Spital Limmattal

Am Limmi gibt es viele Wiedereintritte — vermeidbare Rehospitalisationen liegen über der Norm

Das Limmi taucht erneut auf der Liste des nationalen Vereins für Qualitätsentwicklung in Spitälern und Kliniken auf.

Das Limmi taucht erneut auf der Liste des nationalen Vereins für Qualitätsentwicklung in Spitälern und Kliniken auf.

Ein Verein spricht von «vermeidbaren Rehospitalisationen über der Norm». Das Spital sagt, es nehme die Patienten ernst.

Wer das Spital Limmattal aufsucht, der muss nach erfolgter Behandlung überdurchschnittlich häufig ein zweites Mal ins Spital eintreten. Das Limmi taucht erneut auf der Liste des nationalen Vereins für Qualitätsentwicklung in Spitälern und Kliniken auf. Es gehört zu den insgesamt 33 der landesweit 193 untersuchten Spitälern, die im Bereich der «potenziell vermeidbaren Rehospitalisationen» über der Norm liegen. Bereits im Jahr zuvor war das Spital Limmattal aufgeführt.

Dieses verweist darauf, dass es «hinsichtlich Rehospitalisationen eine sehr patientenorientierte Strategie» fährt: Und dies insbesondere dann, wenn sich Patientinnen und Patienten nach einem Eingriff melden und sich unsicher fühlen, schreiben die Spitalverantwortlichen in einer gestern verschickten Medienmitteilung. «Diese Rückmeldungen werden sehr ernst genommen, was aus unserer Sicht für die Gewährleistung einer hohen Sicherheit und Qualität unumgänglich ist.» Denn nur mit einer vollständigen Diagnostik und einer zeitlich adäquat langen Überwachung – teilweise in Form einer Rehospitalisation – könne ein Verdacht auf eine postoperative Komplikation nach dem Spitalaufenthalt sicher ausgeschlossen werden. «Wir nehmen somit für die Sicherheit unserer Patienten gern etwas schlechtere Statistiken in Kauf», hält das Spital fest.

Keine Aussage über die Qualität

Zudem betont es, dass die Liste keine Aussage über die Qualität eines Spitals zulasse. Denn zu einer unvorhergesehenen Rehospitalisation führen verschiedene Gründe, wie auch der nationale Verein für Qualitätsentwicklung in Spitälern und Kliniken in seinem Methodenbeschrieb erklärt. «Einige davon können von den Spitälern und Kliniken direkt oder indirekt beeinflusst werden. Andere sind nicht beeinflussbar.» So komme es beispielsweise auch auf das Verhalten des Patienten nach einer Behandlung an. Und dann lasse sich auch nicht immer eindeutig abgrenzen, welche Wiedereintritte nun vermeidbar seien und welche nicht, schreibt der Verein weiter. «Rückschlüsse auf die Behandlungsqualität können keine gezogen werden.»

Wiedereintritte, die vermeidbar gewesen wären, seien aber nicht nur für Patientinnen und Patienten belastend, sie verursachten auch unnötige Kosten, heisst es im nationalen Vergleichsbericht des Vereins. Für Spitäler sei es nicht realistisch, keine potenziell vermeidbaren Rehospitalisationen aufzuweisen. Doch könnten Institutionen, die eine Rate über der Norm aufweisen, ihre Praxis überprüfen.

Wiedereintritt nach kurzem und langem Aufenthalt

Die Zahlen der Spitäler lassen sich nicht vergleichen. So führen etwa deren unterschiedliche Risikoprofile der Patienten zu abweichenden Werten. Der Verein konnte dennoch ein paar grundlegende Erkenntnisse aus den Daten gewinnen: Demnach lässt sich aus der Aufenthaltsdauer des Erstbesuchs bereits auf die Wahrscheinlichkeit eines späteren Wiedereintritts schliessen.

Wer die für eine Behandlung übliche Zeit im Spital verbringt, muss seine Ärzte seltener erneut aufsuchen. Je länger und je kürzer der Aufenthalt – gemessen an der durchschnittlichen Aufenthaltszeit – dauert, desto höhere Raten werden registriert. Bei einem längeren Spitalaufenthalt ist davon auszugehen, dass sich die Behandlung komplizierter als gedacht gestaltet hatte und es zu Komplikationen gekommen war. «Erheblich kürzere Aufenthalte spiegeln möglicherweise die neuere Praxis der Spitäler, die Aufenthaltsdauer generell zu senken», schreibt der Verein.

Von den insgesamt 33 Schweizer Spitälern, die gemäss des nationalen Vergleichsberichts mehr potenziell vermeidbare Rehospitalisationen als der Durchschnitt verzeichnen, liegen vier im Kanton Zürich. Neben dem Limmi handelt es sich um das Spital Affoltern, das Stadtspital Triemli und das Universitätsspital. (og)

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