Alterswohnungen
An den meisten Orten im Limmattal heisst es warten

In Dietikon und Schlieren sind alle Alterswohnungen besetzt. In Birmensdorf hätte man die geplanten Wohnungen schon dreimal vermieten können.

Anja Mosbeck
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Die Alterswohnungen an der Bachstrasse in Schlieren wurden im Juli 2013 eingeweiht, kurz danach waren alle vermietet.

Die Alterswohnungen an der Bachstrasse in Schlieren wurden im Juli 2013 eingeweiht, kurz danach waren alle vermietet.

Ly Vuong

Noch vor zwei Jahren standen neun der insgesamt 41 Alterswohnungen im Dietiker Alters- und Gesundheitszentrum Ruggacker leer. Jetzt gibt es sogar eine Warteliste für die 14 2-Zimmer-Studios. «Sie sind besonders beliebt. Bereits 20 Personen warten darauf, sich bei uns einquartieren zu können», sagt Karin Ament, Leiterin Pflege und Betreuung. Auch die 27 1-Zimmer-Studios sind besetzt. Für sie hingegen gebe es keine Warteliste. Die grösseren Wohnungen seien zwar teurer, aber attraktiver, so Ament. So liegt ein 1-Zimmer-Studio preislich bei 2300 Franken und ein 2-Zimmer-Studio kostet 4100 Franken im Monat.

Wer zuvor in einer grossen Wohnung oder einem Haus gelebt habe, möchte sich nur ungern auf ein 1-Zimmer-Apartment beschränken, vermutet Ament. In einem Studio mit zwei Zimmern habe man noch immer die Möglichkeit, Essen und Wohnen zu separieren. Eine Alterswohnung bietet sich für diejenigen Menschen an, die keine oder wenig pflegerische Unterstützung benötigen. Sie ist im Gegensatz zum Zimmer im Altersheim eine selbstbestimmte Wohnmöglichkeit.

Auch in Schlieren gibt es sowohl für den Mühleacker wie auch an der Bachstrasse eine Warteliste, denn alle Wohnungen sind besetzt. «Die Erstvermietung an der Bachstrasse wurde ab Juli 2013 gestaffelt durchgeführt. Bis September waren bereits alle Wohnungen vermietet», so Susanne Tanner, Abteilungsleiterin Alter und Pflege. Sie glaubt, dass die Sicherheit des 24-Stunden-Notrufs und die Tatsache, dass immer jemand im Haus ist, an den sich die Bewohner im Falle eines Problems wenden können, dazu beiträgt, dass die Wohnungen so gefragt sind. Zudem profitieren die Senioren von einem Mittagstisch im Restaurant und können bei Bedarf ein monatliches Kontaktgespräch führen.

Weitere Dienstleistungen in den Wohnungen werden durch einen technischen Dienst erledigt. «Für die Bewohner bedeutet das Komfort», so Tanner. Vermietet werden im Mühleacker 11⁄2- bis 21⁄2-Zimmer-Studios. Der Preis für die kleinste Alterswohnung liegt bei 1110 Franken. Die mit 70 Quadratmetern grösste kann für 1420 Franken gemietet werden.

Anfrage ist enorm

In Birmensdorf plant die Baugenossenschaft Milchbuck 14 altersgerechte Wohnungen an der Lettenmattstrasse. Dort gibt es bereits Alterswohnungen der Baugenossenschaft Reppisch. Die neuen Wohnungen sollen in erster Linie den Senioren einen zeitgemässen Komfort bieten. «Die Wohnungen entsprechen dem Standard für altersgerechtes Wohnen, das heisst, dass auch ältere oder betagte Personen sich möglichst hindernisfrei bewegen können. Dazu gehört auch die Mobilität mit Rollstühlen oder Rollatoren», sagt Thomas Moor, Geschäftsführer der Baugenossenschaft Milchbuck.

Ein wichtiges Thema seien in diesem Zusammenhang auch die Anordnungen der Zugänge, Wohnungsverbindungen oder auch die Höhe der Installationen. Zum Beispiel öffne sich die Eingangstür vollautomatisch. Diese und weitere Massnahmen, würden gegen die Hindernisse, die man im Alter antrifft, vorbeugen.

Anders als in Dietikon und Schlieren, werden die Mieter ohne Altersbetreuung oder Pflege wohnen. Trotzdem sei die Anfrage sehr gross. «Obwohl wir noch gar keine Baubewilligung haben und die Wohnungen noch gar nicht ausgeschrieben sind, hätten wir sie bereits zwei- bis dreimal vermieten können», so Moor. Das Wohnhaus sei nur ein paar Schritte vom Zentrum entfernt. Auch die Spitex befinde sich in der Nähe. «Einige unserer Mieter sind noch gut unterwegs.

Sie wissen aber, dass sie eines Tages froh sind, altersgerecht und nahe dem Zentrum wohnen zu können», sagt er. Sofern keine Einsprache gegen das Projekt bei der Gemeinde eingehe, kann mit dem Bau bereits im Sommer begonnen werden.