Das Industriequartier in Dietikon ist kein typischer Ort, an dem sich junge Leute mit ihren Freunden treffen. Bei den Limmattal Riders ist das jedoch anders: Ungefähr zwei Mal pro Woche treffen sich die Rapper in ihrem Studio an der Lerzenstrasse. Bereits vor der Eingangstür zu ihrem Studio wummern die Bässe. Im Innern angekommen, findet sich der Aufnahmeraum: Computer und Mischpulte stehen in der Ecke, dahinter verbirgt sich ein kleiner Raum, in dem die Gesangsspuren aufgenommen werden.

Insgesamt elf Musiker bilden zusammen die Limmattal Riders: DJ Koile, DJ Clip, RJ, Baci, Schlicher und Mike Blaze. Vervollständigt wird die Formation durch die Gründer Zet, CherryBell, DefG, Krayzie P und Asid. Vor allem sprachlich hat sich seit dem Gründungsjahr 1996 einiges verändert. Ihre Songs werden nicht mehr nur in Schweizerdeutsch, sondern auch auf Italienisch und Englisch aufgenommen.

Doch für die Rapper, die vorwiegend aus Schlieren und Dietikon stammen und zwischen Ende zwanzig und Ende dreissig sind, wurde es mit der Zeit immer schwieriger, ihre Musik zu vertreiben. «Es gibt viele gute Rapper in der Schweiz, welche jedoch nicht von grossen Musiklabels berücksichtigt werden», sagt Zet, einer der Rapper der Gruppe. Deshalb gründeten die Limmattal Riders ihr eigenes Label mit dem Namen S1ze.

Das Label produziert Aufnahmen für Sprachakrobaten aus der ganzen Schweiz, solange sie dem Style der Limmattal Riders entsprechen. Dabei bekommen die Musiker Unterstützung bei Texten oder Beats – also Rhythmen – und das Label hilft ihnen dabei, ihre Alben zu verkaufen. «In der Anfangsphase haben wir etwa ein Album pro Monat auf den Markt gebracht», sagt Zet.

Um ein Album zu produzieren , gibt es unterschiedliche Ansätze. Entweder hat man von Anfang an eine fixe Idee, das heisst, man weiss, welchen Beat man nimmt und wovon der Text handeln wird. Oder – und das ist der Weg, der den Limmattal Riders am meisten zusagt – man hört einen Beat und schreibt einfach das auf, was man gerade fühlt. «Bestes Beispiel dafür ist unser Album «72h», welches wir ohne Vorbereitung an einem Wochenende geschrieben haben», sagt Zet. So können die unterschiedlichsten Songs und Alben entstehen.

«Das Wichtigste am Hip-Hop sind nicht die Beats, sondern die Texte und deren Inhalt», so Krayzie P, ein weiterer Rapper der Gruppe. «Und wenn man sich keine grossen Gedanken macht, kommen häufig die besseren Texte raus», fügt er an. Die Musiker aus dem Limmattal arbeiten häufig mit Symbolen oder versteckten Botschaften. Daraus resultieren Verknüpfungen mit Texten anderer Songs und anderer Alben. Denn es ist ihnen nicht nur wichtig, dass sich die Texte reimen, sondern es geht auch darum, dass die Hörer zwischen den Zeilen lesen können. Dabei werden die unterschiedlichsten Themen behandelt: Von Politik über Liebe und Hass – zum Beispiel auf das System – ist nahezu alles auf ihren Alben vertreten. Und diese Vielfältigkeit wollen die Limmattal Riders bewahren.

Sie sind im Vergleich zu anderen Schweizer Rappern zwar schon lange im Geschäft, ans Aufhören denken sie jedoch noch lange nicht. «Bei uns wird eifrig für das nächste Jahr geplant. Verschiedene Projekte sind bereits in der Startphase», so Zet. Sicher ist, dass Anfang 2015 ihr neues Album mit dem Namen «4Loot» rauskommt. Das Projekt wird ein Mixalbum mit Songs von vielen Künstlern des S1ze-Labels sein. Auch einzelne Solo-Alben der Limmattal Riders werden in den nächsten Wochen herausgegeben. Zum Beispiel ein neues Album von Zet oder ein Mixtape von Krayzie P, also ein Album, auf dem auch andere Künstler des Labels vertreten sein werden.

Viel verdient das Label damit allerdings nicht. «Für uns ist es ein Hobby. Es reicht, wenn die Ausgaben gedeckt sind», so Zet. Denn die Limmattal Riders machen Musik, weil es ihnen Spass macht. Nebenbei haben alle noch einen Job. Es ist ihnen wichtig, dass sie sich nicht selbst als Produkt verkaufen, sondern ihre Musik im Vordergrund steht.