Urdorf
An der Schulstrasse kann definitiv gebaut werden

Das Bundesgericht entschied den Anwohner-Streit von Urdorf bereits im Mai - doch passiert ist seither nicht viel. Was ist mit dem geplanten Neubau und weshalb ist er nicht in Angriff genommen worden?

Flavio Fuoli
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Anstelle des abgerissenen Einfamilienhauses im beschaulichen Moos-Quartier dürfen zwei Häuser entstehen. fuo

Anstelle des abgerissenen Einfamilienhauses im beschaulichen Moos-Quartier dürfen zwei Häuser entstehen. fuo

Die Anwohner hatten gekämpft, hatten die Gerichte bemüht, hatten sich Anwälte genommen, hatten die Baurekurskommission, das Verwaltungsgericht und schliesslich das Bundesgericht bemüht: Es half nichts. An der Schulstrasse durfte ein Einfamilienhaus abgerissen und an seiner Stelle dürfen zwei Häuser auf demselben Grundstück gebaut werden.

Für die Anwohner war es ein harter Schlag, fürchteten sie doch wegen des Baus um die Erhaltung des Quartiercharakters. Die Anwohnergruppe hatte am 6.Mai 2011 vor Bundesgericht verloren. Seither ist auf dem Grundstück nicht viel passiert. Das brachte im beschaulichen Moos-Quartier doch einige ins Grübeln. Was ist mit dem Neubau, weshalb ist er nicht in Angriff genommen worden, obwohl das Haus längst abgebrochen worden ist? Diese Fragen wurden auch an die az Limmattaler Zeitung herangetragen.

Auflage der Baurekurskommission

Wie Rebecca Bauder, Bereichsleiterin Planung, Bau und Umwelt auf der Urdorfer Gemeindeverwaltung, auf Anfrage erklärte, hängt die Verzögerung mit dem damaligen Beschluss der Baurekurskommission von April 2010 zusammen. Diese habe für den Bau votiert, jedoch eine Auflage gemacht. Diese besagt, dass ein Flächentransfer zwischen den beiden Häusergrundstücken oder eine Projektänderung vorgenommen werden müsse.

Diese Auflage blieb bestehen und wurde durch alle Instanzen bestätigt. Projektanpassung vorgenommen

Am 21.Juli 2011 erhielt die Bauherrschaft eine Teilbaufreigabe für die Abbrucharbeiten am Gebäude. Es wurde im Anschluss daran auch abgebrochen. Das Gelände steht seither unberührt da.

Es gibt Anpassungen

Gemäss Rebecca Bauder habe sich die Bauherrschaft entschieden, eine Projektanpassung vorzunehmen. Diese wurde am 5.September 2011 vom Gemeinderat unter Auflagen und Bedingungen bewilligt. Damit erfüllte die Bauherrschaft die Nebenbestimmung der Baurekurskommission. Am 31.Oktober sei ein wichtiger Schritt vollzogen worden. Das Baurekursgericht erteilte die Rechtskraftbescheinigung. Gegen die Abänderung war kein Rekurs eingegangen.

Gemäss Rebecca Bauder habe die Bauherrschaft danach die Auflagenerfüllung in Angriff genommen. Es sei darum gegangen, für die Bauphase wichtige Dokumente zu erarbeiten, wie beispielsweise die Baustelleninstallation, und Detailfragen zu klären, zum Beispiel in Bezug auf die Kanalisation.

Nun stand der definitiven Baufreigabe nichts mehr im Weg: Sie erfolgte am 9.Januar 2012.

Das heisst, dass von nun an gebaut werden kann.