Urdorf
Alterszentrum Weihermatt belastet Urdorfs Rechnung

Das Eigenkapital der Gemeinde Urdorf fängt Mehrkosten auf und schrumpft auf 17,6 Millionen Franken. Die Kosten im Gesundheitswesen und in der sozialen Wohlfahrt sind dafür verantwortlich zu machen.

Alex Rudolf
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Alterszentrum Weihermatt, Südwestfassade nach dem Umbau

Alterszentrum Weihermatt, Südwestfassade nach dem Umbau

Limmattaler Zeitung

Unumwunden sagte der Urdorfer Finanzvorstand Thomas Hächler, dass die Rechnung schlechter als geplant abgeschlossen hat: «Trotz ausserordentlicher Erträge und geringerer Investitionen fehlen 900 000 Franken.» Was genau geschehen war, erklärte der FDP-Gemeinderat am Dienstag an der Präsentation der Jahresrechnung 2013.

In vielen Bereichen steht es um den Urdorfer Finanzhaushalt gut. Der im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 Millionen Franken übertroffene Ertrag von 53,4 Millionen Franken steht einem Aufwand von 54,5 Millionen Franken gegenüber. Der höhere Ertrag kam aufgrund eines Buchgewinns aus der Parzelle Spitzacker in der Höhe von 600 000 Franken zustande.

Auch der Steuerertrag bei einem Steuerfuss von 59 Prozent waren mit 28 Millionen Franken um eine Million höher als erwartet, so Thomas Hächler. Das im Voranschlag eingestellte Investitionsvolumen wurde nicht ausgeschöpft. Die 9,3 Millionen wurden um deren 3,6 unterboten. Dies, weil laut Hächler ein Staatsbeitrag beim Alterszentrum Spitzacker entrichtet wurde und einige Investitionen – Strassen- und Wasserversorgungsprojekte – auf das kommende Jahr verschoben wurden.

Trotz dieser guten Vorzeichen ist das Eigenkapital der Gemeinde von 18,7 Millionen Franken um rund 1,1 Millionen Franken auf 17,6 Millionen Franken geschrumpft. Die Kosten im Gesundheitswesen und in der sozialen Wohlfahrt sind dafür verantwortlich zu machen, so Hächler. So stiegen sie gegenüber dem Voranschlag im Bereich Gesundheit um rund 600 000 Franken auf knapp 2 Millionen Franken wegen der im Jahr 2011 in Kraft gesetzten Pflegefinanzierung. Diejenigen in der sozialen Wohlfahrt um gut 1,1 Millionen Franken auf 10,2 Millionen Franken.

Der Grund dafür sei, nebst einer Kostensteigerung bei den Ergänzungsleistungen, das Betriebsergebnis des des Alterszentrums Weihermatt. «Dies allein bewirkt Mehrkosten in der Höhe von 900 000 Franken», so Hächler. Damit spricht er die Personalkosten sowie hohe Kosten in den betrieblichen Abläufen an. Dies sei ein Problem, das nicht von heute auf morgen bereinigt werden könne, führt Finanzvorstand Hächler weiter aus. «Wir stehen mit dem Leiter des Alterszentrums Weihermatt in engem Kontakt.»

Damit diese Kosten jedoch optimiert werden können, brauche es sicherlich zwei bis drei Jahre. Die nötigen Schritte dazu – Betriebsabläufe sowie die Auslastung sollen optimiert werden – , seien jedoch eingeleitet so Hächler.

Schule schlechter als angenommen

Auch die Schule schloss ihre Rechnung mit rund 400 000 Franken tiefer ab, als dies prognostiziert war. Dies liegt laut der Finanzvorsteherin der Schulgemeinde Irmgard Struchen an geringeren Steuereinnahmen. Die Investitionen konnten von den prognostizierten 1,9 Millionen Franken gar auf 1,5 Millionen reduziert werden.

Die Kosten hätte man im Griff, so Struchen. Einem Aufwand von 21 Millionen Franken steht ein Ertrag von 20,3 Millionen Franken gegenüber bei einem Steuerfuss von 59 Prozent. Das Eigenkapital sinkt von 11,1 Millionen Franken auf deren 10,4 Millionen.