Schlieren

Anbindung Bio-Technoparks: In diesem Punkt widerspricht Andreas Geistlich der Regierung

Blick auf die Roche-Hochhäuser: Die Niederlassungen von Roche oder Molecular Partners zeigen laut Andreas Geistlich, dass der Bio-Technopark Schlieren auch arrivierte Firmen anzieht.

Blick auf die Roche-Hochhäuser: Die Niederlassungen von Roche oder Molecular Partners zeigen laut Andreas Geistlich, dass der Bio-Technopark Schlieren auch arrivierte Firmen anzieht.

Eine Anbindung des Schlieremer Bio-Technoparks an den ­Innovationspark Dübendorf ist laut Regierungsrat wenig sinnvoll.

Die Zusammenarbeit, die der Schlieremer Bio-Technopark und die Verantwortlichen des geplanten Innovationsparks in Dübendorf betreiben, reiche völlig aus. In etwa so lässt sich die Antwort des Regierungsrates auf ein Postulat von Andreas Geistlich resümieren. Gemeinsam mit Hans Heinrich Raths (SVP, Pfäffikon) und Ruth Ackermann (CVP, Zürich) reichte der Schlieremer FDP-Kantonsrat 2018 das Postulat ein. Die Volkswirtschaftsdirektion soll prüfen, ob der Bio-Technopark ein Teil der Plattform Switzerland Innovation Zürich werden könne.

«Der Swiss Innovation Park Zürich würde um die äusserst wichtigen Biotech- und Medtechbranchen erweitert und könnte ab sofort ein kompetentes und gewichtiges Cluster mit langjähriger Erfahrung und hervorragender Organisation vorweisen», schreiben die Postulanten als Begründung. Der Bio-Technopark in Schlieren könne etwa profitieren, indem er als Teil des Switzerland Innovation Park Zürich aufgeführt und offiziell in deren Netzwerke integriert werde.

Volkswirtschaftsdirektion ist nicht verantwortlich

Der Innovationspark Zürich soll auf dem Flugplatz in Dübendorf entstehen. Aber weil das Zürcher Verwaltungsgericht vergangene Woche den Gestaltungsplan zum Innovationspark aufhob, ist die Umsetzung des Projekts derzeit in der Schwebe. Vier weiteren Standorte des schweizweiten Netzwerks Swiss Innovation Park sind bereits in Betrieb. Obwohl vom Bund gefördert, werden die Parks in privater Trägerschaft betrieben werden. «Heute ist weder die Volkswirtschaftsdirektion noch der Kanton direkt für den Innovationspark Zürich verantwortlich», schreibt der Regierungsrat in seiner Antwort und verweist drauf, dass die Stiftung über die Zusammenarbeit mit Institutionen entscheide.

Weiter unterstreicht der Regierungsrat die Unterschiede zwischen Technoparks- und Innovationsparks. Erstere würden sich auf den Aufbau von neuen Unternehmen konzentrieren und auf das Anbieten von Geschäftsräumen mit Servicedienstleistungen beschränken. «Technoparks sind weder für grosse innovative Unternehmen noch für den räumlichen Zusammenschluss dieser Unternehmen mit Forschungsinstitutionen gedacht», so die Regierung. Der Innovationspark gehe einen Schritt weiter und wolle internationale Ausstrahlung erlangen und ein attraktives Umfeld für arrivierte Forschungsinstitutionen bieten.

Zudem pflege die Geschäftsführung des Innovationsparks Zürich bereits eine langjährige Partnerschaft mit dem Bio-­Technopark. Doch gehöre die in Schlieren geleistete Arbeit nicht zu den Themenschwerpunkten, die in Dübendorf gesetzt werden sollen. Diese sind: Robotik und Mobilität, Luft- und Raumfahrt sowie Produktionstechnologien. Ansiedlungsanfragen aus der Bio-Technologie würden direkt weitergeleitet an Mario Jenni, Mitbegründer und Geschäftsführer des Bio-Technoparks, heisst es weiter.

Geistlich widerspricht der Regierung in einem Punkt

Auf Nachfrage sagt Geistlich, dass er sich im Rat für die Erledigung des Geschäfts aussprechen werde. «Die Antwort des Regierungsrates zeigt, dass eine Anbindung des Bio-­Techno­parks an Dübendorf keinen Zusatznutzen generieren würde.» In einem Punkt widerspricht er jedoch der Regierung. Dass der Bio-Technopark nichts für arrivierte Firmen sein soll, sei nicht der Fall. Dies beweisen etwa die Niederlassungen von Roche oder Molecular Partners.

«Mir ist es noch immer ein grosses Anliegen, dass Dübendorf und Schlieren Synergien nutzen und sich thematisch aufeinander abstimmen», sagt Geistlich. In einer Sitzung der Geschäftsführer der beiden Parks, an der sein Postulat besprochen wurde, wohnte Geistlich bei. «Ich habe einen sehr offenen und konstruktiven Umgang festgestellt. Diese Form des Austauschs reicht völlig aus.» Weiter habe er festgestellt, dass der Bio-Technopark bei Kanton und Innovationspark zu Recht als gewichtiger Player wahrgenommen werde. «Der Innovationsstandort Zürich soll divers bleiben. Das ist unsere Stärke.»

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