Oberengstringen
Ampel bietet nicht automatisch mehr Sicherheit

Die Eltern wünschen sich einen sichereren Schulweg. Der Kanton und Gemeinde trafen sich zur ersten Beratung. Der Wunsch nach einer Ampel an der Zürcherstrasse auf Höhe der Pizzeria Okay Italia wird wohl eher nicht in Erfüllung gehen.

Sandro Zimmerli
Merken
Drucken
Teilen
Der Übergang an der Zürcherstrasse auf der Höhe der Pizzeria Okay Italia in Oberengstringen ist vielen Eltern zu wenig sicher. jk

Der Übergang an der Zürcherstrasse auf der Höhe der Pizzeria Okay Italia in Oberengstringen ist vielen Eltern zu wenig sicher. jk

So jedenfalls lautet der Kanon eines ersten Treffens zwischen Schul- und Gemeindevertretern sowie Vertretern des kantonalen Amtes für Verkehr vom Dienstagabend hervor.

«Wir wurden vom Amt für Verkehr darüber informiert, dass wohl keine Ampel beim Fussgängerstreifen aufgestellt wird», sagt Oberengstringens Schulpräsidentin Elsbeth von Atzigen. Möglicherweise lasse sich die Sicherheit am Fussgängerstreifen durch Signalisationen auf der Fahrbahn verbessern. Diese würden Automobilisten darauf aufmerksam machen, dass dort ein Schulweg durchführt. «Zudem wurde darüber diskutiert, ob ein Lotsendienst nicht doch eingeführt werden könnte», so von Atzigen (siehe Kontext). Das Treffen sei jedenfalls angenehm und konstruktiv gewesen.

Über 250 Unterschriften

Grund für das Treffen war eine Unterschriftensammlung der Elternmitwirkung in der Schuleinheit Rebberg-Gubrist. Die über 250 Unterschriften sowie ein entsprechender Brief wurden Anfang Jahr beim Kanton eingereicht. Mit der Aktion wollen die Eltern erreichen, dass der Fussgängerstreifen bei der Pizzeria Okay Italia mit einer Ampel versehen wird, um so die Sicherheit des Übergangs zwischen den Schuleinheiten Rebberg-Gubrist und Goldschmied-Sunnerai-Halde zu erhöhen.

Obwohl das Amt für Verkehr eher dazu tendiert, auf eine Ampel zu verzichten, ist das letzte Wort in dieser Angelegenheit noch nicht gesprochen. «Beim Treffen ging es darum, mit den Gemeindeverantwortlichen ein erstes Mal über das Anliegen zu diskutieren. Entschieden wurde an diesem Abend noch nichts», sagt Anselm Schwyn, Medienverantwortlicher des Amtes für Verkehr. Die Kantonspolizei müsse ohnehin abschliessend über die Errichtung einer Ampel befinden, denn sie sei im Kanton für Signalisationen zuständig.

Ampel könnte Risikofaktor sein

Aus Sicht des Amtes für Verkehr könne sich eine Ampel an der Zürcherstrasse sogar als kontraproduktiv erweisen, so Schwyn. Deshalb würde man eher davon absehen. «An besagtem Fussgängersteifen gibt es genug Möglichkeiten, die Strasse zu queren, ohne eine Grünphase der Ampel abwarten zu müssen. Wenn Erwachsene bei Rot über die Strasse gehen, dann geben sie ein schlechtes Vorbild für die Kinder ab», erklärt Schwyn.

In diesem Fall wäre eine Ampel sogar ein Risikofaktor. Zumal die Erfahrung zeigen würde, dass sich Autofahrer bei Ampeln weniger stark auf den Gehsteig konzentrieren würden als bei einem Fussgängerstreifen ohne Ampel. «Der Autofahrer fährt bei grün. Wenn dann jemand über die Strasse geht, wird es gefährlich», hält Schwyn fest. Zudem sei der Fussgängerstreifen mit einer Mittelschutzinsel versehen. Das sei heute Standard – und diene dazu, dass Fussgänger genügend Zeit hätten, eine Strasse zu überqueren.