Limmattal

Auch Cargo-Branche wehrt sich gegen Gateway Limmattal

Nun wehrt sich auch die Verlade-Industrie beim Bund gegen das SBB-Projekt «Gateway Limmattal».

Nun wehrt sich auch die Verlade-Industrie beim Bund gegen das SBB-Projekt «Gateway Limmattal».

Nach den betroffenen Gemeinden und politischen Parteien wehrt sich nun auch die Verlade-Industrie beim Bund gegen das SBB-Projekt «Gateway Limmattal». Damit wehren sich ausgerechnet jene, die den Güterterminal dereinst benutzen würden.

Wie die «NZZ am Sonntag» schreibt, warnt die Branche unter der Anführung des Verbands Swiss Shipper’s Council davor, dass Mittel des Bundes und der Steuerzahler ineffizient eingesetzt würden. Man bezweifle, dass es überhaupt neue Terminals brauche. Weiter wird der Standort kritisiert: Wenn schon investiert werde, dann seien die Mittel auf das zweite Bauprojekt von SBB Cargo zu konzentrieren, das Terminal am Basler Rheinhafen, wo Schifffahrt, Schiene und Strasse am Tor zur Schweiz zusammenlaufen. Es sei ineffizient, die Container zuerst von Basel ins Limmattal zu transportieren und von dort, je nach Abnehmer, wieder zurück Richtung Mittelland oder Westschweiz. Die Planung des 170-Millionen-Projekts solle deshalb «sofort eingestellt werden».

Betriebskonzept infrage gestellt

Insbesondere zweifelt die Cargo-Branche aber am Betriebskonzept; die SBB Cargo verspricht, dass 80 Prozent der am Gateway ankommenden Güter auf der Schiene weitertransportiert werden können. Die SBB könnten auf dem stetig ausgedünnten Schienennetz gar nicht genügend konkurrenzfähige Angebote machen, um diese Aufteilung zu erreichen.

Laut «NZZaS» lässt SBB Cargo diese Vorwürfe nicht gelten. Sie rechnet damit, dass sich der kombinierte Güterverkehr bis 2030 verdoppeln werde. Auch den Standort verteidigt die SBB Cargo: Das Limmattal sei heute schon das Herzstück des Wagenladungsverkehrs. Ausserdem solle der Gateway dazu beitragen, dass der Güterverkehr auf der Schiene wieder konkurrenzfähiger werde.

Das Bundesamt für Verkehr hat die Akteure zu einer ausserordentlichen «Terminalkonferenz» geladen. Dort will das Amt die Kritik am Gateway mit allen Akteuren prüfen und erörtern, wo es in der Schweiz wie viele Terminals braucht. (ksc)

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