Schlieren
Alterszentrum bis 3,2 Millionen Franken günstiger, wenn die Pensionskasse zahlt

Noch ist offen, ob die Stadt oder die Pensionskasse SHP für das dringend benötigte, neue Alterszentrum in Schlieren aufkommt.

Alex Rudolf
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Das Siegerprojekt aus dem Architekturwettbewerb heisst «Der Himmel ist grün». Wer das neue Alterszentrum bauen und zahlen soll, wird noch entschieden.

Das Siegerprojekt aus dem Architekturwettbewerb heisst «Der Himmel ist grün». Wer das neue Alterszentrum bauen und zahlen soll, wird noch entschieden.

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Das dringend benötigte Alterszentrum wäre zwischen 2,4 und 3,2 Millionen Franken günstiger, wenn die Pensionskasse SHP den Bau finanziert. So lautet die Hauptaussage aus der jüngst veröffentlichten Antwort des Schlieremer Stadtrats auf eine Kleine Anfrage der Gemeinderätin Heidemarie Busch (CVP). Da der Stadtrat beabsichtigt, das Alterszentrum nicht aus eigenen Mitteln zu finanzieren, sondern sich dereinst in den Bau einzumieten, wollte Busch wissen, welche Vor- und Nachteile dies böte, welche Berechnungen bereits angestellt wurden und ob das Volk noch zur Finanzierungsfrage befragt wird.

Der Stadtrat hält fest, dass noch keine definitive Entscheidung gefallen ist. Er betont aber, dass die Baukosten von rund 40 Millionen Franken zwischen 6 und 8 Prozent geringer ausfallen würden, wenn ein Investor wie die SHP den Bau erstellt. Zudem würden 75 Prozent der Wettbewerbskosten übernommen werden. Für den Wettbewerb hatte das Stadtparlament einen Kredit in der Höhe von 570'000 Franken bewilligt. Im vergangenen Herbst wurde das Projekt «Der Himmel ist grün» von Liechti Graf Zumsteg Architekten aus Brugg und David und von Arx Landschaftsarchitektur aus Solothurn zum Sieger erkoren. Sie setzten sich gegen neun andere Wettbewerbsteams durch.

Wenn die SHP baut, braucht es keine Submission

Die Minderausgaben ergeben sich durch mehrere Faktoren. Da die Pensionskasse nicht der öffentlichen Submission untersteht, sei ein schlankerer, schnellerer Projektverlauf möglich, schreibt der Stadtrat.

«Ein weiterer finanzieller Vorteil wäre, dass die Verschuldung der Stadt nicht weiter ansteigen würde, was aufgrund einer besseren Kreditwürdigkeit für eine Ersparnis bei künftigen Projekten sorgen würde», schreibt der Stadtrat weiter. Nicht nur die Stadtkasse würde diese positiven Auswirkungen einer Fremdfinanzierung verspüren. Auch die künftigen Bewohner der Alterseinrichtung hätten geringere Kosten zu tragen. Denn: «Der Stadtrat geht davon aus, dass der monatliche Pensionspreis pro Wohneinheit im Vergleich mit einem Eigenfinanzierungsmodell mindestens 100 Franken tiefer liegen würde.» Auf die Frage von Busch, ob der Stadtrat bereit sei, das Eigenfinanzierungsmodell ebenfalls ernsthaft zu prüfen, erwidert dieser, dass man dies bereits getan habe.

Keine Volksabstimmung zum Finanzierungsmodell

Buschs Annahme, dass das neue Altersheim im Falle eines Fremdfinanzierungsmodells an der Urne eher abgelehnt würde, teilt der Stadtrat nicht. Er habe den Auftrag, das wirtschaftlich vorteilhaftere Modell auszuarbeiten. «Es wird eine wesentliche Aufgabe sein, dem Parlament und der Bevölkerung die Vor- und Nachteile des gewählten Finanzierungsmodells verständlich darzulegen, damit eine möglichst hohe Wahrscheinlichkeit der Zustimmung erreicht werden kann», schreibt der Stadtrat.

Auch ist der Stadtrat nicht bereit, eine Grundsatzabstimmung über die Finanzierung durchzuführen, wie es Busch forderte. «Sowohl die Vorlage Baurechtsvertrag als auch die Vorlage Mietvertrag werden dem Parlament vorgelegt.» Eine Grundsatzabstimmung erscheine nicht als angezeigt, weil die Parlamentarier durch das Einholen einer konsultativen Meinung an Parteiversammlungen nahe am Puls der Bevölkerung seien. Gemäss der Stadtratsantwort werden beide Verträge noch dieses Jahr vorgelegt.