Dietikon
Arbeit für externes Büro: Das Planungsamt kann nicht alles selbst planen

SVP-Gemeinderat Stephan Wittwer wollte vom Stadtrat wissen, ob die Verwaltung nicht in der Lage sei, ein Gesamtverkehrskonzept für Dietikon zu planen. Die Antwort: Nein. Der damit verbundene Aufwand gehe weit über die Möglichkeiten des Planungsbüro.

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Stadthaus Dietikon, Sitz der Verwaltung. (Archiv)

Stadthaus Dietikon, Sitz der Verwaltung. (Archiv)

Jörg Krebs

Das städtische Gesamtverkehrskonzept würde die Stadt Dietikon in Eigenproduktion erheblich teurer kommen, als wenn sie dieses an ein externes Planungsbüro vergibt. Dies betont der Stadtrat in seiner Antwort auf eine Interpellation von SVP-Gemeinderat Stephan Wittwer.

Er kritisierte die Exekutive dafür, dass sie den entsprechenden Auftrag ohne Absprache mit der Verkehrskonzept-Begleitgruppe an die Gruner AG vergeben hatte, und fragte: «Ist die städtische Verwaltung von Dietikon nicht in der Lage, selbst ein Gesamtverkehrskonzept für Dietikon zu erstellen?» Die Antwort des Stadtrats lautet nun: Nein.

Die vier Angestellten auf dem Stadtplanungsamt hätten — ohne eine markante Aufstockung der aktuell 350 Stellenprozente – schlicht keine Zeit, das Verkehrskonzept selbst zu erstellen. Neben den zahlreichen Grundaufgaben müssten sich die Stadtplaner momentan nämlich bereits um über 30 Projekte kümmern.

Darunter fällt auch die «arbeitsintensive Projektleitung» des Gesamtverkehrskonzepts. Zudem würden die Inhouse-Planer wohl auch deutlich mehr Zeit als die 1714 Arbeitsstunden benötigen, mit denen die Gruner AG für die Konzepterstellung rechnet.

Die Stadtplaner seien mit der nötigen Software – die darüber hinaus selbst teuer erworben werden müsste – nämlich nicht vertraut. Auch lässt der Stadtrat nicht gelten, dass lokale Planer ein besseres lokales Verkehrskonzept erstellen würden. «Die Grundprinzipien und Methoden der Verkehrsplanung sind in der Schweiz überall die gleichen», schreibt er.

«Ein neutraler Blick von aussen» erweise sich im Gegenteil sogar oft als hilfreich, wobei die Gruner AG durch verschiedene vergangene Projekte aber ohnehin bereits «sehr vertraut» mit Dietikon und dem Limmattal sei.

Im Übrigen treffe auch nicht zu, dass die Begleitgruppe nicht über das Outsourcing der Planung informiert wurde: Bereits im Einladungsschreiben zur Gruppenteilnahme Ende 2013 habe der Stadtrat erwähnt, dass die fachlichen Arbeiten dereinst «durch ein qualifiziertes Planungsbüro» ausgeführt würden. (rue)

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