Limmattal
An Halloween gibt es mehr als harmlose Bubenstreiche

Kommendes Wochenende treiben Fans des «amerikanischen» Festes wieder ihr Unwesen. Unter Androhung eines Streichs erhoffen sie sich den Erhalt von Süssigkeiten, einige Aktionen sind jedoch grenzwertig.

Alex Rudolf
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«Süsses oder Saures»: Unter diesem Motto ziehen Kinder und Jugendliche am Montagabend wieder von Tür zu Tür. Foto: Keystone

«Süsses oder Saures»: Unter diesem Motto ziehen Kinder und Jugendliche am Montagabend wieder von Tür zu Tür. Foto: Keystone

KEYSTONE

Die Limmattaler Strassen sind am kommenden Montag wieder fest in den Händen von Monstern und Gespenstern. Dann wird das «amerikanische» Halloween-Fest gefeiert, das sich längst auch im Limmattal etabliert hat.

«Süsses oder Saures» lautet das Motto, mit dem Kinder und Jugendliche dann von Tür zu Tür gehen werden. Unter Androhung eines Streichs erhoffen sie sich den Erhalt von Süssigkeiten. Diese Streiche sind jedoch längst nicht so harmlos, wie man denkt.

«Jedes Jahr führen wir Kontrollen durch und stellen Jugendliche, die mit Eiern im Gepäck unterwegs sind», sagt Urs Weiersmüller, stellvertretender Chef der Polizei rechtes Limmattal. Diese Eier würden als vermeintlicher Streich an Hausfassaden geworfen. «Die Rückstände, die sie hinterlassen, bringt man jedoch nur sehr schwer wieder weg», sagt er.

Halloween lockt auch das Partyvolk in die Region

Halloween ist nicht nur ein Fest für Kinder und Jugendliche, auch die Erwachsenen kommen zum Zug. So finden am kommenden Wochenende diverse Verkleidungspartys statt.

Am kommenden Samstag etwa im Schlieremer Enjoy an der Wagistrasse. Unter dem Motto «Freaky Halloween» kann dort ab 22 Uhr zur Musik von verschiedenen DJs getanzt werden.

Auch das Dietiker Alpenrock House steht am Samstagabend ganz unter dem Motto «Scary as Hell». Zum Eintrittspreis von 10 Franken startet die Gruselparty um 22.30 Uhr. Die Veranstalter versprechen gruselige Deko und furchteinflössende Drinks.

Dies sei mehr als nur ein harmloser Bubenstreich. Daher werde man in den Verbundsgemeinden Unterengstringen, Weiningen und Oetwil am kommenden Wochenende wie auch in der Nacht auf Dienstag verstärkt unterwegs auf Patrouille sein. «Dies, obwohl in den vergangenen Jahren die Fälle von Sachbeschädigung rückgängig waren», so Weiersmüller.

Einen Rückgang der Vandalenakte stellt man auch in Geroldswil fest, wie Gemeindeschreiber Beat Meier auf Anfrage sagt. Auf verstärkte Polizeipräsenz verzichten wird man trotzdem nicht. Patrouillen finden in der Nacht auf Samstag wie auch in jener auf Dienstag statt. Gleiches gilt auch für Dietikon: «Bei solchen Spezialveranstaltungen wie Halloween oder Silvester haben wir stets ein spezielles Augenmerk auf eine angemessene Polizeipräsenz», wie Thomas Winkelmann, Leiter der Dietiker Sicherheits- und Gesundheitsabteilung, sagt.

In Uitikon ist es dagegen eher ruhig. Der dortige Polizist Heinz Frei sagt zwar, dass während Halloween ebenfalls patrouilliert werde. «Bei uns waren Sachbeschädigungen wegen dieses Festes jedoch noch nie ein Problem.»

Keine Horror-Clowns im Limmattal

Die Anzahl Fälle von Sachbeschädigung mögen also rückläufig sein, doch versetzt ein anderer Trend in Verbindung mit Halloween die Menschen derzeit in Angst und Schrecken: Die sogenannten Horror-Clowns. Dabei handelt es sich in der Regel um Jugendliche, die sich als Clown verkleiden und ahnungslosen Passanten auflauern und diese erschrecken.

In manchen Fällen folgt gar ein Angriff oder ein Raubüberfall. Kürzlich wurde von der Kantonspolizei bekannt gegeben, dass sich drei solche Fälle im Kanton Zürich ereignet haben. Im Limmattal sind diese Clowns scheinbar nicht unterwegs, denn bei keiner der angefragten Gemeinden wurden solche Fälle gemeldet.

Die Limmattaler Zeitung hat auf der Strasse nachgefragt: Feiern Sie überhaupt Halloween?

Robert Bickel, 71 Schlieren «In meiner Kindheit war der Räbeliechtliumzug etwas Spezielles und ein Highlight des Herbsts. Halloween gab es damals nicht. Mir fehlt deshalb der Bezug zu Halloween.»
5 Bilder
Claudia Zenoni, 49 Dietikon «Seit meine zwei Kinder erwachsen sind, feiere ich kein Halloween mehr. Doch halte ich zu Hause Süssigkeiten bereit. Denn ich möchte keine Kinder enttäuschen.»
Yosef Loco, 16 Dietikon «Ich feiere Halloween mit meinen Freunden. Neben Süssigkeiten erhalten wir auch Geld. Wenn kleine Kinder unbegleitet ihre Runden machen, finde ich es jedoch gefährlich.»
Mahnaz Hosseini, 26 Dietikon «Weder kenne ich Halloween noch feiere ich ihn. Ich bin ursprünglich aus Afghanistan. Vor neun Monaten zog ich mit meiner Familie aus Iran in die Schweiz.»
Alex Kupfer, 56 Geroldswil «Halloween ist ein schöner Brauch. Meine Frau wird mit unseren Kindern durch die Strassen ziehen. Ich bleibe zu Hause und verteile von dort aus Süssigkeiten.»

Robert Bickel, 71 Schlieren «In meiner Kindheit war der Räbeliechtliumzug etwas Spezielles und ein Highlight des Herbsts. Halloween gab es damals nicht. Mir fehlt deshalb der Bezug zu Halloween.»

Ly Vuong