Schon am Eingang des Gemeindezentrums Brüelmatt ist klar, welche Nation heute Abend zu Gast ist. Die Treppen, Tische und sogar den Kühlschrank säumen argentinische Flaggen. Der Kulturkreis Birmensdorf hat an diesem Freitag zu einem Konzertabend mit Musik aus Argentinien und Südamerika eingeladen. Der Gast der Nacht ist die Gruppe «Los Acuña».

«Los Acuña» sind ein Musikerkollektiv, das von Cesar L. Acuña ins Leben gerufen wurde. Zusammen mit seinem Bruder Carlo spielt der Argentinier seit den Siebzigerjahren in Folklore-Bands. 1991 kam der Musiker in die Schweiz und lädt nun seinen Bruder und weitere südamerikanische Gäste für Konzerte in unseren Breitengraden ein.

Der «Los Acuña»-Fanclub aus Kloten ist an diesem Abend ebenfalls angereist und stellt, gekleidet in argentinische Trachten, Getränke und Empanadas zur Verfügung. Nach der Begrüssung durch den Vorstand des Kulturkreises betreten die vier Musiker die Bühne des Gemeindezentrums. Mit zwei Akustikgitarren, einem Bass und dem jungen Sänger Roberto Gruber am Keyboard starten die Südamerikaner ins erste Lied «El condor pasa». Nach dem zweiten Song steht Roberto Gruber vom Keyboard auf, nimmt ein Mikrofon in die Hand und beginnt mit seiner Hauptaufgabe, dem Singen. Mit seinem jungenhaften Aussehen versprüht er einen Charme, der generationenübergreifend wirkt.

Gesprochen wird zwischen den Liedern kaum. Das mag daran liegen, dass nicht alle Musiker deutsch sprechen. So beschreibt nur Cesar Acuña mit kurzen Ansagen die gespielten Songs. Die Folklore-Songs stammen aus dem gesamten südamerikanischen Gebiet und heissen «Adios Amigos», «Sueño del Alma», oder «Quizas, Quizas, Quizas». Bei Letzterem singt das halbe Publikum mit.

Die Musiker spielen neben den üblichen Instrumenten auch Panflöte und das wenig bekannte Charango – ein kleines, Ukulele-ähnliches Zupfinstrument aus den Anden. Man merkt den Acuña-Brüdern an, dass sie schon seit ihrer Kindheit zusammen Musik machen. Obwohl sie sich die Instrumente allesamt selbst beigebracht haben, spielen sie virtuos und besonders im Zusammenspiel sehr harmonisch.

Die zirka hundert Zuschauer haben sichtlich Spass an dem Abend. Einige von ihnen stammen selbst aus südamerikanischen Regionen, viele sind einfach nur Fans von Latino-Musik. Offenbar haben auch wir Schweizer etwas übrig für feurige Klänge. So sagte ein älterer Herr nach dem Konzert: «Mir ist es fast ein bisschen zu wenig zackig, ich bin absoluter Flamenco-Fan.»