Dietikon
Alterszentrum Ruggacker: Das 32-Millionen-Projekt steht vor dem Abschluss

Es riecht nach Lösungsmittel, Sägespänen und frischer Farbe. Nach bald vier Jahren Bauzeit sind Neubau- und Sanierungsarbeiten am Alterszentrum Ruggacker fast vollendet.

Bettina Hamilton-Irvine
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Ruggacker: Das 32-Millionen-Projekt steht vor dem Abschluss
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Hochbauvorsteherin Esther Tonini und Gesamtleiter Christoph Schwemmer freuen sich über den neuen Ruggacker
Nach fast vier Jahren ist der Neu- und Umbau des Alterszentrums Ruggacker so gut wie komplett
Die Terrasse lädt zum Spazieren ein
Blick in ein Aufenthaltsraum im Pflegebereich des Alterszentrums
Blick in den Empfangsraum
In der neuen Küche im Untergeschoss können 200 Mahlzeiten zubreitet werden
Von den hellen Loggias können die Bewohner das Geschehen auf der Strasse beobachten
Die Rezeption
Die Cafeteria
Riesige Fenster bringen viel Licht in die Zimmer
Neu hat jedes Zimmer ein eigenes Badezimmer
Der Aufenthaltsraum in der neuen Demenzabteilung
Der Coiffeursalon und Podologieraum wird auch Externen zur Verfügung stehen
Im Erdgeschoss mietet sich eine Physiotherapeutin ein
Wunderbarer Ausblick über Dietikon von der Terrasse der Demenzabteilung

Ruggacker: Das 32-Millionen-Projekt steht vor dem Abschluss

Bettina Hamilton-Irvine

An einem Ständer in der Empfangshalle hängen Reihen von mit dünnen Plastikhüllen geschützten Vorhängen, dahinter lässt ein junger Mann mit ohrenbetäubendem Lärm eine Schleifmaschine über ein Stück Holz fahren. Überall wuseln Arbeiter geschäftig herum, dichten Türrahmen ab, montieren Lampen, beschriften Türen. Im Cafeteria-Bereich hängen lange Kabel büschelweise aus der Decke, der Boden ist mit Baustaub überzogen.

Es fällt noch etwas schwer zu glauben, dass sich das frisch sanierte Alters- und Pflegeheim Ruggacker bereits in wenigen Tagen vollendet und blitzblank am Tag der offenen Türe der Öffentlichkeit präsentieren will - und dass ein paar Tage später die ersten Bewohner ihre Zimmer beziehen.

Jeden Tag wieder anders

Doch sowohl Gesamtleiter Christoph Schwemmer als auch Hochbauvorsteherin Esther Tonini machen einen gelassenen Eindruck. Zwar entdecken sie auf einem Rundgang durch das Haus immer wieder Details, die noch geändert oder ergänzt werden müssen - hier fehlt eine Vorhangstange, dort ist das Parkett zerkratzt, eine Wand muss nochmals gestrichen werden -, doch nervös macht sie das nicht. «Zurzeit sieht es hier jeden Tag wieder ganz anders aus als am Tag zuvor», sagt Tonini. Zudem bleibe ja noch genügend Zeit, um alles abzuschliessen, findet Schwemmer.

Tatsächlich sehen aber auch viele Bereiche schon beinahe fertig aus. In der komplett neuen Küche im Untergeschoss schliessen zwei Elektriker die letzten Geräte an. Auch die Arbeiten am Verwaltungstrakt im 1. Stock, dem Mehrzweck- und Andachtsraum, der Empfangshalle und dem Fumoir sind so gut wie abgeschlossen - nur die Möbel fehlen noch. Neben dem Eingang soll eine Lounge eingerichtet werden, die Cafeteria mit Selbstbedienungsbereich bietet ein grösseres Angebot als zuvor. Im Erdgeschoss mieten sich zudem eine Coiffeuse, eine Podologin und eine Physiotherapeutin ein.

Auffällig ist, dass alles hell und grosszügiger wirkt als zuvor: Die Fenster sind riesig, über Oberlichter gibt es zusätzliches Tageslicht und Loggias mit grossen Glasfronten erlauben den Bewohnerinnen und Bewohnern, das Geschehen auf der Strasse zu beobachten. «Es soll alles möglichst offen sein», sagt Schwemmer. «Trotzdem können wir Räume durch Schiebetüren auch flexibel nutzen.»

Neu ist auch, dass jedes Zimmer ein eigenes Bad hat. Diesen Komfort müsse man heute einfach bieten können, sagt Schwemmer - auch wenn die privaten Balkone geopfert werden mussten, um den Platz für die Nasszellen zu gewinnen.

Die grösste Veränderung zeigt sich im 4. Stock: Hier befindet sich neu eine Demenzabteilung mit 19 Plätzen. Sie wird von speziell ausgebildetem Personal betreut und orientiert sich an einem eigens dafür erstellten Demenzkonzept. Dazu gehört, dass die Bewohner auf dem ganzen Stock in einer Art Rundlauf spazieren können. «Das ist wichtig», sagt Schwemmer: «Denn während einer bestimmten Phase der Krankheit sind Demenzpatienten sehr bewegungsfreudig.»

25 zusätzliche Stellen

Die neue Abteilung, aber auch die Vergrösserung der Pflegeabteilung bedeuten für Schwemmer und sein Team eine Herausforderung: Denn insgesamt gab es 25 zusätzliche Stellen mit mehr als 30 Personen zu besetzen. «Das hat uns einiges an Zeit und Aufwand gekostet», sagt Schwemmer. Nun sei man aber so gut wie bereit.

So gut wie bereit ist auch das Gebäude. Nach der langen Bauzeit sei man froh, dass nun ein Ende in Sicht sei, sagt Tonini. Viel mehr als Erleichterung verspüre sie aber Freude darüber, dass das Alterszentrum so schön geworden sei: «Für den Betrieb und die Bewohner ist das eine tolle Sache.»