Dietikon
Am Samstag wird geflickt wie noch nie

Beim ersten schweizweiten Reparaturtag macht auch das Repair Café an der Freizeitanlage Chrüzacher mit. Die Veranstalter wollen einen neuen Rekord aufstellen.

Gabriele Heigl
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Gemeinsam tüftelt es sich besser.

Gemeinsam tüftelt es sich besser.

Ly Vuong

Am Samstag soll ein Rekord aufgestellt werden. An über 30 Standorten in der Schweiz wird repariert, was das Zeug hält. Das Ziel: 1000 defekte Gegenstände wieder instand zu setzen. Auch das Dietiker Repair Café an der Freizeitanlage Chrüzacher macht am 29. Oktober am ersten Schweizer Reparaturtag mit. Unter dem Motto «Reparieren statt wegwerfen» treffen sich dort seit April dieses Jahres einmal im Monat Leute, die kaputte Dinge wieder richten wollen: Lampen, die nicht leuchten, Puppen, die ihre Kulleraugen nicht rollen, Stecker, aus denen sich das Kabel löst, Hosennähte, die geplatzt sind, Fahrradreifen, die geflickt werden müssen, Bügeleisen, die nicht heizen.

In jedem Haushalt sammeln sich Dinge an, in die man noch Hoffnung setzt. Wenn sie nur einer reparieren würde! Im Café an der Holzmattstrasse 6 bekommt man nicht nur Hilfestellung von ehrenamtlichen Unterstützern und gegen Gebühr einzelne kleinere Ersatzteile. Es ist auch eine wunderbare Gelegenheit, bei Kaffee und Kuchen Tipps auszutauschen oder besonders knifflige Fälle zu diskutieren.

Langlebigkeit im Fokus

Das erste Reparaturcafé startete im Oktober 2009 in Amsterdam. Seither hat die Idee, etwas Nachhaltiges gegen die Wegwerf-Mentalität zu tun, einen Siegeszug um die Welt angetreten. Die Schweiz ist seit 2014 Teil der Bewegung, als drei Reparatur-Initiativen im Kanton Bern gegründet wurden.

Mittlerweile existieren bereits über 40 Reparatur-Initiativen in der Deutschschweiz. Das Dietiker Café kam 2016 dazu. Die meisten Cafés arbeiten mit der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) zusammen. Allen gemeinsam ist, dass ihr Angebot kostenfrei ist und die Helfer ehrenamtlich arbeiten.

«Die Reparatur und Langlebigkeit von Produkten soll ins Zentrum gerückt und die Konsumenten für das Reparieren begeistert werden. Leute mit Fachwissen geben ihre Erfahrungen und Tipps weiter und sorgen so für einen wertvollen praktischen Wissensaustausch», so die SKS. (GAH)

Franziska Schädel ist eine der Organisatorinnen des Repair Cafés: «Mit jedem Treffen stossen wir auf mehr Interesse. Derzeit kommen an die 20 Leute mit ihren defekten Dingen zu uns.» Für den Reparaturtag rechnet sie mit noch weiterem Zulauf. Sie führt eine kleine Statistik über die Erfolgsquote der bisherigen Reparaturtreffen. Und die kann sich sehen lassen. Von 80 defekten Geräten konnten 63 repariert werden. Das sind fast 80 Prozent. Lediglich 17 Dinge oder Geräte konnten zum Teil mangels Ersatzteilen nicht mehr zum Laufen gebracht werden.

Öffnungszeiten

Das Repair Café in der Holzmattstrasse 6 öffnet jeden letzten Samstag im Monat (ausser im August und Dezember) von 10 bis 14 Uhr.

Nächste Treffen: 29. Oktober und 26. November.

Bei der Auswahl der defekten Gegenstände sind keine Grenzen gesetzt: Textilien, Schmuck, Bücher, Spielzeug, Bilder, Holzgegenstände bis hin zu Möbeln – alles kann mitgebracht werden. Den grössten Anteil machen aber Elektrogeräte wie Toaster, Kaffeemaschinen und Smartphones aus. In Dietikon waren von den 80 Gegenständen 42 Elektrogeräte.

Franziska Schädel ist noch etwas aufgefallen: «Oft wollen Leute Gegenstände reparieren, die sie für fünf Franken neu kaufen könnten. Einfach, weil ihr Herz so an ihnen hängt.»