Spital Limmattal
Arbeiten an «Limmi»-Neubau beginnen, Betrieb ab 2018 geplant

Nun steht «LimmiViva» nichts mehr im Weg: Seit die Trägergemeinden dem Verpflichtungskredit über 270 Millionen Franken im September an der Urne mit überwältigenden 91 Prozent zustimmten, läuft die Planung des Spitalneubaus auf Hochtouren.

Sophie Rüesch (Text)Und Mathias Marx (Fotos)
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Noch thront das Spitalhochhaus über dem Gelände: Architekt Roman Steinemann vor dem Gewächshaus, das bald ersten Provisorien weichen wird.

Noch thront das Spitalhochhaus über dem Gelände: Architekt Roman Steinemann vor dem Gewächshaus, das bald ersten Provisorien weichen wird.

Aargauer Zeitung

Mitte 2018 soll das Spital Limmattal seinen Betrieb aufnehmen; die ersten vorbereitenden Bauarbeiten beginnen bereits im März. Als erster Schritt wird die Spitalgärtnerei, die bisher auf der Nordseite des Spitalgeländes einquartiert war, in das Personalhaus auf einem separaten Grundstück auf Urdorfer Boden ausgelagert, wo sie auch nach dem Neubau bleiben soll. Ausgeschrieben wurde das Bauvorhaben bereits im Dezember, bis im März rechnet Spitalarchitekt Roman Stei-nemann mit der Baufreigabe.

Platz für Provisorien

Mit dem Auszug der Gärtnerei wird auch der Weg für die ersten Provisorien freigeräumt. Denn einen ununterbrochenen Betrieb während der Bauzeit zu gewährleisten, wäre ohne den Einsatz zahlreicher Zwischennutzungsgebäude undenkbar. Ingesamt werden zusätzlich zur Gärtnerei sieben Provisorien erstellt, in die hauptsächlich die Abteilungen der heutigen Nebengebäude umgelagert werden. Nach deren Räumung soll ab Februar 2015 der Aushub für das neue Hauptgebäude erfolgen, danach wird bis 2018 gebaut.

Die Baueingabe für die Provisorien im Bereich der heutigen Gärtnerei soll Anfang Februar erfolgen. Der Notfall, die Heizzentrale und die Büros, die sich heute auf der Ostseite des Spitals befinden, sollen noch vor Ende dieses Jahres in die Provisorien an der Färberhüslistrasse umgezogen sein, damit die geräumten Gebäude bis Februar 2015 abgebrochen werden können.

Kapelle: Abriss und Wiederaufbau

In diesem Zug soll auch die Spitalkapelle abgebrochen werden. Diese befindet sich zurzeit zwar im Inventar schützenswerter Bauten. Weil sich das Spital aber vertraglich verpflichtet hat, die Kapelle in ihrer alten Form und unter Erhaltung einzelner Originalelemente wie etwa den Fenstern neu zu bauen, gibt die Stadt Schlieren grünes Licht für den Abbruch. Die neue alte Kapelle soll nach dem Rückbau im neuen Spitalpark, der an der Stelle des heutigen Hauptgebäudes entsteht, errichtet werden. Wie die heutige wird sie von einem Teich umgeben sein.

Weil die alte Kapelle noch dieses Jahr abgerissen wird und die neue erst nach dem Rückbau des alten Hauptgebäudes errichtet werden kann, wird geprüft, ob in der Zwischenzeit ein Raum im Pflegezentrum eingerichtet werden kann. «Doch wir haben während des Umbaus auch im Pflegezentrum ein grosses Platzproblem», erklärt Spitalarchitekt Steinemann. «Ob wir einen zusätzlichen Raum für die Seelsorge zur Verfügung stellen können, müssen wir erst noch genau prüfen.»

Als hätte das Spital nicht schon genug Umwälzungen vor sich, wird auch das im Jahr 1987 eröffnete Pflegezentrum von Jahr zu Jahr sanierungsbedürftiger. Mit einer Totalsanierung oder gar einem Neubau will das Spital aber noch zuwarten; unter anderem auch deshalb, weil die Frage noch nicht geklärt ist, ob sich die umliegenden Gemeinden an einem Kompetenzzentrum für Geriatrie beteiligen würden. «Doch spätestens in zehn Jahren muss auch das Pflegezentrum saniert werden», sagt Steinemann.

Um zwischenzeitliche Auffrischungen kommt das Spital aber nicht herum. «Noch dieses Jahr soll der erste Stock des Pflegezentrums sanft saniert werden, danach folgen die weiteren Stockwerke», so Steinemann. Während dieser Arbeiten müssen die betroffenen Pflegeabteilungen ausgelagert werden. Weil das Pflegezentrum mit dem heutigen Hauptgebäude verbunden ist, muss im Rahmen der Rückbauarbeiten – voraussichtlich 2019 – zudem eine neue Fassade her.

Spital hält an Eröffnung 2018 fest

Steinemann dürfte es in den nächsten Jahren also nicht langweilig werden. Obwohl er den Plan selbst als ehrgeizig bezeichnet, ist er aber zuversichtlich, dass das neue «Limmi» wie angekündet im Mai 2018 eröffnet werden kann.

Die Forderungen nach einer unterirdischen Linienführung der Limmattalbahn im Spitalquartier, die der Schlieremer Stadtrat im Rahmen der öffentlichen Planauflage eingereicht hatte, tangieren die Neubau-Pläne übrigens nicht. Das erstaunt wenig, soll das neue Spital doch, bevor die Arbeiten an der Limmattalbahn überhaupt beginnen, bereits fertig sein. «Es ist für uns unmöglich, noch ausstehende Entscheide in der heutigen Planung zu berücksichtigen», so Steinemann.

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