Schlieren
Asylunterkunft in Schlieren soll beim Werkhof entstehen

Der Standort der Unterkunft steht fest – Ende August will die Stadt dem Parlament die Kreditvorlage unterbreiten. Es handelt sich um das Werkhofareal an der Bernstrasse 72. Die Unterkunft mit 50 Betten sei ideal, meint die Liegenschaftsvorsteherin.

Florian Niedermann
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Im Werkhof soll eine Asylunterkunft mit 50 Betten entstehen. Damit kann die Stadt ihr Kontingent von 85 Asylbewerbenden besser erfüllen. fni

Im Werkhof soll eine Asylunterkunft mit 50 Betten entstehen. Damit kann die Stadt ihr Kontingent von 85 Asylbewerbenden besser erfüllen. fni

Florian Niedermann

Folgegeschäft: Der Schlieremer Werkhof wird optmiert

Der Werkhof soll im Zusammenhang mit dem Bau der Asylunterkunft optimiert werden. Der Stadtrat bewilligte einen Kredit über 85 000 Franken für die Machbarkeitsstudie und das Vorprojekt. Im Budget 2013 sind für die gesamte Projektierung 200 000 Franken vorgesehen. Die Abteilung Finanzen und Liegenschaften leitet nun die Planungsarbeit ein. Im Zusammenhang mit dem Bau der Asylunterkunft müssen zunächst Schnittstellen wie Zufahrten, die Umzäunung des Neubaus, die Vorplatzgestaltung und die Erschliessung der beiden Betriebe geregelt werden. Dazu kommen Erweiterungen und Optimierungen, die nur den Werkhof betreffen. Als der neue Werkhof 2003 bezogen wurde, blieb der westliche Teil des Areals im alten Zustand. Das zehnjährige Werkhofgebäude und die öffentliche Sammelstelle werden deshalb nun umstrukturiert und erweitert. Den Anlass für diese baulichen Massnahmen bildet das starke Bevölkerungswachstum in der Stadt, wie der Stadtrat mitteilt.

Der Standort des Ersatzbaus für die in die Jahre gekommene Schlieremer Asylunterkunft an der Wiesenstrasse ist gefunden: Der Stadtrat beschloss, dass im westlichen Teil des Werkhofareals an der Bernstrasse 72 eine Unterkunft mit 50 Betten entstehen soll. «Der Standort ist ideal», sagt Liegenschaftsvorsteherin Manuela Stiefel (FDP).

Seine periphere Lage und der Fakt, dass die Parzelle sowohl zonenkonform als auch im Eigentum der Stadt ist, hätten den Ausschlag für die Wahl gegeben. Der Entscheid für das Grundstück stehe auch im Zeichen der Verdichtung städtischer Nutzungen, so Stiefel.

Am Ende entscheidet das Volk

Mit dem Beschluss hat die vom Stadtrat im August 2011 einberufene Planungskommission ihre Arbeit bald erledigt: Neben der Klärung der baurechtlichen Situation ist sie auch für die Grundrissgestaltung des Gebäudes und die Standortwahl zuständig. Die Planungsarbeit betreffend Nutzung und Dimensionen der Unterkunft ist bereits erfolgt.

Nun muss die Kommission eine Vorlage mit Bauprojekt und Kreditantrag zuhanden des Stadtrates erstellen. Stimmt dieser dem Gesamtprojekt zu, wird das Parlament ab Ende August über einen Kredit entscheiden können, der, zumal er laut Stiefel über 2 Millionen Franken betragen wird, auch vor das Volk kommt.

35 verbleiben in Wohnungen

Bisher brachte die Stadt ihr vom Kanton zugewiesenes Kontingent an Asylbewerbern in einer Unterkunft mit 25 Betten sowie eingemieteten Wohnungen auf Stadtgebiet unter. Gemäss dem schweizerischen Verteilschlüssel, nach dem eine Gemeinde einen Asylbewerber-Anteil von 0,5 Prozent der Wohnbevölkerung aufzunehmen hat, muss Schlieren
85 Personen eine Unterkunft bieten. Da die bestehende Unterkunft an der Wiesenstrasse am Ende ihrer Lebenszeit angekommen ist, musste die Stadt Ersatz schaffen.

«Wir entschieden uns für eine Unterkunft mit 50 Betten, weil diese Grösse betrieblich optimal ist», sagt Stiefel. Dieser Ansicht sei auch die Asylorganisation AOZ, die in der Planungskommission vertreten und mit der Betreuung der Schlieremer Asylsuchenden betraut ist. «Erfahrungsgemäss ist diese Grösse übersichtlich und gut zu handhaben», so Stiefel. Die restlichen 35 Personen werde man weiterhin in Mietwohnungen einquartieren.

Den Standort der Asylunterkunft wählte die Stadt mit Bedacht. «Wir sind uns der Brisanz eines solchen Standorts bewusst. Deshalb wählten wir ein Grundstück, von dem wir überzeugt sind, dass es nicht polarisiert», so Stiefel. Nachdem die Wahl auf die Parzelle beim Werkhof fiel, folgten langwierige Abklärungen im Zusammenhang mit dem Bauprojekt. So musste das ursprüngliche Bauprojekt etwa abgeändert werden, weil die Waldabstandslinien nicht hätten eingehalten werden können.

Weiter musste der Kanton eine Emissionsabklärung durchführen, weil die Asylunterkunft in unmittelbarer Nähe zu einer Unterstation der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich stehen wird. Und schliesslich stellte sich im Verlauf der Abklärungen heraus, dass für die Erschliessung der Parzelle ein zusätzlicher Fussgängerstreifen und ein Fussweg an der Bernstrasse nötig sind. Da der Kanton ohnehin vorhabe, die Hallerkreuzung auszubauen, werde er auch die Planung dieser Querungen übernehmen, sagt Stiefel.

Werkhof verlangt Optimierungen

Das in die Planung involvierte Ressort Werke, Versorgung und Anlagen unter Stadtrat Christian Meier (SVP) stimmte dem Standort beim Werkhof zu. Es wünschte jedoch, dass mit dem Bau der Asylunterkunft auch bauliche Optimierungen an der Infrastruktur des Werkhofs erfolgen (siehe Box). Diese wären aber auch ohne Asylunterkunft nötig geworden.

Grundsätzlich stehen die Mitarbeiter des Werkhofs dem Vorhaben der Stadt positiv gegenüber, wie Stiefel erklärt. Wählte die Stadt den Standort auch, weil sie sich von der Nähe zum Werkhof eine gewisse soziale Kontrolle erhofft? «Nein», sagt Stiefel, «das kann nicht Aufgabe der Mitarbeiter auf dem Werkhof sein.» Natürlich lebe man nicht aneinander vorbei. «Aber betrieblich wird man sich nicht in die Quere kommen.» Die geplante Umzäunung der Unterkunft diene lediglich als sichtb