Oberengstringen
André Bender: «Wir haben schon einiges angepackt.»

Gemeindepräsident André Bender spricht über den Masterplan und die Zeit seit der Zukunftskonferenz. Der Masterplan soll dem Gemeinderat Aufschluss darüber geben, was rund ums Zentrum städtebaulich machbar und sinnvoll ist.

Sandro Zimmerli
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Die Belebung und Aufwertung des Dorfplatzes ist André Bender ein wichtiges Anliegen.

Die Belebung und Aufwertung des Dorfplatzes ist André Bender ein wichtiges Anliegen.

Limmattaler Zeitung

Der Masterplan

Im Zuge der 2009 durchgeführten Zukunftskonferenz hat der Gemeinderat verschiedene Vorschläge erhalten, wie die Ortschaft attraktiver gestaltet werden kann. Unter anderem gab es Anregungen, wie der Zentrumsbereich aufgewertet werden soll. Der Masterplan soll dem Gemeinderat Aufschluss darüber geben, was rund ums Zentrum städtebaulich machbar und sinnvoll ist. Seit Montag liegt der Plan vor. Er macht keine konkreten Vorschläge, welche Nutzung wo sinnvoll ist. Vielmehr zeigt er Potenziale einzelner Gebiete auf. Schwerpunktmässig setzt er sich neben der Kreuzungsgestaltung mit der Nutzung des Areals beim Schulhaus Rebberg und der Öffnung des Zentrumsplatzes auseinander. Gleichzeitig mit dem Masterplan wurde ein Betriebs- und Gestaltungskonzept für die Zentrumskreuzung präsentiert. (zim)

André Bender, was ist aus Sicht des Gemeinderates die wichtigste Erkenntnis aus dem Masterplan?

André Bender: Die wichtigste Erkenntnis ist, dass wir unsere Bau- und Zonenordnung überarbeiten müssen. Eine Revision ist schon seit längerer Zeit ein Thema. Mit dem Masterplan ist uns nun aufgezeigt worden, dass wir um eine Überarbeitung nicht herum kommen.

Weshalb ist die Revision wichtig?

Wenn man beispielsweise im Zentrumsbereich aufstocken will, muss man den Zonenplan anpassen, damit das überhaupt möglich ist. Zudem müssen wir im Zuge der Revision schauen, was man in der Umgebung des Zentrums bauen will und kann.

Einige Entwicklungsgebiete liegen südlich und südöstlich des Zentrums. Teilweise sind sie in Privatbesitz. Wie wird der Gemeinderat diesbezüglich verfahren?

Wir haben noch nicht mit den Grundeigentümern darüber gesprochen, wo was realisiert werden könnte. Allerdings haben wir von einzelnen Eigentümern bereits das Feedback erhalten, dass sie sich vorstellen könnten, etwas zu machen.

Der Gemeinderat will also zuerst die Bau- und Zonenordnung revidieren, bevor er weitere Schritte plant?

Nicht unbedingt. Eine Umgestaltung des Dorfplatzes ist nicht von einer Zonenplanänderung abhängig. Ein solches Projekt könnte durchaus parallel zur Revision realisiert werden.

Konkreter ist die Situation bei der Zentrumskreuzung. Dort liegt ein Betriebs- und Gestaltungskonzept vor. Allerdings dauert es selbst bei optimalem Verlauf bis 2017, ehe mit dem Bau begonnen werden kann. Es wird also noch etwas dauern, bis erste Projekte realisiert werden?

Bei der Kreuzung sind wir vom Kanton abhängig, weil er die Zürcherstrasse saniert. Ursprünglich standen wir unter einen grösseren Druck. Zuerst wollte der Kanton bis zur Kreuzung sanieren. Dann wären wir mit der Umgestaltung der Kreuzung jetzt zu spät, weil die Sanierung bereits 2016 erfolgt. Der Kanton wird nun die Zürcherstrasse von Unterengstringen bis zur katholischen Kirche sanieren und dort einen Stopp einlegen. Dadurch haben wir Zeit gewonnen.

Die Idee für die Umgestaltung scheint bei den Leuten anzukommen. Bei der Präsentation waren kaum negative Stimmen zu hören.

An der Zukunftskonferenz wurde der Wunsch nach mehr Platz für die Fussgänger und einer oberirdischen Querung der Kreuzung geäussert. Auch eine Versetzung der Bushaltestelle wurde angeregt. Wir haben also viele dieser Wünsche in das Konzept einfliessen lassen.

Nun geht es in die konkrete Planung. Ist es vorstellbar, dass gewisse Teilprojekte, wie die neuen Zugänge zum Dorfplatz, vorgezogen werden?

Der Zugang zwischen Gemeindehaus und Zentrum zum Dorfplatz ist unabhängig von der Kreuzungsgestaltung realisierbar. Allerdings würde er zu einem Projekt Neugestaltung des Dorfplatzes gehören. Idealerweise wird ein solches Vorhaben mit der Neugestaltung der Kreuzung koordiniert.

Die Neugestaltung ist also Voraussetzung für die Initiierung weiterer Projekte in ihrer unmittelbaren Umgebung?

Nein. Ob es auf der Kreuzung einen Mittelstreifen gibt oder nicht, hat keinen Einfluss auf den möglichen Bau eines Platzes vor dem alten Schulhaus. Aus der Zukunftskonferenz hiess es aber immer, dass die beiden Dorfteile besser miteinander verbunden werden müssen. Deshalb sind die Verbindungen über die Zürcherstrasse so wichtig und werten die Gemeinde auf.

An der Zukunftskonferenz wurden auch Wünsche zur Attraktivitätssteigerung der Gemeinde geäussert, die weit über das Zentrum hinaus gehen. Wie ist da der Stand der Dinge?

Nächstes Jahr wird Tempo 30 im südlichen Dorfteil umgesetzt. Der Limmat Auenpark Werdhölzli wird im September eröffnet. Auch wenn wir dieses Projekt nicht selber umgesetzt haben, konnten wir unseren Einfluss geltend machen. Bezüglich der Schliessung des Rastplatzes sind wir immer noch im Einspracheverfahren. Wir haben Kümmerer bzw. Beauftragte(r) für Altersfragen, für den öffentlichen Verkehr und für den Limmatraum eingesetzt. Wir haben also schon einiges angepackt.

Seit der Schlussbericht zur Zukunftskonferenz erschienen ist, sind drei Jahre vergangen. Ist der Gemeinderat auf gutem Weg bei der Umsetzung der Forderungen?

Wir haben alle Punkte aufgenommen. Wir dürfen aber auch nicht vergessen, dass es 2011 zu einem Wechsel im Gemeindepräsidium kam. Von März bis November war damals vieles blockiert, bis Klarheit herrschte, wer das Präsidium übernimmt. Wir sind aber auf einem guten Weg. Wir erhalten Feedback aus der Bevölkerung. Die Leute sind zufrieden, dass wir ihre Wünsche aufnehmen, sie laufend informieren und zur Diskussion einladen. Das sind Prozesse, die sich gegenüber früher geändert
haben.