Gescheiterte Flucht
Angela M. rebelliert im Knast: «Sie ist aggressiv und greift die Beamten an»

Nach ihrer Festnahme weigern sich die ehemalige Gefängis-Aufseherin Angela Magdici und der syrische Häftling Hassan Kiko nicht nur auszusagen. Sie lehnen es auch ab, einen Anwalt zu nehmen.

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Die ehemalige Gefängnis-Aufseherin Angela Magdici

Die ehemalige Gefängnis-Aufseherin Angela Magdici

Screenshot 20min.ch

Nach sechs Wochen auf der Flucht sitzen Angela Magdici (32) und Hassan Kiko (27) im Gefängnis. «Sie zeigen keinerlei Willen zur Kooperation», sagt Paolo Storoni (45), Polizeikommandant der Mailänder Spezialeinheit ROS, im SonntagsBlick.

Bei Befragungen gäben die Insassen keinerlei Hinweise zu ihrem Aufenthalt in Italien, Fluchthelfern oder weiteren Fluchtplänen. «Sie sind geradezu feindselig.» Die beiden weigern sich, einen Anwalt zu konsultieren. Kiko schweige wie ein Grab.

Magdici mache dem Personal das Leben schwer. «Sie ist aggressiv, greift die Beamten nicht nur verbal an, sondern auch tätlich», berichtet Storoni im SonntagsBlick.

Kurt Bill (64), der Vater von Magdici, kann sich das Verhalten seiner Tochter nicht erklären. «Dass sie auf Polizisten losgeht, passt nicht zu ihr. Sie war nie gewalttätig oder aggressiv.»

Bis jetzt habe er nichts von seiner Tochter gehört. Was würde er ihr sagen? «Dass sie sich nicht weiter zur Wehr setzt und kooperiert. Das macht es nur noch schlimmer.» Er hofft, dass Magdici bald zurück in der Schweiz ist. Hier warten bis zu drei Jahre Gefängnis auf sie.

«Hoffentlich kommt jetzt in Italien nicht noch mehr dazu, weil sie die Polizisten angegriffen hat», sagt er.

Weshalb seine Tochter derart rebelliere? «Durch die intensive Beziehung zu Hassan ist wohl die Vernunft verloren gegangen.» Er will nicht Kiko die Schuld geben. «Die Liebe macht halt einfach blind.» Polizeikommandant Storoni hingegen meint: «Sie hat sich wohl in die falsche Person verliebt.»