«Das hier ist eine Machtdemonstration», sagt Philipp Locher, der Präsident der Schlieremer Detaillistenvereinigung PRO Schlieren. Man wolle zeigen, dass Wirtschaftskammer, Gewerbe und Detaillisten Partner und nicht etwa Konkurrenten seien.

ûAusserdem wollen wir hier einen Rahmen bieten, um sich besser kennenzulernen», so Locher.

Die drei Wirtschaftsvereinigungen luden am Dienstagmittag zum «längsten Business Mittagstisch im Limmattal» im Lilienzentrum. Über 120 Personen sassen schliesslich zusammen an einer langen Tischreihe aus Festbänken und assen «Ghackets mit Hörnli» - selbstverständlich alles Bio, wie Peter Müller, Pächter des Restaurants Lily und Gastgeber des Events, betonte.

Ein Tisch mitten auf der Strasse

Die Idee für diesen Anlass entstand im Rahmen des Schlierefäschts im Jahr 2011. «Damals sassen Vertreter von Gewerbeverein, Wirtschaftskammer und Pro Schlieren gemeinsam an einem Tisch mitten auf der Strasse. Da beschlossen wir, dass wir fortan regelmässig ein gemeinsames Treffen organisieren wollen», erklärt der Co-Präsident des Gewerbevereins Thomas Landis.

Nun kam die Folgeveranstaltung endlich zustande. FDP-Kantonsrat und Präsident der Wirtschaftskammer, Andreas Geistlich weist dem Anlass eine weitere Funktion zu: «Schlieren wandelt sich immer mehr von der Arbeits- zur Wohnstadt. Mit diesem Auftritt können wir der Bevölkerung zeigen, wer wir sind, und dass hier ein starker Zusammenhalt in der lokalen Bevölkerung besteht.»

Auf diesen ersten gemeinsamen offiziellen Anlass der Schlieremer Wirtschaftsvereine könnten weitere folgen, wie Diego Albertanti, Co-Präsident des Gewerbevereins, erklärt: «Mit über 120 Anmeldungen ist der Business Mittagstisch sicher ein Erfolg. Wir können uns deshalb gut vorstellen künftig regelmässig gemeinsame Events zu organisieren.»

Nicht nur für Krawattenträger

Wichtig sei für ihn, dass am Mittagstisch nicht nur Geschäftsinhaber sässen, sondern auch viele Angestellte. Sagt Alexandre Porchet von der J.F. Jost & Co, die das Lilienzentrum verwaltet.

«Es sind nicht nur Krawattenträger hier, sondern auch Handwerker und viele Detaillisten.» Bei den Gästen kam der Anlass sehr gut an: «Es ist eine gute Idee, einen Rahmen zu schaffen, in dem man das Netzwerk innerhalb der städtischen Wirtschaft ausbauen kann», sagte etwa Franco Palladino von der HG Commerciale.

Er könne sich gut vorstellen, dass er bei diesem Essen mit Tischnachbarn gemeinsame Projekte anstossen könnte, um Synergien zu nutzen. «Mit unseren Nachbarn von der Zürcher Kantonalbank bin ich sofort ins Gespräch gekommen, obwohl wir uns vorher nicht kannten», sagt er.