Freizeit
Auch aus den Nachbarkantonen strömen Biker in den Urdorfer Park

Noch vor zwei Jahren kämpfte der Bikepark um seine Existenz. Heute erstrahlt er in neuem Glanz.

Aline Ilk
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Die Wippe im Urdorfer Bikepark ist kein Problem für den jungen Biker. AIK

Die Wippe im Urdorfer Bikepark ist kein Problem für den jungen Biker. AIK

Aline Ilk

Schon auf den ersten paar Meter fahren Kinder mit ihren Mountainbikes im schnellen Tempo vorbei. Auf den schmalen Wegen im Bikepark Urdorf passieren sie hintereinander verschiedene Hindernisse. Voller Stolz zeigen sie, was sie können. Über die Schanzen fahren sie noch ein bisschen vorsichtig, aber über Brücken und Wippen flitzen sie schon wie Profis.

In den Bikepark gelangt man über eine kleine Brücke am Eingang, der in einem Waldstück neben der Autobahnausfahrt Urdorf Süd liegt. Der 900 Meter lange Rundkurs des Parks hat verschiedene Schwierigkeitsstufen. Wie auf Skipisten gibt es blaue, rote und schwarze Pisten. Ein erfahrener Mountainbiker nimmt die schwarze Piste und ein Anfänger fährt vorsichtig die blaue.

Neuer Technikpark

Der rund zehn Jahre alte Bikepark kämpfte noch vor zwei Jahren gegen «wahnsinnige Probleme», wie die Verantwortlichen damals sagten. Vor allem finanziell stand es nicht gut.

Heute geht es dem Park wieder bestens. Er wird von einem Verein getragen, der von Mitgliederbeiträgen und Gemeindegeldern finanziert und von freiwilligen Helfern betrieben wird. Neu steht Hobby-Bikern sogar noch ein neuer Technikpark zur Verfügung. Vor rund einer Woche haben die Vereins- und Vorstandsmitglieder des Bikeparks Urdorf diesen eröffnet. Nun können dort Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene, ihre Fähigkeiten beweisen. Schmale Stege erfordern eine präzise Fahrt, damit man nicht plötzlich das Gleichgewicht verliert. Und im Slalom muss man sein Lenkrad gut unter Kontrolle haben, damit man nicht in den nächsten Pfosten fährt.

Jeden Montagabend leitet Roger Hügli, Präsident des Vereins Bikepark Urdorf, einen Fahrkurs für Kinder und Jugendliche, indem er ihnen verschiedene Techniken und Tricks beibringt. In den Kurs kommen jeweils 30 bis 40 Schüler. Fritz Hügli, pensionierter Helfer und Vater vom Vereinspräsidenten Roger Hügli, sagt: «Sogar Biker vom Kanton Schwyz und Aargau machen den weiten Weg zu uns.» Auch Schulklassen kämen ab und zu vorbei.

Der Verein Bikepark Urdorf zählt insgesamt 30 Mitglieder. Dazu halfen früher viele Pensionierte, den Park zu unterhalten. Heute sind es noch drei, darunter der 70-jährige Fritz Hügli. «Wir arbeiten sehr gerne im Park, würden uns aber über einige Helfer mehr sehr freuen», sagt er. Die drei Männer kommen aber gut voran: «Wir machen laufend etwas, so haben wir nie zu viele Aufgaben auf einmal», so Fritz Hügli.

Ein Kontrollgang pro Woche

Da der Park auch im Winter geöffnet ist, müssen die fleissigen Senioren das ganze Jahr den Park in Bestform halten. Einmal pro Woche macht Fritz Hügli einen Kontrollgang durch den Park. Wenn er durch den Park läuft, sieht er immer wieder einen zu langen Ast, den er abknickt oder einen grossen Stein, den er auf die Seite legt. Auch eine Feuerstelle gibt es in der Mitte vom Park. Diese bietet die Möglichkeit, nach dem Sport gemütlich eine Wurst zu bräteln. Laut Fritz Hügli gibt es aber auch Jugendliche, die an Wochenenden ihre Abende dort verbringen und Bierflaschen und andere Abfälle hinterlassen.