Die Gemeinde Birmensdorf ist gemäss kantonalen Richtlinien verpflichtet, ein Kontingent an Asylsuchenden im Umfang von 0,5 Prozent der Wohnbevölkerung aufzunehmen, was 29 Personen entspricht. Der Kanton hat bereits letztes Jahr den Druck auf die Gemeinde erhöht, die bisher nur neun Asylsuchende beherbergt hat. Im Zusammenhang mit der Situation in Nordafrika und den Flüchtlingsströmen Richtung Europa hat sich die Situation nun noch mehr zugespitzt. Gemeinden, welche nicht genügend Asylbewerber aufgenommen haben, werden in Kürze vom Kanton zusätzliche Personen zugeteilt bekommen.

Aus diesem Grund hat sich der Birmensdorfer Gemeinderat entschieden, an der Schürenstrasse/Reppischtalstrasse eine «Container-Lösung» aufzustellen, wie er schreibt. Gegen den Standort wehrte sich der Quartierverein Reppisch bereits letztes Jahr entschieden. Er sei gänzlich ungeeignet, meinte der Präsident des damals gegründeten Quartiervereins, Hans Peter Zürcher, damals. Sozialvorsteherin Annegret Grossen betonte hingegen: «Es ist der idealste Standort.» Da sich die Suche nach Unterkunftsmöglichkeiten in bestehenden Bauten oder Mietwohnungen als schwierig gestaltete, sah sich der Gemeinderat gezwungen, an der Container-Lösung festzuhalten.

Diese wird nun voraussichtlich ab Ende Mai umgesetzt werden. Die entsprechenden Aufträge für die Arbeiten wurden bereits vergeben. Der Gemeinderat rechnet damit, dass die Container Mitte Juli bezugsbereit sind.

«Die Geschichte ist gegessen»

Der Präsident des Quartiervereins Reppisch, der im Juli 2010 noch betonte, man werde den Standort mit allen möglichen Mitteln und grösster Entschlossenheit bekämpfen, nimmt die jüngsten Entwicklungen erstaunlich gelassen hin. «Wir haben unsere Möglichkeiten ausgeschöpft und wir haben verloren», sagt er. «Das muss man akzeptieren.» Ursprünglich habe man noch vorgehabt, den Widerstand weiterzuziehen, so Zürcher. Doch eine Prüfung der Urteilschrift des Baurekursgerichts habe ergeben, dass dies keinen Sinn mache. «Nun blicken wir positiv nach vorne und machen das Beste aus der Situation.»

Der Gemeinderat, so Zürcher, habe versprochen, die Situation «so erträglich und angenehm» wie möglich zu gestalten. «Er hat uns signalisiert, dass wir auf seine Unterstützung zählen können und wir sind bereit, diese anzunehmen», sagt Zürcher. Er betont, man habe «absolut» das Gefühl, dass man mit dem Gemeinderat konstruktiv zusammenarbeiten könne.

Wenn man auch nicht ganz glücklich sei mit der Situation und eine gewisse «Basisfrustration» da sei, so habe das Ganze doch keine Verbitterung hinterlassen, so Zürcher. «Das bringt nichts. Die Geschichte ist gegessen.»