Schlieren
Andreas Geistlich: «Wir sind auf taube Ohren gestossen»

Stadtpräsident Brühlmann bangt wegen politischen Widerstands um den neuen Stadtplatz. FDP-Gemeinderat Andreas Geistlich findet hingegen: Änderungen sind nötig, damit das Projekt nicht scheitert.

Sophie Rüesch
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Limmattaler Zeitung

Herr Geistlich, Ihr Postulat wurde am Montag dem Stadtrat übergeben. Wieso kommt es erst jetzt?

Andreas Geistlich: Der Auslöser war, dass der Stadtrat trotz der Studie von Marty+Partner dem Kanton den Auftrag zur Planung des einspurigen Kreisels gegeben hatte. Da dachte ich: «Jetzt sind sie zu weit gegangen.»

Hat der Stadtrat ungenügend über die Entwicklungen informiert?

Nein, wir wurden schon in regelmässigen Abständen informiert. Unsere Argumente sind aber auf taube Ohren gestossen.

Ist der Moment jetzt, wo der Stadtrat dem Kanton bereits ein Konzept vorgelegt hat, nicht etwas spät, um in Opposition zu gehen?

Entschieden ist ja noch nichts, die definitive Planung liegt beim Kanton. Das Postulat kommt spät, das stimmt. Aber ich wollte dem Stadtrat die Mehrheitsverhältnisse im Parlament aufzeigen. Und sowieso hat es von Anfang an Widerstand gegen die Auslegung der Verkehrsplanung gegeben. Bis vor kurzem wusste man einfach noch nicht, wie sie konkret aussehen soll.

Also lieber spät als nie?

Ja. Ich möchte verhindern, dass der Stadtrat das Projekt so weiterführt und es an der Urne scheitert. Bis dahin wären zu viel Zeit und Geld aufgewendet worden. Ich wollte die Argumente der Gegner aufzeigen, und dass diese in Parlament und Bevölkerung breite Unterstützung geniessen.

Was ist Ihr Hauptkritikpunkt?

Der Stadtrat will zu viel auf einen Punkt, nämlich diesen sogenannten Stadtplatz, konzentrieren. Prallen dort öffentlicher Verkehr, Individualverkehr und Fussgänger aufeinander, ist das auch nicht fussgängerfreundlich. Bevor der Kreisel so realisiert werden kann, müssen flankierende Massnahmen umgesetzt werden.