Exoten-Bekämpfung
Asiatische Buschmücke treibt im Limmattal ihr Unwesen: «Sie kann sehr unangenehm sein»

Die Bevölkerung ist aufgerufen, im Kampf gegen das Insekt zu helfen, das im Kanton Zürich besonders verbreitet ist. Im Limmattal überwacht der Kanton die Mücke jetzt ganz genau.

Jefimija Djukic
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Die asiatische Buschmücke sticht auch am Tag, und ihre Stiche sind sehr schmerzhaft.

Die asiatische Buschmücke sticht auch am Tag, und ihre Stiche sind sehr schmerzhaft.

Zur Verfügung gestellt

Sommerliche Temperaturen behagen nicht nur den Menschen – auch die Stechmücken werden wieder aktiv. Doch dieses Jahr treibt nicht nur die einheimische gemeine Hausmücke ihr Unwesen. Forscher weisen immer häufiger exotische Stechmücken nach, wie beispielsweise die asiatische Busch- und die Tigermücke. Diese beiden Mückenarten, die ursprünglich nicht bei uns heimisch sind, haben sich in den letzten Jahren in der Schweiz ausgebreitet. Während sich die Tigermücke bisher nur im Tessin etablieren konnte, ist die asiatische Buschmücke im Kanton Zürich bereits stark verbreitet.

Die asiatische Buschmücke stammt aus Japan, Korea und Südchina. Sie ist bei uns heute gemäss Experten sogar häufiger anzutreffen als die heimische gemeine Stechmücke und sieht ihr zudem sehr ähnlich. Sie ist aber meist grösser und hat auffällig helle Streifen am Körper und an den Beinen. In der Schweiz wurde sie erstmals 2008 im Kanton Aargau nachgewiesen. «Heute ist sie in der ganzen Nordostschweiz verbreitet, besonders in den Kantonen Zürich und Aargau – und sie breitet sich weiter aus», sagt Wolfgang Bollack, Mediensprecher der Baudirektion Kanton Zürich.

Dietikon ist Teil eines Pilotprojekts

Dieses Jahr wird die Buschmücke in drei Zürcher Gemeinden, darunter Dietikon, beobachtet. In den Sommermonaten werden neben der Überwachung mit Fallen die Brutstätten der Mücken untersucht. In Gärten werden mehrmals die Brutstätten gezählt und Larven zur Bestimmung eingesammelt. So will das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) herausfinden, wie stark die ausgewählten Gemeinden von der Buschmücke betroffen sind. Auch in Schlieren werden Beobachtungen durchgeführt. In Dietikon werden die Buschmücken aber nicht nur überwacht: Die Bevölkerung wird auch dazu aufgerufen, mitzuhelfen, um die Verbreitung der Mücke einzudämmen.

Was man gegen die Mücke tun kann

- Keine mit Wasser gefüllten Gefässe auf dem Balkon oder im Garten stehen lassen.

- Untersetzer, Kinderplanschbecken, Vogelbäder und so weiter mindestens einmal pro Woche leeren.

- Regenwassertonnen mit Deckel dicht verschliessen und nur bei Regen öffnen.

- Dachrinnen auf Verstopfung kontrollieren.

Die asiatische Buschmücke wurde über die internationalen Transportwege in die Schweiz eingeschleppt. «Vermutlich über den Warenhandel», sagt Bollack. Ihre ausserordentliche hohe Flexibilität in der Auswahl der Brutstätten trage ausserdem dazu bei, dass sie sich sehr schnell verbreiten könne.

Sie legt Eier in Giesskannen

Stehende Gewässer sind für Buschmücken die ideale Brutstätte. Sie legt ihre Eier häufig in kleine Wasseransammlungen in Astlöcher und Baumhöhlen oder auch in künstliche Wasserbehälter wie Blumenvasen, Giesskannen, Untersätze von Blumentöpfen, Regenwassertonnen, Kinderbadebecken, Vogelbäder oder Autoreifen. Die Eier sind so klein, dass sie von Auge nur schwer zu erkennen sind. Ausserdem sind die Eier der Buschmücke extrem resistent: Sie können mehrere Monate in trockenen und kalten Verhältnissen überleben. Und die ersten Larven schlüpfen sehr früh, bereits ab Mitte Januar.

Auch die Stadtgärtnerei Dietikon versucht, die Vermehrung dieser Larven vorzubeugen. «Wir verstreuen Granulat, wo es notwendig ist», sagt Stadtgärtner Sefedin Spahija. Das Granulat dient als Bakterienstoff für die Larven. Nach dem Frass entwickelt sich im Mückendarm ein Giftstoff. Dieser zerstört den Darm der Larven und sie sterben nach ein paar Stunden.

«Nicht gefährlich, aber sehr unangenehm»

Obwohl man noch nicht viel über die asiatische Buschmücke weiss, schliesst Bollack nach einem Stich jegliche Gefahr aus: «Sie ist nicht gefährlich, aber sie kann sehr unangenehm für den Menschen sein. Sie sticht auch am Tag, ihre Stiche sind schmerzhaft und hinterlassen oft grössere rote Flecken.» Um sich die Schmerzen zu ersparen, rät Bollack zu vorbeugenden Massnahmen.