Keinen einzigen Tag Ferien hatte der Urdorfer Goalie Andreas Hirzel bis vor kurzem. Schuld daran ist sein Wechsel vom FC Aarau – zuletzt FC Baden – zum FC Vaduz. Noch vor drei Wochen hat der 21-Jährige die Aufstiegsspiele mit den 1.-Ligisten des FC Baden bestritten. Einen Tag später nahm der 1,90 m grosse Goalie bereits das Training mit Vaduz auf. «Die letzten Wochen waren verrückt – so viel hat sich geändert», lässt der junge Urdorfer die Zeit Revue passieren, «Ich bin zum Beispiel aus meinem Elternhaus ausgezogen und lebe nun in einer eigenen Wohnung.»

Dass Andreas Hirzel, der bis vor kurzem dem FC Aarau gehörte und an den FC Baden ausgeliehen war, zum FC Vaduz wechseln wird, zeichnete sich schon vor einiger Zeit ab. Der 21-Jährige war bereits im letzten Sommer ein Thema beim diesjährigen Super-League-Aufsteiger. «Damals hat es dann aber nicht geklappt und ich wurde im Sommer für acht Spiele von Aarau nach Baden ausgeliehen», erzählt der junge Goalie, der als Ersatz für den verletzen Badener Torhüter Predraq Pribanovic kam. Als sich Pribanovic auf die Rückrunde erneut verletzte, wurde Hirzel für den Rest der Saison geholt. «Da mein Vertrag bei Aarau auf diesen Sommer hin auslief und man mir früh sagte, dass man unter René Weiler nicht mehr mit mir plane, musste ich nach einem neuen Verein Ausschau halten», erklärt der Manchester-United-Fan.

Dass bereits früh klar war, dass der FC Vaduz von der Challenge-League in die Super League aufsteigen würde, spielte Hirzel in die Karten. Er stand nämlich stets in Kontakt mit dem Verein und wurde so auf die neue Saison hin als dritter Goalie ins Team geholt. «Ich freue mich auf diese Herausforderung. Die Infrastruktur in Vaduz ist super und ich hoffe, mich irgendwann in naher Zukunft als erster Goalie beweisen zu dürfen», sagt Hirzel.

Seit zehn Jahren spielte der Urdorfer für den FC Aarau und genoss dort seine komplette Ausbildung. Seit der Saison 2009/ 2010 trainiert er regelmässig mit der ersten Mannschaft und ist sich sicher, dass ihm diese Erfahrung in Vaduz helfen wird.

Bereits seit einem Jahr ist Hirzel Profi und kann vom Fussball leben. Der 21-Jährige hat im letzten Sommer die Sport-KV-Lehre beim Aargauer Fussballverband abgeschlossen. In seinem praktischen und letzten Jahr war er aber sehr selten im Büro, erinnert sich der Urdorfer: «Da war ich an die Grasshoppers ausgeliehen und habe die meiste Zeit auf dem Campus beim Training verbracht.» Jetzt will er für eine Weile voll auf den Fussball setzen, doch er hat sich auch schon Gedanken über sein Leben nach dem Fussball gemacht: «Irgendwann will ich vielleicht die BMS nachholen. Sonst wäre ich gerne Goalietrainer. Es würde mir Spass machen, junge Goalies an den Profifussball heranzuführen.»

Der Fakt, dass der FC Vaduz in der Schweiz unter keinen Umständen Meister werden kann, beunruhigt ihn keinesfalls: «Ich glaube, es wäre übertriebe, zu hoffen, dass wir in nächster Zeit Meister werden. Der Ligaerhalt ist jetzt primäres Ziel.»