Lohndumping
Arbeitsbedingungen in Dietiker «Subway»- Filiale am Pranger

Der ehemalige Manager des Fastfood-Betriebs in Dietikon erhebt schwere Vorwürfe. Die Firma stelle den Angestellten Verträge oder Lohnausweise aus, die in keinem Verhältnis zu den langen Arbeitszeiten stünden.

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Sind die Arbeitsbedingungen im «Subway» fragwürdig? (Symbolbild)

Sind die Arbeitsbedingungen im «Subway» fragwürdig? (Symbolbild)

Keystone

«Moderne Sklaverei» nennt Wael Ghazi, der ehemalige Manager der Dietiker «Subway»-Filiale, die Bedingungen, unter denen vornehmlich Osteuropäer im Fastfood-Betrieb im Silbernquartier arbeiten müssen. Gegenüber dem «SonntagsBlick» erhebt Ghazi schwere Vorwürfe: Den Angestellten würden Arbeitsverträge oder Lohnausweise ausgestellt, die mit der Wirklichkeit wenig zu tun hätten. Entweder werde dabei ein zu tiefes oder ein zu hohes Anstellungspensum vermerkt; in beiden Fällen stünden aber die meist langen Arbeitszeiten in keinem Verhältnis zum Lohn, der unter Strich weniger als 1'000 Franken betrage.

Ghazi managte zwischen September und Mai nebst der Filiale in Dietikon zwei weitere in Langenthal und Interlaken, die alle denselben Besitzer haben. Die Sandwich-Kette «Subway», die sich weltweit auf Expansionskurs befindet, operiert mit sogenannten Franchisepartnern, die jeweils als eigenständige Unternehmer fungieren.

Erst, als Ghazi vor einer Kontrolle des Zürcher Amts für Wirtschaft und Arbeit (AWA) «alles so vorbereiten» sollte, «dass es die Behörden zufriedenstellt», suchte er laut Bericht des «SonntagsBlicks» das Gespräch mit den Vorgesetzten – vergeblich. Nachdem er ein Dossier mit gesammelten Unterlagen dem AWA und der Staatsanwaltschaft übergeben habe, sei er fristlos entlassen worden. Ghazis Chef – laut «SonntagsBlick» selbst nur ein Strohmann – streitet die Vorwürfe ab. Die fraglichen Zeiterfassungen seien von Ghazi «nachweislich manipuliert worden». Zudem sei er von diesem bestohlen und erpresst worden – dies wiederum streiten Ghazi und sein Anwalt ab.

Subway Schweiz derweil kann nicht belangt werden. Das Unternehmen hält auf Anfrage des «SonntagsBlicks» fest, dass jeder Franchisepartner selbst «für die Einhaltung der arbeitsrechtlichen Vorgaben zuständig» sei. (az)