Geroldswil

Angst vor dem Türgriff: Die Pandemie brachte den Erfolg zurück

Mit dem «Mobido», einer Erfindung des Geroldswilers Remo Furrer, muss nie wieder eine schmutzige Türklinke angefasst werden.

Mit dem «Mobido», einer Erfindung des Geroldswilers Remo Furrer, muss nie wieder eine schmutzige Türklinke angefasst werden.

Der Geroldswiler Remo Furrer feiert mit einer alten Idee grossen Erfolg. 2020 verkaufte er bereits 4000 Stück seines mobilen Türöffners, den er kurz Mobido nennt.

Dass seine Erfindung nochmals ganz gross rauskommen würde, hätte der Geroldswiler Remo Furrer wohl nicht gedacht. Doch genau dies ist passiert. «Wegen der Coronapandemie fuhren wir die Produktion im März wieder hoch und verkauften seither rund 4000 Stück», sagt der 27-Jährige auf Anfrage. Er spricht von seiner Erfindung, dem Mobido. Dies steht kurz für Mobil Door Opener und ist ein kleines, leichtes Objekt, das in die Hosentasche passt oder am Schlüsselbund angebracht werden kann. Dank des Hakens muss kein Türgriff mehr angefasst, sondern kann durch den Mobido betätigt werden.

2015 brachte Furrer, der heute in der Kaffeebranche arbeitet, seine Erfindung auf den Markt. Einen Prototypen erstellte er damals mit seinem eigenen 3-D-Drucker. Vom Produkt war er derart überzeugt, dass er es patentieren liess und 200 Stück bestellte. «Mir fiel auf, dass Menschen auf viele verschiedene Arten versuchen, Türgriffe nicht berühren zu müssen. Der Mobido schien mir als optimale Lösung dafür, nicht mehr den Ärmel oder den Ellbogen verwenden zu müssen», so Furrer. Anfänglich verlief der Absatz aber harzig.

Doch dann kam Pro Sieben: Denn einige Exemplare waren im Berliner Erfinderladen zu kaufen. Dank eines Beitrags in der Wissenssendung Galileo , in welcher der mobile Türöffner einige Sekunden zu sehen war, fand die Erfindung des Geroldswilers reissenden Absatz. «In den vergangenen zwei Jahren verkauften wir jedoch nur vereinzelt und stellten die Produktion ein», so Furrer. Auch seine Teilnahme im Jahr 2018 bei der RTL-Show «Hol dir die Kohle», bei der innovative Ideen präsentiert werden und anschliessend auf Finanzierung hoffen können, brachte nicht den durchschlagenden Erfolg.

Furrer witterte seine Chance auf ein Comeback seiner Erfindung, als es mit den Corona-Ansteckungen in der Schweiz nach oben ging. So bestellte er im März bei seinem vormaligen Produzenten in China Nachschub. Neu ist der Mobido nicht mehr aus Aluminium, sondern aus dem deutlich resistenteren Kunststoff, der mit Silberionen versetzt sei. «Keime bleiben so nicht auf dem Türöffner und bilden somit keine Gefahr», erklärt Furrer. Die seit März verkauften 4000 Stück wurden nicht über den Ladentisch gereicht. Auch ging nur ein bescheidener Anteil davon als Einzelbestellung auf der Website des Jungunternehmers ein. Viel eher würden Unternehmen grosse Mengen bestellen, ihr Logo darauf anbringen und die Mobidos als Geschenk an Kunden oder Mitarbeiter verteilen, so Furrer. Doch könnte sich dies bald ändern: «Wir sind im Gespräch mit verschiedenen Apothekern, die den Mobido dereinst etwa neben der Kasse anbieten könnten», sagt er.

Auf der Website kostet ein einzelner Mobido 4.90 Franken. Sie sind aber auch in weitaus grösserer Quantität etwa im Fünferpack für 19.90 Franken oder im Fünfzigerpack für 196 Franken erhältlich. Für Geschäftskunden, die ihr Logo anbringen würden, gelten Sonderpreise, sagt Furrer weiter.
Dass uns die Coronapandemie noch längere Zeit beschäftigen könnte, ist ihm bewusst. Daher bestellte er bei seinem Produzenten in China bereits 10000 Stück. Er ist zuversichtlich, dass er diese Mobidos an den Mann oder an die Frau bringen wird, da der Absatz seiner Erfindung bislang konstant hoch geblieben ist.

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