Birmensdorf
«Apartheid» – Juso mischt im Asyl-Knatsch mit

Die JungsozialistInnen Kanton Zürich (Juso) haben am Sonntag in Birmensdorf gegen die ihrer Meinung nach «menschenverachtende Haltung» von Gemeindepräsident Werner Steiner und dessen «zutiefst fremdenfeindlichen Aussagen» protestiert.

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Das ergänzte Busschild

Das ergänzte Busschild

Wie die Juso gestern mitgeteilt hat, habe sie ein Busschild ausgewechselt, das dunkelhäutige Menschen ab sofort dazu verpflichtet, im hinteren Teil des Busses zu sitzen.

Bezug nimmt diese Aktion unter anderem auf Äusserungen von Gemeindepräsident Steiner, die er am Neujahrsapéro gegenüber der az Limmattaler Zeitung gemacht hatte: «Wir hatten das Pech, dass wir mit den Asylbewerbern aus Afrika Menschen aus jener ethnischen Gruppe erhalten haben, die am meisten Probleme machen.» Dieses Phänomen könne man in der ganzen Schweiz beobachten, so der SVP-Politiker. «Wir sind deshalb im Gespräch mit dem Kanton, damit wir für den neuen Asylcontainer Menschen anderer Ethnien erhalten.»

Gemeindeschreiber: «Alles gesagt»

Mit dieser Aussage habe Steiner «seine Apartheid-Massnahme nun auch ideologisch untermauert», so die Mitteilung der Juso. «Die Apartheid, die Trennung und Vertreibung von Menschen aufgrund ihrer Ethnie, hatten wir schon einmal. Und das wollen wir nie wieder», sagt Fabian Molina, Co-Präsident der Juso Kanton Zürich.

Die Gemeinde Birmensdorf will die Aktion zum jetzigen Zeitpunkt nicht kommentieren. «Zu diesem Thema wurde bereits alles gesagt», so Gemeindeschreiber Angelo Umberg auf Anfrage. (ksc)