Das Rebblüetefäscht in Weiningen steht vor der Türe. Obschon im April viele Rebtriebe erfroren sind und die Winzer vor einer weniger ergiebigen Ernte stehen, freuen sie sich auf das traditionelle Dorffest, an dem über 50 verschiedene heimische Weine ausgeschenkt werden. Mit dabei ist dieses Mal auch der Wein des Rebhüsli-clubs Chilespitz. Produziert wird er von vier Männern, die im Gebiet Chilespitz oberhalb des Weinguts Vogler 600 Rebstöcke bewirtschaften. Seit gut zehn Jahren stellen sie mit Unterstützung von Winzer Peter Vogler einen eigenen Riesling-Sylvaner her, den sie in ihrer neuen Beiz «Räb Rock Café» ausschenken werden. «Vom Weisswein haben wir gut 300 Flaschen vorrätig», sagt der Hauptverantwortliche Peter Spori, der als Bauernsohn in Weiningen aufgewachsen ist.

In der Scheune auf der Höhe der Bushaltestelle Lindenplatz wird der Zauber von Amerika in den 1950er-Jahren neu aufleben. Tagsüber steht eine echte Jukebox im Einsatz, in der Nacht legt ein Discjockey auf. Auch farbige Neonlichter, Autoteile und Tanksäulen werden Teil der Dekoration sein. Ganz im Zeichen des amerikanischen Lebensstils stehen auf der Speisekarte Hamburger und Chicken Wings. «Die Faszination für die amerikanischen 50er-Jahre habe ich in meinen jungen Jahren als Jukeboxsammler entdeckt», sagt Spori, der Sommer und Winter im Hüttchen am Rebberg anzutreffen ist. Er ist sich sicher, dass er mit seiner Beiz bei vielen Gästen gute Erinnerungen an das Rockzeitalter wecken wird.

Der Zeitplan ist sportlich

Dass Spori zusammen mit seinen Weinfreunden eine Festbeiz auf die Beine stellt, war nicht von langer Hand geplant. «Wir haben auch schon darüber diskutiert. Doch nun bot sich die Gelegenheit», sagt Spori, der früher beim FC Dietikon Trainer war und deshalb schon einige Feste organisiert hat. Auf Anraten seiner Kollegen entschied er sich dann, das Projekt in Angriff zu nehmen. «Unser Ziel ist in erster Linie, etwas Neues auszuprobieren und dabei Spass zu haben», sagt der 59-Jährige. Der Zeitplan ist entsprechend sportlich. Erst vor gut einem Monat hat das sechsköpfige Team mit der Organisation begonnen. Mit dabei sind Helfer aus dem ganzen Kanton. «Personen aus anderen Regionen bringen frische Ideen und neue Festbesucher», sagt Spori. Dem stimmt auch Jakob Haug zu, der im Organisationskomitee des Rebblüetefäscht tätig ist: «Interessierte Vereine aus der ganzen Region sind jederzeit willkommen, als Festbeizer oder als freiwillige Helfer.»

Bereits im vergangenen Jahr wartete das Fest mit einer neuen Beiz auf. Der Verein Limmattaler Low Landers, dessen Mitglieder immer wieder an schottischen Highland-Games in der Schweiz teilnehmen, servierten schottische Spezialitäten. «Die Saubüütel waren das Zugpferd auf der Speisekarte», sagt Mitorganisator Christian Leppert. Weil es ihnen Spass gemacht habe, eine Beiz auf die Beine zu stellen, sind die Low Landers auch heuer wieder mit von der Partie.
Neben der schottischen und der amerikanischen Beiz wird es neun weitere Beizen und Imbissstände haben. Sie servieren Grilladen, Raclette, Pizza, Crêpes und Kuchen. An sechs Degustationsständen können heimische Weine probiert werden.