuung übergeben werden.

«Wichtig war, die vielen Rückmeldungen zeitnahe zu verarbeiten», meinte ein zufriedener Einsatzleiter Pfister. Die Instruktoren der Gebäudeversicherung Zürich, Hans Peter Schmid und Sandra Riedi, zeigten sich ob der engagierten Leistung beeindruckt: «Alle im Einsatz stehenden Fahrzeuge wurden sinnvoll platziert. Da und dort muss die eigene Sicherheit noch optimiert werden», lautete das positive Fazit. Denn das Pflichtenheft von Bezirksstatthalter Adrian Leimgrübler sieht vor, dass alle drei Jahre die lokalen Feuerwehren auf Herz und Nieren getestet werden. Diesmal wurden nun jene von Unter- und Oberengstringen ins Visier genommen. «Ich bin beeindruckt vom grossen Einsatz bei diesem spannenden Szenario. Es hat alles einwandfrei geklappt», so Leimgrübler.

Dankbar für die Sicherheit

In Abwesenheit von Priorin Irene bedankte sich Schwester Beatrice bei den Feuerwehrangehörigen in der Hoffnung, dass aus einer solchen Übung nie ein Ernstfall wird. Vor den Augen der zuständigen Sicherheitsvorstände, im Beisein von Unterengstringens Gemeindepräsident Peter Trombik und vielen Vertretern anderer umliegenden Feuerwehren, wurde den Zuschauern ein besonderes Spektakel geboten, welches die Stärken der Feuerwehren bestätigte. Treffend fasste es Unterengstringens Wehrvorstand Rolf Stucki zusammen: «Wir haben eine sehr gute Basis aller beteiligten Feuerwehren erlebt.»