Dübendorf
«Am Samstag wären zehnmal mehr gekommen»: Grosses Jubiläum – kleine Feier

Der Flugplatz Dübendorf ist die Wiege der Schweizer Militäraviatik und heuer 100 Jahre alt. Gefeiert wurde dies mit einem «Freitag der Öffentlichkeit». An einem Samstag wäre zehnmal mehr Publikum erschienen.

Anna E. Guhl
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Über 6000 Personen verfolgten gestern auf dem Flugplatz Dübendorf die spektakulären Flugvorführungen.Silvano Pedrett

Über 6000 Personen verfolgten gestern auf dem Flugplatz Dübendorf die spektakulären Flugvorführungen.Silvano Pedrett

Mario Cometti aus Grüt/Gossau brachte es auf den Punkt. Das Vorstandsmitglied der Offiziersgesellschaft Zürcher Oberland ist an der Luftwaffe sehr interessiert, «aber ich habe die Informationen im Voraus vermisst». Nur durch Zufall hat er überhaupt erfahren, dass am Flugplatz ein Jubiläumsanlass geplant war. Das war so gewollt.

Am gestrigen Freitag fanden sich gut 6000 Personen auf dem Flugplatzgelände ein, an einem Wochenende wären es zehnmal mehr gewesen. Das weiss auch Oberst Beat Herger, der Chef des Flugplatzes. Man habe einen Tag gewählt, an dem ohnehin gearbeitet werde, und man habe der Umgebung keinen zusätzlichen Lärm zumuten wollen, erklärte er. «Wir wollten bescheiden daher kommen und dem Highlight des Jahres, der Air 14, die im September in Payerne geflogen wird, keine Konkurrenz machen.»

F/A-18 freudig begrüsst

An Attraktionen fehlte es gestern in Dübendorf allerdings nicht. Freudig begrüsst brausten am Vormittag fünf F/A-18 über den ältesten Militärflugplatz der Schweiz. Sie kamen von einem Flugmeeting in Deutschland, wo sie mit Erfolg an einem Wettbewerb teilgenommen hatten.

Als die Patrouille Suisse, die noch mit Tiger-Flugzeugen unterwegs ist, ihre mitunter komplizierten Figuren flog, hörte man im Publikum Diskussionen über die Zukunft dieser Maschinen. Würden sie tatsächlich in zwei Jahren in Pension geschickt, oder würden sie, nachdem die Schweiz den Gripen nicht kauft, jetzt doch nachgerüstet? Antworten gab es natürlich keine.

Kurz vor Mittag setzte ein Pilatus Porter vier Fallschirm-Aufklärer ab. Einer davon war gezwungen zu zeigen, was passiert, wenn sich der Einsatzschirm nicht öffnet. Diesen abhängen und den Notschirm ziehen, bedeutet das für den Springer. Der Notschirm ist blau. Damit landete der Mann wenig später sicher und zielgenau. In einem solche Fall heisse es Ruhe bewahren und handeln wie eingeübt, sagte er später dem Moderator ins Mikrofon. Dieser hiess Christian Trottmann und arbeitet in zivil als Leiter Kommunikation von Zürich Tourismus.

Mütter mit Kinderwagen

Lange Zeit gehörte das Flugplatzgelände den älteren Semestern und den jungen Müttern mit Kinderwagen. Ulrich Zoller aus Küsnacht besichtigte mit seiner Begleiterin den oberen Raum im ehemaligen Tower. Hier habe er bis 2008 Computerprogramme erstellt für das Führungsinformations-System, erzählte er. Und er bedauerte, «dass
hier bald alles kaputt gemacht werden soll».

Edi Eigenmann aus Dietlikon stand an der Abschrankung und hantierte auch dann mit der Kamera, wenn gerade keine Vorführung lief. Er interessiere sich eben auch für die lebenden Vögel, meinte er. Auch er befürchtet, «dass ich vielleicht zum letzten Mal auf den Flugplatz bin, bevor er zubetoniert wird».