Dietikon
Am Konzert des «Circolo Culturale» sass jeder Ton

Das Jahresendkonzert des «Circolo Culturale» brachte Italianità ins Limmattal. Das Ziel des Vereins ist der kulturelle Austausch zwischen Schweizern und Italienern.

Kathrin Fink
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Voller Gemeinderatssaal
10 Bilder
Maria De Lourdes Rodrigues Martins mit dem Trio
Pianistin Clara Dutto besitzt auch ein Diplom in Rechtswissenschaften
Verabschiedung unter Applaus
Dietikon Circolo Culturale
Eine Dame in Rot schleicht sich an
Alejandro Escobar singt La Traviata
Applaus für die Musiker
Die Opernsänger im Duett
Das Trio Konstanze

Voller Gemeinderatssaal

Kathrin Fink

Der Dietiker Gemeinderatssaal platzt aus allen Nähten. Es herrscht ein wildes Gewusel, man hört ein Stimmengewirr: «Buona sera, come stai?», «Tante persone qui». Es ist unüberhörbar, dass es der italienische Verein «Circolo Culturale Sandro Pertini» ist, der einen Anlass organisiert hat.

Ziel des Dietiker Vereins, den es bereits seit 21 Jahren gibt, ist der kulturelle Austausch zwischen Schweizern und Italienern. Dies soll vor allem dank Konzerten, Theateraufführen oder Städtereisen geschehen. Zweimal im Jahr lädt der Verein zu klassischen Konzerten italienischer Musiker ein – so wie am Samstagabend.

Für das Jahresendkonzert haben die Organisatoren das Trio Konstanze und die beiden Opernsänger Maria De Lourdes Rodrigues Martins und Alejandro Escobar eingeladen. Unter Applaus betreten die drei Frauen des Trios die Bühne des Gemeinderatssaals. Alle drei sind von oben bis unten in Schwarz gekleidet.

Clara Dutto setzt sich an den schwarzen Flügel, Paola Perardi ans Cello und Miriam Maltagliati greift zur Geige. Die drei Musikerinnen spielen zuerst alleine, ohne Gesang, ein Instrumentalstück aus Mozart-Kompositionen. Besonders virtuos ist Miriam Maltagliati an der Geige. Mit strammer Körperhaltung und dem Blick stets zu ihren Kolleginnen gerichtet, lässt sie den Bogen flink über die Seiten gleiten.

Ein absoluter Bühnenprofi

Nach dem eingängigen «Divertimento» beginnt das Trio Verdis «La Traviata» anzustimmen. Und langsam, langsam schleicht sich eine Dame in Rot durch den Mittelgang zur Bühne heran. Doch es ist kein haltloser Fan, es ist Sopranistin Maria De Lourdes Rodrigues Martins. Gegen die Wand rechts von den Musikerinnen gelehnt, begleitet sie sanft das erste «La Traviata»-Stück «E› strano». Doch es geht nicht lange und die Sängerin zeigt die ganze Vielfalt ihres Stimmorgans.

Einzelne im Publikum zucken leicht zusammen, als De Lourdes Rodrigues Martins die ganz hohen Töne anstimmt. Doch jeder Ton sitzt und es ist unübersehbar, dass die Mailänderin mit ihren ausladenden, theatralischen Gesten ein absoluter Bühnenprofi ist.

Plötzlich erklingt eine tiefe Bass-Stimme: Alejandro Escobar steht wie Romeo auf der Empore hinter den Gästen. Gemeinsam mit seiner Gesangspartnerin schliesst er das «La Traviata»-Repertoire ab und verabschiedet sich in die Pause.

Laut den Organisatoren sind die meisten der Gäste an diesem Abend Mitglieder des «Circolo Culturale»-Vereins. Aber es kämen auch immer mehr Schweizer an die Konzerte. Diese Durchmischung freut die Organisatoren, denn sie ist schliesslich das erklärte Ziel des Vereins. Und seit es nach den Anlässen noch einen Apéro gibt, sei es noch leichter, miteinander ins Gespräch zu kommen.