Oberengstringen
Am Chlausmärt wird für den guten Zweck gesammelt

Marktfahrer sammeln für kranke Kinder: Am Chlausmärt gibt es Regionales und Selbstgemachtes für einen guten Zweck zu erstehen.

Ly Vuong
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Figuren aus Holz und Schmuck aus Glas von Rollstuhlfahrer hergestellt gibt es bei Regula Merkt - ein Teil des Erlöses geht an Rollstuhlsport Schweiz
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Der pensionierte Schreiner Walter Lips macht aus Lerchen-und Fichtenholz schöne Krippen
Stephanie Bickel und Enkelin am Krippenfigurenstand
Zuerst kauft man Maria und Josef später die Könige und Fortgeschrittene erstehen sich noch Hirte und Engel so Krippenfigurenherstellerin Heidi Gantner
Patricia Rossetti hat sich einen Armband aus Silber von Maria Schwendener gekauft
Chlausmärt in Oberengstringen
Selbstgenähte Teddybären gibt es bei Annette Glur
Helen Koradi bemalt verschiedenstes Porzellan - im Bild ein paar Engeln
Alles selbstgemacht - Weihnachtsguetzli Birn-und Früchtebrot aber auch eingelegte Zucchetti süss-sauer
Alles mit Knoepfen gibt es bei Dora Bollinger
Organisatorin vom Chlausmärt Betty Aeschlimann an ihrem Stand mit verschiedenen Kränzen und Dekos die sie selbst gemacht hat
Eine Kundin kauft ein Tischdeko bei Betty Aeschlimann
Marie-Louise Nadig macht am liebsten Scherenschnitte mit Kinder Katzen Bäume oder mit Heimatmotiven
Natalie Ammann ist fasziniert von Stoffen und macht aus ihnen verschiedenste Taschen
LED-Kerzen für Alters- und Pflegeheime in denen offenes Feuer nicht erlaubt ist gibt es bei Monika Karrer und Tochter Pamela zu kaufen
Heidi und Andy Gantner machen seit 35 Jahren Krippenfiguren
Jeanntte Bollinger kauft Honig aus Unterengstringen
Gertrud Nell strickt Socken Pullis Mützen, Jäckchen und Topflappen damit sie beim Fernsehen nicht einschläft
Glasverzierung in vielfältiger Variation

Figuren aus Holz und Schmuck aus Glas von Rollstuhlfahrer hergestellt gibt es bei Regula Merkt - ein Teil des Erlöses geht an Rollstuhlsport Schweiz

Ly Vuong

«Um vor dem Fernseher nicht einzuschlafen, stricke ich als Zeitvertrieb», verriet Gertrud Nell. Resultat dieser Beschäftigung sind gestrickte Socken, Kleider oder Topflappen, die sie an den vergangenen zwei Tagen im Oberengstringer Zentrum am Chlausmärt verkaufte. Insgesamt hatte es dort 28 Aussteller mit selbst gemachten Waren wie Honig, Guetzli, Scherenschnitten, Weihnachtskrippen, Taschen und Schmuck. Sie alle sammelten für einen guten Zweck.

«Der Reinerlös, etwa 4000 bis 6000 Franken, geht dieses Jahr an die Stiftung Wunderlampe, die sich für schwerkranke Kinder einsetzt», sagte Betty Aeschlimann, Organisatorin und Präsidentin des Frauenpodiums Oberengstringen. Sie selbst führte einen Stand mit Dekorsachen und Adventsschmuck. Holzfiguren und Glasschmuck gab es am Stand der Weiningerin Regula Merkt. «Alles wurde von Rollstuhlfahrern hergestellt. Nach Abzug der 15 Prozent vom Umsatz an den Chlausmärt spenden wir den Rest dem Rollstuhlsport Schweiz», erklärte sie.

Haben die Limmattaler und Limmattalerinnen denn schon angefangen, Weihnachtsgeschenke zu kaufen? Wir haben nachgefragt.

Benedikt Biniok (16), Unterengstringen «Ich suche erst in den letzten Tagen Geschenke. Für meine Brüder weiss ich immer etwas Cooles, denn wir verstehen uns sehr gut. Für meine Eltern werde ich etwas basteln. Letztes Jahr war es eine dreidimensionale Karte mit Baum und Stern. Den Grosseltern schreibe ich einen Brief mit guten Wünschen und einem Update, was in der Familie gelaufen ist. Ferneren Verwandten schicke ich eine Weihnachtskarte.»
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Silke Stebler (46), Oberengstringen «Ich fange immer früh an, und zwar im Oktober. Auch für Bekannte, die meiner Meinung nach ein Geschenk verdient haben, suche ich etwas – dieses Jahr sind es etwa die Klassenlehrerinnen meiner Tochter, die sich grossartig verhalten haben. Etwas für meine Tochter zu finden, ist einfach, da sie mir viele Wünsche mitteilt. Bei meinem Mann ist es schon etwas schwieriger, er kauft bereits alles selber, was er braucht.»
Benjamin Amir (30), Oberengstringen «Ich beginne jeweils Mitte Dezember. Seit man online einkaufen kann, hat sich der Weihnachtsstress entschärft. In unserer Familie wichteln wir. Wir ziehen keine Lose, sondern entscheiden multilateral. Dieses Jahr werde ich meiner Grosi etwas schenken. Zwar ist sie das Gegenteil von mir – künstlerisch und spirituell interessiert –, doch hat sie an vielem Freude. Ich werde schauen, was bei ihr im Haushalt fehlt.»
Ute Preising (72), Unterengstringen «Bei mir gibt es fast keine Weihnachtsgeschenke. Für meine Freundin in Deutschland habe ich einen Kalender über Freundschaft gefunden. Meinem Mann schenke ich jedes Jahr einen Besuch im Circus Conelli. Der Nichte gebe ich meistens einen Batzen. Für den sechsjährigen Neffen suche ich vielleicht ein schönes Kinderbuch, obwohl etwas mit Traktoren auch gut wäre, denn er ist völlig vernarrt in Traktoren.»
Ursula Aref (57), Fahrweid «Vor 18 Jahren lernte ich meinen Mann in Ägypten kennen, und vor zehn Jahren bin ich zum Islam konvertiert. Bei uns gibt es keine Weihnachten. Meine Freunde haben alle Verständnis dafür. Mein Mann und ich geben uns übers Jahr immer wieder etwas. Am Geburtstag natürlich auch, jedoch feiern wir keinen Valentinstag. Den Nichten und Neffen schenke ich jeweils Kleider am Ende des Ramadans und am Opferfest.»

Benedikt Biniok (16), Unterengstringen «Ich suche erst in den letzten Tagen Geschenke. Für meine Brüder weiss ich immer etwas Cooles, denn wir verstehen uns sehr gut. Für meine Eltern werde ich etwas basteln. Letztes Jahr war es eine dreidimensionale Karte mit Baum und Stern. Den Grosseltern schreibe ich einen Brief mit guten Wünschen und einem Update, was in der Familie gelaufen ist. Ferneren Verwandten schicke ich eine Weihnachtskarte.»

Ly Vuong

Am Chlausmärt wurde aber nicht nur für den guten Zweck verkauft, sondern auch an Menschen gedacht, die nicht mitten im Leben stehen. Am Stand von Monika Karrer gab es mit Servietten-Technik verzierte LED-Kerzen zu erstehen. «In Wohnheimen ist offenes Feuer verboten. Diese LED-Kerzen sind deshalb ideale Geschenke», so Karrer. Bei ihr konnte man auch Limocello beziehen. «Zuerst habe ich Zitronenschalen in Alkohol eingelegt und nach dem Absieben der Zitronen den Alkohol mit Zuckersirup vermischt», erklärte sie.

Grösser und moderner

Die Qual der Wahl hatte man bei den Weihnachtskrippen. Gleich zwei Stände präsentierten ihre Krippen. Solche aus Fichten- und Lärchenholz verkaufte Walter Lips. Der andere Krippenstand wurde von Heidi Gantner geführt. «Für den Anfang wollen viele Maria und Josef, später erwirbt man die Könige und Fortgeschrittene besorgen sich Hirten und Engel», beschrieb sie das Kaufverhalten der Kunden.

Einige Besucher wussten genau, was sie wollten. «Bei mir ist es Tradition, dass ich den Limmattaler Honig hier hole», sagte Jeannette Bollinger. «Ich habe Weihnachtsguetzli für Freunde, Wollsocken für meinen Mann und Scherenschnitte gekauft», sagte Susi Ulrich, die den Chlausmärt seit 40 Jahren kennt. Am Anfang habe es vor allem Selbstgestricktes gegeben. Heute sei er grösser und moderner.

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