Auenpark

Anwohner äusserten ihre Sorgen zum Projekt Auenpark beim Werdhölzli

Das Gebiet entlang der Limmat soll renaturiert werden. Bei der Baustellenbesichtigung zeigte sich, wie viele verschiedene Interessen es rund um den Park gibt.

Was ist, wenn dann hier die ganze Zeit laute Feste gefeiert werden und das Ufer verschmutzt wird?», fragt eine Anwohnerin des entstehenden Auenparks Werdhölzli. «Darüber haben wir uns auch Gedanken gemacht», antwortet Stefano Pellandini, der Leiter des Hochwasserschutzprojekts an der Limmat. «Die Polizei wird in Zukunft hier vermehrt patrouillieren, zudem werden Personen vom Sozialdienst am Ufer unterwegs sein.» Grillplätze sollen keine entstehen, versichert er.

Mitten im Bauprozess

Das Projekt «Auenpark» steckt mitten im Bauprozess. Neben der Freude über das entstehende Naherholungsgebiet äussern die Anwohner auch Sorgen und Fragen. Deshalb stellte sich Pellandini für eine Baustellenbesichtigung zur Verfügung, um Antworten zu liefern und Informationen über die Hintergründe zu vermitteln. Neben dieser Angst vor den Folgen von allfälligen Feiern am Fluss zeigten die Teilnehmenden vor allem ihr Unverständnis darüber, dass so viele Bäume der Baumallee bei der Hardwiese gefällt wurden. Die meisten hätten die Gemeindeförster von Oberengstringen und Grün Stadt Zürich gefällt, weil sie alt und krank gewesen seien, erklärt Pellandini.

Mehr Schutz vor Hochwasser

Das Ziel des Projektes ist es, den veralteten Hochwasserschutz aufzubessern. Zwar seien die Regenmengen der letzten Woche noch kein Problem, so Pellandini. Die Limmat führe zurzeit 200 Kubikmeter pro Sekunde - bis zu 600 Kubikmeter wären möglich. Aber mit der Erneuerung sei man auch für extreme Fälle gerüstet, wie sie erfahrungsgemäss nur alle 300 Jahre vorkommen. In Gefahr wären bei einer solchen Katastrophe vor allem das Klärwerk Werdhölzli sowie angrenzende Gebiete.

Verbunden mit Renaturierung

«Das Wassergesetz schreibt vor, dass mit der Aufrüstung eine Renaturierung verbunden werden muss», sagt Pellandini. Damit schaffe man neue Lebensräume für Tiere und fördere die Artenvielfalt. Gleichzeitig soll es ein Erholungsgebiet für Menschen sein. Dabei müssen viele verschiedene Interessen berücksichtigt werden, wie die Führung zeigt. Der Tier- und Naturschutz, Anwohner, Spaziergänger, Velofahrer, die Auftrag- und Geldgeber - sie alle haben Ansprüche. Dazu kommen die Gesetze für Gewässer- und Hochwasserschutz.

Ausgewählte Stellen gezeigt

Pellandini zeigt im Rahmen der Begehung einige ausgewählte Stellen des 1,8 Kilometer langen Auenparks, der der Limmat entlang von der Autobahnbrücke bis zur Stauwehr Höngg gebaut wird: so etwa die Steininseln, auf denen bereits Enten sitzen, das abgeflachte Ufer und den breiteren Uferweg, den Steg durch den Wald und die Installationen zum Schutz vor Überschwemmungen.
Die rund zwanzig Teilnehmer der Führung tauschen sich angeregt aus und fragen interessiert nach. Obwohl Pellandini viele Fragen beantworten kann, bleibt eine gewisse Skepsis bestehen, gerade was die Feste und den Abfall anbelangt. «Die Auswirkungen wird man erst mit der Zeit abschätzen können», so eine Anwohnerin.

Insgesamt kostet das Projekt 9,4 Millionen Franken, bis im September soll es fertig sein. Man sei wegen der Witterung drei Wochen in Verzug. «Wenn wir jetzt einen trockenen Frühling haben, schaffen wir es aber noch», so Pellandini.

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