Ab Anfang 2014 wird die Stadt Schlieren nach fünf Jahren erstmals wieder über einen Integrationsbeauftragten verfügen. 2008 beschloss das Parlament, sich von der in Dietikon ansässigen regionalen Integrationsfachstelle «Antenne» zurückzuziehen, mit der Begründung, dass sie in Schlieren zu wenig aktiv sei.

Wenig später wurde das Angebot abgeschafft. Ab kommendem Jahr verfolgt die Stadt ein neues Programm zur Integrationsförderung, das der Kanton Zürich mit jährlich 147 200 Franken unterstützt.

Das Konzept ist auf die Bedürfnisse der Gemeinde zugeschnitten, wie Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin (SP) sagt: «Das Programm des Kantons nimmt die Gemeinden in die Pflicht. Dadurch ist die Integrationsförderung stärker in der Gemeinde verankert und die Behörden erhalten direkten Einblick.»

Den Massnahmenkatalog erarbeitete die Stadt gemeinsam mit der kantonalen Fachstelle für Integrationsarbeiten und an Workshops mit verschiedenen Organisationen wie der Kirche, der Schule, der Sozialarbeit und der Polizei. Auch Institutionen, die Dienste im Integrationsbereich anbieten, und Firmen, in denen viele Menschen mit ausländischem Pass arbeiten, waren dabei vertreten.

Kanton unterstützt mit 147 200

Die konkreten Projekte basieren dem kantonalen Integrationsprogramm entsprechend auf den Säulen «Informieren», «Bilden» und «Verbinden» (siehe Box). Gemäss der Leistungsvereinbarung übernimmt die Stadt die Verantwortung für die Integrationsarbeit. Im Gegenzug unterstützt sie der Kanton von 2014 bis 2017 mit jährlich 147 200 Franken. Der Stadt erwachsen Mehrkosten von 17 000 Franken.

Voraussetzung für das Zustandekommen der Leistungsvereinbarung mit dem Kanton ist, dass die Stadt eine Stelle eines Integrationsbeauftragten schafft. Die Anstellung erfolge auf Anfang 2014, sagt Brühlmann. «Das Arbeitspensum wird 20 bis 30 Stellenprozent betragen.» Die Stelle kann die Stadt allerdings nur schaffen, wenn der Bund entsprechende Gelder freigibt. Bis Ende Dezember solle darüber Gewissheit bestehen, sagt Brühlmann.

Aufgabe des Integrationsbeauftragten ist nicht nur das Aufgleisen und Delegieren neuer Massnahmen, sondern auch die Koordination unter den Akteuren, die in Schlieren mit Integrationsfragen zu tun haben. Dazu sieht das Förderprogramm vor, dass der Amtsinhaber regelmässig Integrationskonferenzen organisiert, an der sich diese Institutionen austauschen. Ausserdem obliegt es ihm, die Mittel von Stadt und Kanton an die Akteure zu verteilen.

Bund löste Kurswechsel aus

Ein Kurswechsel in der Integrationsförderung erfolgte 2011 durch einen Bundesbeschluss. Er hielt fest, dass Subventionen nur noch jene Kantone erhalten, die Integrationsprogramme schaffen. 2011 schmetterte der Zürcher Kantonsrat ein «Integrationsgesetz» ab, das für die Gemeinden verpflichtend gewesen wäre. Darauf schuf der Regierungsrat ein freiwilliges Integrationsprogramm. Es beinhaltet einen Massnahmenkatalog mit Modulen zur Integration von Ausländern.

Gemeinden erhalten nur noch Subventionen, wenn sie ihre Integrationsförderung diesem Konzept anpassen. Leistungsvereinbarungen regeln die finanzielle Unterstützung durch den Kanton.Im Limmattal haben neben Schlieren auch Dietikon und Oberengstringen vor kurzem entsprechende Verträge mit dem Kanton ausgehandelt, wie die Behörden auf Anfrage mitteilen. Kurz vor der Unterzeichnung stehen die Gemeinden Urdorf und Geroldswil.