Bruno Friedmann ist genervt. Seit dem Beginn der Bauarbeiten beim Spital Limmattal vor bald einem Jahr sind die Kurzzeitparkplätze vor seinem Haus an der Bundentalstrasse tagelang belegt. Und dies, obwohl Autos dort während maximal zweier Stunden geparkt werden dürfen. Den Bauarbeitern gehören die Fahrzeuge jedoch nicht, wie der Rentner beobachten konnte: «Es sind Frauen, die im Spital arbeiten. Sie kommen jeweils morgens gegen 7.30 Uhr, stellen ihren Wagen ab und fahren erst wieder um 17 Uhr weg.» Besucher der Liegenschaften an der Bundentalstrasse finden laut Friedmann daher oft keinen Parkplatz mehr.

Weil sich die anderen Stockwerkeigentümer im Haus des pensionierten Taxifahrers ebenfalls aufregten, begannen sie die Nummernschilder der dauerparkierenden Frauen zu notieren und meldeten diese der Stadtpolizei Schlieren. Doch das Problem war damit nicht gelöst, wie Friedmann sagt: «Die Polizisten kamen jeweils an den Folgetagen vorbei und verteilten Bussen, aber schon kurz darauf standen die Autos wieder da.» Als er darauf erneut bei der Stadtpolizei intervenierte, teilte man ihm mit, dass den Beamten die Hände gebunden seien.

Falschparkierer bezahlten immer

Sicherheitsvorstand Pierre Dalcher (SVP) bestätigt diese Aussage auf Anfrage: «Laut Ordnungsbussengesetz können wir bloss regelmässig kontrollieren. Solange die Falschparkierer ihre Bussen fristgerecht bezahlen, haben wir keine Handhabe, um mehr zu unternehmen.» Und das sei bisher immer geschehen. Er kann den Ärger der Anwohner dieser Parkplätze verstehen, betont aber, dass die Stadt schlicht keine rechtlichen Mittel hat, um dem Problem beizukommen.

Laut Ordnungsbussenverordnung erhält, wer sein Auto ohne zu zahlen auf einem Parkplatz mit Parkuhr abstellt, während der ersten zwei Stunden eine Busse von 40 Franken. Stellt ein Polizist bei einer erneuten Kontrolle fest, dass das Auto länger als zwei Stunden abgestellt blieb, so sind es 60 Franken, über vier Stunden gar 100 Franken. Polizisten markieren bei einer Kontrolle daher zu lange parkierte Autos, um bei ihrer Rückkehr zu einem späteren Zeitpunkt nachweisen zu können, dass der Wagen in der Zwischenzeit nicht bewegt worden ist.

Kann die Polizei gar nachweisen, dass ein Auto über zehn Stunden abgestellt blieb, kann sie den Stadtrichter auf den Plan holen, der Bussen in der Höhe von bis zu 500 Franken ausstellen darf. Dazu müssten die Stadtpolizisten laut Dalcher aber einen grossen Aufwand betreiben. Die Beamten müssten als Nachweis nach der ersten Busse im Abstand von zwei und vier Stunden nochmals vorbeigehen, um die nächsthöhere Busse auszustellen. «Doch für eine solche Jagd haben unsere Polizisten keine Zeit. Schliesslich haben sie auch noch andere Aufgaben», so Dalcher.

«Zu faul, um zu Fuss zu gehen»

Friedmann, der sich mithilfe der Nummernschilder auch über die Besitzerinnen der falsch abgestellten Autos kundig gemacht hat, regt sich besonders darüber auf, dass diese auf ihrem Arbeitsweg wohl auch auf ihr Auto verzichten könnten. Einige von ihnen würden nicht weiter als 600 Meter Luftlinie vom Spital entfernt wohnen, sagt er: «Die sind bloss zu faul, um zu Fuss zur Arbeit zu gehen und versperren unseren Gästen dafür die Parkplätze.»

Der Pensionär weiss, dass er nichts gegen die störende Situation unternehmen kann. Seine Hoffnung liegt deshalb darin, dass der Bau des neuen Spitals «LimmiViva» bis 2018 ohne Verzögerungen abgeschlossen wird und sich dann das Problem von selbst löst.