Kommentar
An der falschen Stelle gespart

Gabriele Heigl
Gabriele Heigl
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Mit einem Postulat macht Beat Hess, Parlamentarier der Grünen, auf die prekäre Lage der Schulsozialarbeit in Dietikon aufmerksam. (Symbolbild)

Mit einem Postulat macht Beat Hess, Parlamentarier der Grünen, auf die prekäre Lage der Schulsozialarbeit in Dietikon aufmerksam. (Symbolbild)

Keystone

Natürlich geht es ums Geld. Andere vernünftige Gründe gibt es nicht, warum die Schulsozialarbeit ausgerechnet in Dietikon so beschämend schwach besetzt ist. Je nachdem, ob man die Kindergärtler mitrechnet, kommen auf eine Vollzeitstelle 744 oder 940 Schüler – doppelt so viele wie etwa in Schlieren. Wie soll das für eine fundierte Arbeit reichen für fünf Schuleinheiten, deren Schülerschaft durch den enorm hohen Ausländeranteil mit entsprechenden kulturellen Unterschieden so heterogen und damit herausfordernd ist?

Ganz zu schweigen davon, dass die Jüngsten von der Betreuung derzeit ganz ausgeklammert werden. Jede Mutter, jeder Vater weiss, wie viel leichter es ist, ein Vorschulkind zu erziehen als einen Teenager. Was Hänschen nicht lernt ... Auch wichtige Aufgaben, für welche die Schulsozialarbeiter ausgebildet sind, liegen derzeit mangels Kapazität in den Dietiker Schulen brach, allen voran die Prävention. Dabei wäre sie hier – wie so oft – der Königsweg.

Die Schulen in Dietikon können nur mit Neid auf die Stellenprozente anderer Gemeinden, namentlich diejenigen von Schlieren, blicken. Waren anderswo die Probleme dringlicher, die Gemeinderäte weitsichtiger, die Schulpflege taktisch geschickter? Schon bei der Einführung der Schulsozialarbeit in Dietikon hakte es; es brauchte erst den Zwang durch ein Gesetz. Jetzt ist die Zeit, es besser zu machen und Geld in die Hand zu nehmen, um das belastete Schulpersonal zu unterstützen und jungen Menschen zu helfen, die individuell beeinträchtigt oder sozial benachteiligt sind.