Schlieren

Anstieg der Sozialhilfefälle um 6,2 Prozent

Die Zahl der Sozialhilfefälle stieg in Schlieren 2009 um 6,2 Prozent gegenüber 2008 – allerdings stieg auch die Bevölkerung massiv an.  (jk)

Die Zahl der Sozialhilfefälle stieg in Schlieren 2009 um 6,2 Prozent gegenüber 2008 – allerdings stieg auch die Bevölkerung massiv an. (jk)

In einem Städtevergleich zur Sozialhilfe zeigt sich: Nirgends stieg die Zahl der Sozialhilfefälle so stark wie in Schlieren. Weil die Bevölkerung aber gleichzeitig stark gewachsen ist, relativieren sich die Zahlen.

Schlieren hat immer mehr Einwohner, gleichzeitig bleibt das Verhältnis seiner Sozialhilfeempfänger zur Bevölkerungszahl stabil – und das trotz Wirtschaftskrise. Ein Hinweis, dass die Zuzüger wie vom Stadtrat gewünscht, die Bevölkerungsstruktur der Stadt positiv veränderen.

Trotzdem: Schlieren verzeichnete von 2008 auf 2009 einen Anstieg der Sozialhilfefälle um 6,2 Prozent. Dies geht aus einer Studie des Fachbereichs Soziale Arbeit der Berner Fachhochschule zur Sozialhilfe in Schweizer Städten hervor. Die Studie untersuchte 13 Städte der Deutsch- und Westschweiz.

Schlieren ist erstmals Teil der Studie. Zürich, Basel, Luzern, Schaffhausen und Uster wiesen rückläufige Fallzahlen auf, in Winterthur und St.Gallen war die Zahl praktisch gleich wie im Vorjahr. In Bern, Lausanne, Biel, Zug, Wädenswil und Schlieren stellte die Studie eine «teilweise merkliche Fallzunahme» fest, «am deutlichsten in Schlieren».

Rückfall nach Arbeitsintegration

Als Grund für den Schlieremer Anstieg wird einerseits die Wirtschaftskrise angeführt, die in der Agglomerationsgemeinde auch zu einem Anstieg der Arbeitslosenquote führte. Daneben erklären die Autoren, dass in Schlieren 2007 und 2008 relativ viele Personen in eine Erwerbstätigkeit geführt werden konnten. «Nach dem wirtschaftlichen Einbruch ab dem Herbst 2008 verloren jedoch viele dieser erst kürzlich abgelösten Personen erneut den Job und waren rasch wieder auf Sozialhilfe angewiesen», wie es weiter heisst.

Auch der hohe Ausländeranteil ist ein Faktor, tragen ausländische Einwohner doch ein mehr als doppelt so hohes Sozialhilferisiko wie Schweizer.

Das ist aber nur eine Seite der Medaille: Der Zunahme der Fallzahlen steht ein happiger Bevölkerungszuwachs gegenüber: Seit 2005 stieg die Bevölkerung um 3000 Personen an. Stellt man die Zahl der Sozialhilfefälle in Relation zur Bevölkerung, nahm diese nach einem Höhepunkt 2006 ab und betrug 2009 wie im Vorjahr 3,3 Prozent (siehe Tabelle).

In Dietikon, das nicht Bestandteil der Studie ist, liegt die Quote aus Fallzahl und Einwohnern höher als in Schlieren. Während die beiden Städte nicht zuletzt punkto Bevölkerungsstruktur vergleichbar sind, ist die zu erwartende Bevölkerungszunahme in Dietikon noch ausstehend. Die Einwohnerzahl stieg seit 2005 nur um 1000 Einwohner, viele neue Überbauungen sind noch im Entstehen. Man darf gespannt sein, ob die neuen Einwohner auch die Dietiker Sozialhilfequote beeinflussen.

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