Dietikon

Am Samstag wird geflickt wie noch nie

Gemeinsam tüftelt es sich besser.

Gemeinsam tüftelt es sich besser.

Beim ersten schweizweiten Reparaturtag macht auch das Repair Café an der Freizeitanlage Chrüzacher mit. Die Veranstalter wollen einen neuen Rekord aufstellen.

Am Samstag soll ein Rekord aufgestellt werden. An über 30 Standorten in der Schweiz wird repariert, was das Zeug hält. Das Ziel: 1000 defekte Gegenstände wieder instand zu setzen. Auch das Dietiker Repair Café an der Freizeitanlage Chrüzacher macht am 29. Oktober am ersten Schweizer Reparaturtag mit. Unter dem Motto «Reparieren statt wegwerfen» treffen sich dort seit April dieses Jahres einmal im Monat Leute, die kaputte Dinge wieder richten wollen: Lampen, die nicht leuchten, Puppen, die ihre Kulleraugen nicht rollen, Stecker, aus denen sich das Kabel löst, Hosennähte, die geplatzt sind, Fahrradreifen, die geflickt werden müssen, Bügeleisen, die nicht heizen.

In jedem Haushalt sammeln sich Dinge an, in die man noch Hoffnung setzt. Wenn sie nur einer reparieren würde! Im Café an der Holzmattstrasse 6 bekommt man nicht nur Hilfestellung von ehrenamtlichen Unterstützern und gegen Gebühr einzelne kleinere Ersatzteile. Es ist auch eine wunderbare Gelegenheit, bei Kaffee und Kuchen Tipps auszutauschen oder besonders knifflige Fälle zu diskutieren.

Franziska Schädel ist eine der Organisatorinnen des Repair Cafés: «Mit jedem Treffen stossen wir auf mehr Interesse. Derzeit kommen an die 20 Leute mit ihren defekten Dingen zu uns.» Für den Reparaturtag rechnet sie mit noch weiterem Zulauf. Sie führt eine kleine Statistik über die Erfolgsquote der bisherigen Reparaturtreffen. Und die kann sich sehen lassen. Von 80 defekten Geräten konnten 63 repariert werden. Das sind fast 80 Prozent. Lediglich 17 Dinge oder Geräte konnten zum Teil mangels Ersatzteilen nicht mehr zum Laufen gebracht werden.

Bei der Auswahl der defekten Gegenstände sind keine Grenzen gesetzt: Textilien, Schmuck, Bücher, Spielzeug, Bilder, Holzgegenstände bis hin zu Möbeln – alles kann mitgebracht werden. Den grössten Anteil machen aber Elektrogeräte wie Toaster, Kaffeemaschinen und Smartphones aus. In Dietikon waren von den 80 Gegenständen 42 Elektrogeräte.

Franziska Schädel ist noch etwas aufgefallen: «Oft wollen Leute Gegenstände reparieren, die sie für fünf Franken neu kaufen könnten. Einfach, weil ihr Herz so an ihnen hängt.»

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