Es war im Sommer 2005, als ein Angestellter einer Dietiker Personalfirma mittels blanko unterzeichneter Checks mehrere tausend Franken für eigene Zwecke verwendete. Der heute 32-jährige Kroate flog auf und legte ein umfassendes Geständnis ab.

Damals hatte er in doppelter Hinsicht Glück. So erhielt er einerseits eine bedingte Freiheitsstrafe von 18 Monaten. Andererseits kam er in den Genuss eines selten grosszügigen Angebots. So beschäftigte der geprellte Arbeitgeber den Täter trotz der Verurteilung weiter. Nicht nur aus Nächstenliebe. So sollte der junge Mann die Möglichkeit erhalten, seine Schuld abzuarbeiten.

42000 Franken in 3 Wochen

Eine Zeit lang schien das Vertrauen in den Angeklagten gerechtfertigt. Doch damit war es am 4. Juli 2008 wieder vorbei. Der Beschuldigte entwendete erneut heimlich einen Blanko-Check und schanzte sich auf diese Weise illegal 5000 Franken zu.

In den nächsten drei Wochen löste er zehn weitere getürkte Checks bei einer Grossbank ein und steckte damit rund 42000 Franken in die
eigenen Taschen. Den Grossteil der Beute gab der kokainabhängige Mann an Drogenpartys und für Freebase aus.

Als der Chef dem rückfälligen Angestellten auf die Schliche kam, waren gerade noch 6000 Franken des Deliktsbetrags vorhanden. Diesmal wurde der Betrüger entlassen.

Hohe Strafe gefordert

Am Dienstag stand der Beschuldigte vor dem Bezirksgericht Dietikon, wo er ein umfassendes Geständnis ablegte. Er machte seine Drogensucht für seine Taten verantwortlich. Es sei einfach wieder einmal über ihn gekommen, erklärte er. Am Prozess kam heraus, dass sich der Angeschuldigte seit den Wirtschaftsvergehen weitere Delikte geleistet hat. So die Vernachlässigung von Unterhaltszahlungen.

Die Staatsanwaltschaft verlangte mit einem unbedingten Freiheitsentzug von drei Jahren eine hohe Strafe. Zudem sollte der Rückfalltäter die ehemals bedingte Strafe von 18 Monaten sowie weitere 57 Tage absitzen.

Entzugstherapie im Gefängnis

Der Verteidiger sprach dagegen von einem gesundheitlich angeschlagenen Beschuldigten und lastete der geprellten Firma eine Opfermitverantwortung an. So stelle man einen Alkoholiker auch nicht als Barkeeper an, sagte er. Deshalb sollte eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren zugunsten einer stationären Massnahme aufgeschoben werden.

Ohne Erfolg. So lehnte das Gericht die Einweisung des Beschuldigten in eine Klinik ab und setzte wegen mehrfachen Betrugs sowie Urkundenfälschung eine unbedingte Freiheitsstrafe von 26 Monaten fest. Zusammen mit den widerrufenen Vorstrafen muss der Kroate insgesamt vier Jahre verbüssen.

Die Richter ordneten während des Strafvollzugs eine ambulante Psychotherapie an und verpflichteten ihn, dem Geschädigten einen Schadenersatz von 36000 Franken zu bezahlen. Von einer Opfermitverantwortung wollte das Gericht aufgrund des krassen Vertrauensmissbrauchs nichts wissen.