Unterengstringen
Auch dank intensiver Gespräche: Traglufthalle darf gebaut werden – die Winterpause am Chriesihoger entfällt

Der Tennis- und Padelclub Unterengstringen errichtet im Oktober eine Traglufthalle über zwei Plätze. Diese werden zudem erneuert.

Florian Schmitz
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So wird die Traglufthalle am Chriesihoger ab Oktober aussehen.

So wird die Traglufthalle am Chriesihoger ab Oktober aussehen.

Bildmontage: zvg

«In den letzten Jahren haben wir viel ins Padel investiert. Jetzt wollen wir beim Tennis wieder Vorwärtsmachen», sagt Alain Cornuz, Präsident des Tennis- und Padelclub Unterengstringen (TPUE). Ab Mitte August wird im Club am Chriesihoger eine Traglufthalle errichtet, die über die beiden vorderen Plätze beim Restaurant gespannt wird. Wenn die Freiluftsaison im Herbst zu Ende geht, soll die Halle parat sein, damit der Tennisbetrieb nahtlos weiterlaufen kann. Künftig soll sie jeweils von Anfang Oktober bis in den April Wintertennis in Unterengstringen ermöglichen.

Das gesamte Projekt kostet etwa eine halbe Million Franken. Rund 60 Prozent der Kosten sind vorgesehen für den Ballon und die dafür nötigen Umgebungsarbeiten. Mit dem restlichen Geld werden die beiden Courts erneuert und zu Allwetter-Plätzen umgebaut. Weil der Club mittlerweile 39 Jahre alt ist und die Plätze nie komplett neu gemacht wurden, sei die Zeit reif gewesen, sagt Cornuz. Die Allwetter-Plätze sollen optisch und vom Spielgefühl her nah an Sandcourts herankommen. Sie sind jedoch weniger regenanfällig, trocknen viel schneller und bleiben über die ganze Saison konstanter als Sandplätze.

Alain Cornuz

Alain Cornuz

Barbara Scherer

Das Budget bestehe zur Hälfte aus Darlehen von Vereinsmitgliedern, sagt Projekt­leiter Urs Scheurer. Knapp 20 Mitglieder hätten Geld in das Projekt investiert. «Das war matchentscheidend», ergänzt Cornuz. Rund 20 Prozent subventioniert der Zürcher Kantonalverband für Sport und die restlichen 30 Prozent deckt der Verein mit einer aufgenommenen Hypothek ab.

Mitglieder sagten Anfang März einstimmig Ja

Vergangenen Oktober übernahm er die Leitung des Projekts «Winterluft». Im November besuchte das Projektteam andere Clubs, um die zwei in Frage kommenden Hallentypen zu vergleichen. Die Unterengstringer entschieden sich für eine Lösung, bei der die Gebläseluft die helle, mehrschichtige Hülle in ein darüber liegendes Stahldrahtseil drückt. Die daraus resultierende Wabenstruktur der Halle sei gut für die Akustik, sagt Scheurer. Aber ausschlaggebend sei das nach Meinung des Projektteams bessere Preis-Leistungs-­Verhältnis gewesen.

Für den Baugesuchsprozess habe man einen Bauplaner zur fachlichen Unterstützung beigezogen. Denn es sei sehr aufwendig gewesen, alle Vor­gaben erfüllen und die ­nötigen Nachweise liefern zu können – von der Energie über den Lärm bis hin zur Heizung. Anfang März sprachen sich die über 50 teil­nehmenden Mitglieder an einer ausserordentlichen Generalversammlung einstimmig für das Projekt aus.

Intensive Gespräche mit Anwohnern

Seit kurzem ist die Baubewilligung für das Projekt rechtskräftig. Der Weg dorthin war kein einfacher: Die Bedenken, das Gebläse der Traglufthalle könnte zu laut sein, sorgte im im nahen Wohnquartier für Unbehagen. In Richtung Siedlungsgebiet wird deshalb nun eine Schallschutzwand gebaut. Und vor Inbetriebnahme werden die vorgeschriebenen Lärmmessungen durchgeführt, um nachzuweisen, dass alle gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden. «Wir sind proaktiv auf die Anwohner zugegangen und haben viele intensive Gespräche geführt», sagt Cornuz. Umso glücklicher ist er, dass die Planung nun abgeschlossen ist und endlich gebaut werden kann. «Das wertet den Club enorm auf», ergänzt er.

Die Halle kann künftig über das Online-Reservationssystem GotCourts frei gebucht werden. Weil das System über eine Schnittstelle mit der Gebläsesteuerung für die Halle verbunden ist, wird der Ballon zum Energiesparen nur voll hochgefahren, wenn die Plätze genutzt werden. Beim Festlegen der Tarifstruktur habe man sich an anderen regionalen Tennisclubs mit Traglufthalle orientiert, sagt Scheurer. Clubmitglieder erhalten einen Rabatt.