Schlieren / Dietikon
Am Oktoberfest sind die Tische sind zum Tanzen da

In Schlieren und Dietikon wurde das Münchner Volksfest ausgiebig gefeiert. Am Wochenende wurde das Limmattal in ein Wiesngaudi verwandelt. Natürlich gehörten auch Lederhosen, Dirndl und eine Menge Bier mit zum Programm.

Cynthia Mira
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Oktoberfest in Schlieren
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Die Frauen tragen Dirndl ...
... und die Männer Lederhosen.
Einmal im Jahr feiern auch die Schweizer gerne wie ihre deutschen Nachbarn.
Der Bierkrug gehört selbstverständlich dazu.

Oktoberfest in Schlieren

Cynthia Mira

Das Mass ist voll: Gewöhnlich negativ gemeint, ist der Spruch zu dieser Jahreszeit ein Grund zum Feiern. Jedenfalls für die zahlreichen Besucher der Oktoberfeste in Dietikon und Schlieren, die am Wochenende das Limmattal kurzerhand in eine Wiesngaudi verwandelt haben. «Spass haben» lautete die Devise, umgesetzt mit lauter Live-Musik, gemeinsamem Mitsingen und massenhaften «Prosit»-Zurufen. Ob auf den Tischen oder den Sitzbänken, die Besucher wussten, wie ein Oktoberfest zu feiern ist.

Schlieren Patricia Vogel, Noemi Gugisberg, Celina Vontobel, Tina Meier

Auf die Frage, weshalb sich die vier jungen Dietikerinnen an diesem Samstagabend nicht auf dem Kirchplatz ihres Wohnorts, sondern in Schlieren zuprosten, gibt es eine klare Antwort: «Ganz einfach, da waren wir gestern schon.» Die Frauen scheinen das Fest in ihren Dirndln in vollen Zügen zu geniessen. Die Haare konnten sie sich noch vor Ort «wiesn-tauglich» frisieren lassen. «Man trifft viele Leute, die man kennt», freuen sie sich. Die Oktoberfeste seien hier ebenso gut wie das Original im nahen Ausland. Kleiner zwar, aber doch habe es alles, was benötigt werde, um eine tolle Stimmung hinzukriegen. Wünsche lassen die Organisatoren der beiden Veranstaltungen bei diesen vier Frauen keine übrig. Glücklich und einstimmig tönt es aus der aufgestellten Gruppe: «Coole Leute, tolle Musik, es macht einfach nur Spass.» Und tanzend kehren die vier Frauen ins Festzelt zurück.

Schlieren Vanessa Becker und Viktoria De Liuni

Direkt vor dem Eingang zur grossen Festhalle geht es in diesem Jahr bereits zum vierten Mal nicht darum, möglichst viel Bier zu trinken, sondern darum, die Mass möglichst lange hochzustemmen. «Du schaffst das, los halte durch, super», spornen Vanessa Becker und Viktoria De Liuni vom Fitnesscenter Dynamis die Frauen und Männer in ihren Trachten an. Mit zunehmend verzerrten Gesichtsauszügen halten die tapferen Besucher ein Mass Bier mit gestrecktem Arm zur Seite. Ein neuer Rekord wird jubelnd zur Kenntnis genommen: Fünf Minuten für die Frauen, acht Minuten bei den Männern. Doch der Abend ist noch lang, um diesen erneut zu brechen. Im Dirndl gekleidet geniesst Vanessa Becker solche Oktoberfeste, die wie sie findet, durchaus vergleichbar sind mit den Ausgaben, die sie schon in München besucht hat. Klar sei etwas anders, aber besonders für neue Oktoberfestgäste halte das Limmattal genug Spass und Erlebnis bereit.

Dietikon Roger Zeindler und das Organisationsteam des Vereins Schopf

Roger Zeindler ist Präsident und Gründer des Dietiker Oktoberfests. Und als solcher ist er an der 14. Ausgabe des Fests sichtlich zufrieden und stolz. «Gestern war hier alles voller Leute, Freitag ist jedes Jahr ein Highlight», betont er und schwärmt über den seit längerem festen Bestandteil im Dietiker Veranstaltungskalender. Das hiesige Oktoberfest sei eines der Ersten in dieser Gegend gewesen. «Das neue, grosse Zelt hat sich sehr bewährt. Das Fest hat dadurch an Qualität gewonnen und das merken wir natürlich ebenso wie die Besucher», meint Zeindler und blickt zum Eingang, durch den die Besucher ein und ausgehen.

Schon früh am Abend ist vor dem Zelt einiges los.
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Das blau-weisse Festzelt ist bereit für ein einen grossen Abend.
Oktoberfest in Dietikon
Hier wird das Bier in Mass konsumiert.
Zum Abendessen werden Weisswürste und Brezn aufgetischt.

Schon früh am Abend ist vor dem Zelt einiges los.

Florian Schmitz

Die Leidenschaft der Veranstalter scheint sich sich auf die Besucher zu übertragen, die mit einem Lachen im Gesicht freudig an ihnen vorbeiziehen. Auch das Organisationsteam kann dieses Wochenende und die Stimmung geniessen, so als wären sie selbst nur Besucher. Das Mass sei noch lange nicht voll, sagt Zeindler. Und so freuen sich er und sein Team auf die kommenden Jahre, die es wieder zu organisieren gilt. Ganz nach dem Motto: «Einen schaffen wir noch, bis zum 20. Jubiläum mit Garantie.»

Dietikon Thomas Müller

Der junge Mann aus dem aargauischen Oberlunkhofen ist treuer Gast der Limmattaler Oktoberfeste. «In München war ich noch nie», sagt er. Aber er komme gerne und eigentlich jedes Jahr zu den Festen hier in die Gegend. Ob Berikon oder Dietikon, es mache ihm einfach Spass. Alles sei übersichtlich und auch draussen sei es immer sehr gemütlich. Ob er zur Musik der «Alpenyetis», die an diesem Abend barfuss auf der Bühne stehen, später auf den Tischen tanzen wird, schliesst Thomas Müller nicht ganz aus. «Vielleicht schon», meint er und lächelt. Das Fest kennt er gut, einziger Nachteil sei, dass bereits um Mitternacht Schluss sei in Dietikon. «Dafür ist aber die Bar noch lange offen. Ich werde dann dort gemütlich noch etwas länger bleiben», meint Thomas Müller. Erst mal aber steuert er in Richtung Festzelt, denn ein solcher Abend beginnt selbsterklärend mit einem grossen Bier.