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Gegen Ausgrenzung und Mobbing: Jugendarbeit Oberengstringen bietet neu einen Queer*-Treff an

Queere Jugendliche und ihre Freunde erhalten in Oberengstringen neu einen eigenen «Safe Space». Ganz nach dem Motto «Unity in diversity» soll ihnen gezeigt werden, dass sie überall willkommen sind. Noch aber befindet sich das Projekt in der Aufbauphase.

Larissa Gassmann
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Einheit in der Vielfalt: Das Jugendzentrum Oberengstringen will allen Jugendlichen einen Platz bieten.

Einheit in der Vielfalt: Das Jugendzentrum Oberengstringen will allen Jugendlichen einen Platz bieten.

Zvg/Kevin Ringli

Sich treffen, informieren, austauschen oder gemeinsam Projekte planen: All das und mehr sollen queere Jugendliche und ihre Freunde ab sofort in Oberengstringen tun können. Möglich machen will dies der Queer*-Treff der Jugendarbeit Oberengstringen. Damit soll Jugendlichen, deren sexuelle Orientierung oder geschlechtlichen Identität von der gesellschaftlichen Cisgender-Heteronormativität abweicht, eine Plattform geboten werden. Ins Leben gerufen wurde das Projekt, weil laut der zuständigen Jugendarbeiterin Larissa Buser ein ähnliches Angebot bisher in der Umgebung gefehlt hat. Buser sagt:

«Uns ist es wichtig, Prävention und Aufklärung zu betreiben und ein Vernetzen der Zielgruppe zu ermöglichen.»

Die Folgen von Ausgrenzung seien verheerend. Würden Jugendliche davon ausgehen, dass mit ihnen etwas nicht stimme, oder würden sie gar Mobbing erfahren, dann wirke sich das auf ihre Psyche aus. «Dementsprechend haben queere Jugendliche ein höheres Risiko, an Depressionen zu erkranken oder suizidal zu werden», sagt Buser. Sie weist darauf hin, dass schätzungsweise 10 bis 15 Prozent aller in der Schweiz lebenden Personen queer seien. Dies sei kein kleiner Anteil. Besonders nachdenklich habe sie gemacht, dass ihr bekannte Jugendliche sich erst im höheren Alter getraut haben, sich zu outen. «Zusätzlich wollen wir die Jugendarbeit stets weiterentwickeln», so Buser.

Larissa Buser amtet bereits seit mehreren Jahren als Oberengstringer Jugendarbeiterin. (Archivbild)

Larissa Buser amtet bereits seit mehreren Jahren als Oberengstringer Jugendarbeiterin. (Archivbild)

Jefimija Djukic

Noch aber befindet sich das Projekt in der Aufbauphase. So gehe es derzeit darum, Werbung für das Ganze zu machen und die Jugendlichen auf das Angebot aufmerksam zu machen. Verschickt wird so etwa ein Newsletter, der auf www.jugend4oe.ch abonniert werden kann. Diverse Infos werden danach via Whatsapp oder E-Mail verschickt. Dabei gehe es vor allem um die Aufklärung betreffend Datenschutz und Anonymität. «Wir weisen etwa darauf hin, dass ein allfälliges Outing durch Drittpersonen nicht erlaubt ist», so Buser. Ziel soll es nämlich sein, für die Jugendlichen einen sogenannten «Safe Space», also einen sicheren Raum zu schaffen.

Queer zu sein, ist in der Gesellschaft noch nicht selbstverständlich

Dabei sei es wichtig, dass die Jugendlichen sich «gesehen» fühlen, «dass sie spüren, dass sie uns wichtig sind und genauso bei uns erwünscht sind, wie alle anderen auch». Denn: Noch immer sei es nicht selbstverständlich, queer zu sein. Viele würden sich anpassen, so Buser. «Durch Angebote, gemeinsame Freizeitgestaltung, Sensibilisierung, Aufklärung und die Förderung gesellschaftlicher Toleranz, will die Jugendarbeit ein hohes Mass an Inklusion mit einer gelebten Akzeptanz als Normalität erreichen», sagt Buser. Das Motto dabei? «Unity in diversity».

Laut Buser ist das Interesse am seit September bestehendem Angebot gross. Es seien viele Fragen bezüglich der Pläne oder der Notwendigkeit eingegangen. Grundsätzlich seien die Reaktionen aber «sehr positiv» ausgefallen. Ermöglicht werden soll ein Treffen einmal pro Monat. Bezüglich des konkreten Angebots könne man sich dabei «eigentlich alles» vorstellen. «Das Ganze soll partizipativ sein, die Gruppe soll mitbestimmen, entscheiden und die Entwicklung selbst beeinflussen können», sagt Buser.