Für Dietikon würde es als Gemeinde mit der höchsten Sozialhilfequote im Kanton besonders viel Sinn machen, sich im Vorstand oder einer Kommission der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (Skos) zu engagieren. Dies sagt der Dietiker Sozialvorstand Johannes Felber (CVP) auf Anfrage der Limmattaler Zeitung.

«Man muss mitreden können»

Felber präzisiert damit die Aussage des Gesamtstadtrats in der Antwort auf ein Postulat von SVP-Gemeinderat Roger Bachmann, man strebe «verstärkte Mitwirkung» bei der Skos an. Bachmann hatte den Stadtrat aufgefordert, die Mitgliedschaft in der Skos zu kündigen. Für Dietikon kommt das aber nicht infrage.

«Ein Austritt lohnt sich nicht», sagt Felber. «Gerade als besonders betroffene Gemeinde muss man mitreden können.» Wer wie Dietikon so hohe Fallzahlen in der Sozialhilfe aufweise, könne im Bezug auf eine mögliche Anpassung der Skos-Richtlinien am ehesten Input geben.

Der Dietiker Sozialvorstand ist überzeugt, dass ein Austritt – der rechtlich keine Auswirkungen hätte, da die Skos-Richtlinien auf jeden Fall verbindlich sind – kein Zeichen setzen würde. Erreichen könne man viel eher etwas durch Engagement: «Im Zusammenhang mit der Praxis, die wir haben, können wir wertvolle Erfahrungen einbringen», so Felber.

Wo genau die Skos-Richtlinien aus Dietiker Sicht sinnvollerweise angepasst werden müssten, ist laut Felber schwierig zu sagen. Die Situation sei enorm komplex. Klar ist für den Sozialvorsteher aber: Wer näher dran ist, hat auch mehr Mitwirkungsmöglichkeiten. Optimierungspotenzial sieht Felber auch dort, wo es den Sozialhilfebezügern an Kooperationsbereitschaft mangelt. «Es ist wichtig, dass man im Sanktionsbereich schneller und besser handeln kann.»

Gefragt ist Konsens

Heute ist Dietikon weder im Vorstand noch in einer der Kommissionen der Skos vertreten. Dies zu ändern, wäre aber grundsätzlich möglich, wie Skos-Geschäftsführerin Dorothee Guggisberg auf Anfrage sagt.

Insgesamt sind im Vorstand der Skos 51 Sitze verfügbar. Fix vertreten sind die Kantone. Die anderen Sitze verteilen sich auf Vertreter von Städten, Regionen, Gemeinden und privaten Sozialhilfeorganisationen. «Für diese Sitze fragen wir mögliche Mitglieder entweder direkt an, oder sie bewerben sich dafür», sagt Guggisberg.

Zwar finden Gesamterneuerungswahlen für den Vorstand erst wieder 2016 statt. Laut Guggisberg gibt es aber laufend Vakanzen, die wieder besetzt werden können. Zudem sei natürlich auch die fachliche Mitarbeit in einer Kommission möglich. Als Skos-Vorstandsmitglied hätte Dietikon bei Abstimmungen zwar nur eine von 51 Stimmen. Guggisberg betont aber, dass es nicht um reine Mehrheitsentscheide gehe. «Wir versuchen, wenn immer möglich, einen Konsens zu finden.»