Urdorf

Asylsuchende stehen in Urdorf künftig unter stärkerer Kontrolle

Polizei, Behörden und Betreuer ergreifen Massnahmen, um Vorfälle mit Asylsuchenden aus der Notunterkunft in Urdorf in Zukunft zu verhindern.

Polizei, Behörden und Betreuer ergreifen Massnahmen, um Vorfälle mit Asylsuchenden aus der Notunterkunft in Urdorf in Zukunft zu verhindern.

Diebstähle, sexuelle Belästigungen und schliesslich die Tötung des Schafsbocks «Kurti»: Negative Vorfälle mit Asylbewerbern aus der Notunterkunft «Bergermoos» häuften sich in letzter Zeit. Nun intervenierte die Gemeinde beim Kanton – mit Erfolg.

Diebstähle, sexuelle Belästigungen und schliesslich die Tötung des Schafbocks «Kurti» auf der Weide seines Besitzers: Negative Vorfälle mit Asylbewerbern aus der kantonalen Notunterkunft «Bergermoos» in Urdorf häuften sich in letzter Zeit. Nun intervenierte die Gemeinde beim Kanton - mit Erfolg. Vertreter der Kantonspolizei, des kantonalen Sozialamtes und des Betreuungsdienstleisters ORS Services AG trafen sich mit Gemeindevertretern, um Massnahmen zu besprechen, die zur Sicherheit der Bevölkerung und des lokalen Gewerbes beitragen sollen.

Kommunikation verbessern

Als erste konkrete Massnahme erklärte sich die Kantonspolizei bereit, ihre Patrouillentätigkeit «im Rahmen ihrer Möglichkeiten» zu verstärken, wie die Gemeinde mitteilt. Ausserdem werde die Kommunikation zwischen Behörden und der Kantonspolizei Zürich verstärkt. «Wenn wir etwa hören, dass sich die Einwohner an bestimmten Orten nicht mehr sicher fühlen, werden wir die Polizei beiziehen», sagt Martin Büchi, der Bereichsleiter Verwaltung, Sicherheit und Gesundheit in Urdorf , auf Anfrage. Es handle sich dabei um strategische Einsätze. Falls jemand hingegen konkrete strafbare Handlungen beobachte, sei weiterhin der Polizeinotruf 117 zuständig. Die Kommunikation mit der Kantonspolizei habe bis anhin gut funktioniert, erklärt Büchi. «Wir werden nun aber wohl häufiger im direkten Kontakt stehen.»

Neben der kantonalen wird auch die kommunale Polizei ihre Präsenz in Urdorf verstärken. Die Einsätze würden sich auf die neuralgischen Punkte beschränken, sagt Büchi. «Diese können zwar wechseln, aber tendenziell handelt es sich um Orte, an denen sich viele Leute aufhalten - so etwa im Zentrum oder auf den Sportanlagen.» Durch die vermehrten Patrouillen sollen Delikte wie Taschendiebstähle verhindert werden.

ORS kontrolliert konsequent

Eine weitere Sicherheitsmassnahme besteht darin, dass das kantonale Sozialamt und die ORS die Asylbewerber in der Notunterkunft konsequent kontrollieren. Personen, die nicht dieser Notunterkunft zugewiesen sind, werden weggewiesen, so die Mitteilung der Behörden. Doch wie trägt das zur Sicherheit in der Gemeinde bei? Büchi: «Wir wollen wissen, mit wem wir es in Urdorf zu tun haben. Die Namen der nicht hier untergebrachten Asylsuchenden kennen wir nicht.» Es solle in der Unterkunft kein Ort entstehen, in dem ein- und ausgehe, wer wolle, sagt Büchi.

Schliesslich sicherten die ORS und das Sozialamt der Gemeinde zu, dass Asylbewerber, die sich etwas zuschulden kommen lassen, künftig umgehend in ein anderes Asylzentrum verlegt würden.

Probleme sollen nachhaltig gelöst werden

Schiebt man damit das Problem nicht einfach an eine andere Gemeinde ab? Ruedi Hofstetter vom kantonalen Sozialamt verneint: «Wenn es sich um interne Probleme der Gruppe der Bewohner handelt, löst sich das bei einer Verlegung meist von selbst.» Wenn es um Vorfälle im Zusammenhang mit der lokalen Bevölkerung gehe, würde man erst das Gespräch mit dem betreffenden Asylbewerber suchen. Bei wiederholten Problemen habe man Asylsuchenden auch schon in andere Gemeinden verlegt. «Dabei arbeiteten wir immer eng mit der Polizei zusammen, um zu verhindern, dass es in der neuen Gemeinde wieder zu Vorfällen kommt», so Hofstetter.
Die beiden Asylbewerber, die Mitte November den Schafbock «Kurti» von Landwirt Thomas Grobs Weide gestohlen und geschlachtet haben werden nicht mehr in der Urdorfer Notunterkunft untergebracht, wie der Gemeinderat bestätigt.

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