Schlieren
Alterswohnungen in Schlieren: Selbstständige Senioren gesucht

Schlieremer Senioren, die noch keine Pflege benötigen, sollen in einer betreuten Umgebung möglichst lange selbstständig wohnen können. Die Stadt schuf in einem Neubau an der Bachstrasse 1 31 Wohnungen - im Juli sind sie einzugsbereit.

Florian Niedermann
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In diesem Gebaeude an der Bachstrasse sind 31 pflegerisch betreute Alterswohnungen untergebracht
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Das Eingangsportal, dass zu den Pflegewohnungen im Erdgeschoss und den Alterswohnungen in den oberen Stockwerken führt
Diese Zweieinhalb-Zimmer-Musterwohnung wird in den nächsten Wochen vollständig ausgebaut sein
Die Nasszelle besteht zu einem grossen Teil bereits
In der ganzen Wohnung wurden hochwertige Materialien und technische Geräte verbaut
Der Blick aus der Musterwohnung in den Grünbereich der Gartenstadt
Alterswohnungen Bachstrasse Schlieren

In diesem Gebaeude an der Bachstrasse sind 31 pflegerisch betreute Alterswohnungen untergebracht

Florian Niedermann

Bereits jetzt suchen die Behörden nach Bewohnern für diese Alterswohnungen. «Grundsätzlich sollten die Mieterinnen und Mieter an der Bachstrasse ihr Leben selbst organisieren», sagt Beatrice Appius, die Leiterin stationäre Alterseinrichtungen bei der Stadt Schlieren. Wenn jemand wirklich pflegebedürftig werde, so müsse man die Situation neu beurteilen. Möglich wäre dann eine Verlegung in eine Pflegewohnung im Erdgeschoss des Gebäudes oder auch ins Pflegeheim Sandbühl.

Der Vorteil des Angebots an der Bachstrasse ist, dass die Betagten in ihren Wohnungen unabhängig leben können, dass ihnen bei Bedarf aber rund um die Uhr Pflegepersonal zur Verfügung steht. Für die Sicherheit in Notfällen ist ein Alarmsystem eingerichtet, welches rund um die Uhr professionell ausgebildetes Personal ruft. Wer aufgrund körperlicher oder sensorischer Einschränkungen Hilfe bei alltäglichen Verrichtungen wie etwa der Körperpflege, Medikamenteneinnahme, oder bei Verbandwechseln benötigt, findet diese im Gebäude selbst.

Bachstrasse: 31 Wohnungen für betagte Schlieremer

Im Neubau an der Bachstrasse sind neun Pflegewohnungen und 31 Alterswohnungen untergebracht. 23 davon verfügen über 2½ Zimmer, vier über 1½ Zimmer und vier über 3½ Zimmer. Die Pensionskosten liegen bei den kleinsten Wohnungseinheiten zwischen 1735 und 1795 Franken, bei den 2½-Zimmer-Wohnungen zwischen 2035 und 2175 Franken und bei den 3½-Zimmer-Wohnungen zwischen 2380 und 2450 Franken. Im Februar 2011 stimmte die Bevölkerung dem Mietvertrag mit der privaten Investorin Alfred Müller AG und einem jährlich wiederkehrenden Kredit über 687000 Franken zu. «Das Geld wurde sinnvoll eingesetzt», sagt Finanz- und Liegenschaftsvorsteherin Manuela Stiefel (FDP). Nicht nur die farbliche Innengestaltung im Neubau überzeuge, auch die technische Ausrüstung und die verbauten Materialien seien hochwertig. (fni)

Pensions- statt Mietvertrag

Das Angebot wird über einen Pensionsvertrag geregelt. Im Pauschalpreis inbegriffen sind neben den Kosten für eine Wohnung auch die Heiz- und Nebenkosten, der 24-Stunden-Notruf (ein Notfalleinsatz pro Monat), ein gemeinsames Mittagessen pro Woche, ein monatliches Beratungsgespräch und soziokulturelle Angebote. Zusätzlich verrechnet werden individuelle Pflege- und Hauswirtschaftsleistungen (gemäss kantonalen Spitex-Tarifen), weitere Mittagessen und zusätzliche Notfalleinsätze sowie Parkplätze in der Tiefgarage.

«Die Finanzierung dieser Wohnform sollte kein Hindernis sein», sagt Sozialvorstand Robert Welti (EVP). Rund 98 Prozent der Schlieremer Bevölkerung sollte sich eine Wohnung an der Bachstrasse 1 im Alter leisten können. Um dies sicherzustellen, verfügt die Stadt über ein Subventionierungssystem, das neben Ergänzungsleistungen und zusätzlichen ordentlichen Leistungen zur Unterstützung finanziell schlechter gestellter Schlieremerinnen und Schlieremer vorgesehen ist, wie Welti erklärt: «Allerdings werden nur 25 Prozent der Bewohner der pflegerisch betreuten Alterswohnungen subventioniert. Und dabei nur für 1 1/2 bis 2 1/2 Zimmerwohnungen.»

Gestaffeltes Bewerbungsverfahren

Um zu garantieren, dass möglichst jene Bevölkerungsgruppe profitiert, auf die die Wohnform an der Bachstrasse abzielt, haben sich die Behörden für ein gestaffeltes Bewerbungsverfahren entschieden: Bis Ende Februar können sich nur Personen bewerben, die seit zwei Jahren in Schlieren wohnhaft sind, die momentan keine Hilfe brauchen und die das achtzigste Lebensjahr erreicht haben. Können die Wohnungen nicht mit Senioren dieser Gruppe belegt werden, so werden ab März auch über 75-Jährige zugelassen. Ist das Gebäude auch dann noch nicht voll belegt, so berücksichtigt man ab dem 1. Mai auch 70-Jährige.